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Wirtschaft Grüne-Politiker rüffeln Bundesagrarminister
Nachrichten Wirtschaft Grüne-Politiker rüffeln Bundesagrarminister
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09:23 04.08.2017
Bundesagrarminister Christian Schmidt wird von Politikern der Grünen hart angegangen. Quelle: dpa
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Hannover

Im Skandal um Fipronil-belastete Eier fordert Niedersachsens Landwirtschaftsminister Christian Meyer (Grüne) auch Konsequenzen beim Bund. Das Insektizid Fipronil müsse in das bundesweite Rückstandsmonitoring für Lebensmittelkontrollen aufgenommen werden. „Wir haben schon Anfang der Woche dazu aufgefordert, Fipronil aufzunehmen, und dass alle Bundesländer und Landkreise regelmäßig eine Zahl von Stichproben machen sollen von Eiern, die im Verkauf sind“, sagte Meyer der Deutschen Presse-Agentur. Das sollte nicht nur für Eier aus den Niederlanden gelten, sondern auch für Eier aus Deutschland. „Wenn wir was finden, wird gesperrt, gewarnt und zurückgerufen.“

Auch die Grünen-Fraktionschefin im Bundestag, Katrin Göring-Eckardt, kritisierte den Bundeslandwirtschaftsminister. Es könne nicht sein, dass der Minister „tagelang in der Versenkung verschwindet, während die Verbraucher verunsichert sind“, sagte die Politikerin der „Passauer Neuen Presse“ (Freitag). Der Skandal sei „kein Skandal der Biohaltung“, betonte Göring-Eckardt. „Vielmehr haben Reinigungsmittelhersteller aus Belgien und womöglich auch den Niederlanden mit Insektiziden gepanscht.“ Zudem sei es „unerträglich, wie das dem Bundeslandwirtschaftsministerium unterstehende Bundesamt für Risikobewertung abwiegelt“, sagte die Politikerin.

Der Skandal zieht Kreise: Inzwischen sei von zwölf betroffenen Bundesländern auszugehen, hatte Bundeslandwirtschaftsminister Christian Schmidt (CSU) am Donnerstagabend in Berlin gesagt. Eine Schlüsselrolle hätten Niedersachsen und Nordrhein-Westfalen. Die Lage sei „unter Kontrolle“, es gebe aber „noch keine Entwarnung“. Ein Ursprung des Skandals sind belastete Eier aus den Niederlanden, die auch in Deutschland in den Handel gelangten - darunter Bio-Eier. Vorerst nicht betroffen waren laut Bundesministerium die vier Länder Mecklenburg-Vorpommern, Sachsen-Anhalt, Rheinland-Pfalz und das Saarland.

Niedersachsens Landwirtschaftsminister sagte, es sei davon auszugehen, dass auch in verarbeiteten Produkten mit Fipronil belastete Eier verarbeitet worden seien, etwa in Kuchen oder Nudeln. Er habe angewiesen, dass die kommunalen Lebensaufsichtsbehörden auch stichprobenartig in den Supermärkten Proben nehmen. Das laufe aber erst an. „Aber man muss dem nachgehen. Wenn es eine hohe Belastung gibt, besteht möglicherweise auch hier eine Gesundheitsgefahr“, sagte der Minister. Allerdings lasse sich aufgrund der Produkte nicht herausfinden, wo die verwendeten Eier hergekommen seien - anders als bei losen Eiern, bei denen eine eindeutige Identifizierungsnummer aufgedruckt sei.

Von RND/dpa

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