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Gutes Cloud-Geschäft rettet Microsoft-Bilanz

Computer Gutes Cloud-Geschäft rettet Microsoft-Bilanz

Bei Microsoft stecken Alt und Neu unter einem Dach. Auf einer Seite steht das traditionelle Geschäft mit Windows und Office, das mit dem PC-Geschäft sinkt, auf der anderen die boomenden Cloud-Dienste. Düster sieht es für die Windows-Smartphones aus.

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Microsoft brachte im Sommer sein neues Betriebssystem Windows 10 auf den Markt. Foto: Mauritz Antin

Redmond. Die Talfahrt des PC-Marktes sorgt für weniger Umsatz und Gewinn bei Microsoft.

Das Wachstum des Cloud-Geschäfts federte jedoch die Rückgänge deutlich ab. Im Smartphone-Markt fällt Microsoft hingegen immer weiter zurück.

Der Umsatz im vergangenen Quartal sank im Jahresvergleich um zehn Prozent auf rund 23,8 Milliarden Dollar. Der Gewinn fiel in dem Ende Dezember abgeschlossenen zweiten Geschäftsquartal um knapp 15 Prozent auf rund fünf Milliarden Dollar.

Die Quartalszahlen übertrafen dennoch die Erwartungen der Analysten. Die Aktie legte am Donnerstag nachbörslich um rund vier Prozent zu.

Bei der größten Microsoft-Sparte, in die das Geschäft mit dem Windows-Betriebssystem, Geräten und Spielen einfließt, ging der Umsatz um 4,6 Prozent auf 12,66 Milliarden Dollar zurück. Das Windows-Geschäft schrumpfte dabei um acht Prozent auf rund 4,9 Milliarden Dollar.

Im Geschäftsbereich "Produktivität", der vor allem von den Office-Programmen getragen wird, sanken die Erlöse um 1,9 Prozent auf 6,69 Milliarden Dollar. Dabei habe das Wachstum bei der Abo-Version Office 365 Rückgänge im Geschäft mit Verkaufssoftware aufgefangen.

Zugleich fielen die Rückgänge gemessen am rasanten Schrumpfen des PC-Marktes relativ moderat aus - die Verkäufe der Notebooks und Desktop-Rechner waren um rund ein Zehntel gefallen. Microsoft brachte im Sommer sein neues Betriebssystem Windows 10 auf den Markt. Im Gegensatz zu früheren Versionen konnte es dem PC-Markt jedoch bisher keinen Schub geben - nach Ansicht von Experten auch weil Microsoft es ein Jahr lang an Nutzer älterer Windows-Varianten verschenkt.

Bei Cloud-Lösungen - einem Fokus von Konzernchef Satya Nadella - legte der Microsoft-Umsatz um fünf Prozent auf 6,34 Milliarden Dollar zu. Dabei stiegen die Erlöse mit der Plattform Azure, die Rechenleistung und andere Dienste aus Microsoft-Rechenzentren anbietet, um 124 Prozent.

"Die Chancen der Unternehmens-Cloud sind gewaltig – größer als jeder Markt, an dem wir jemals teilhatten", sagte Nadella in einer Telefonkonferenz. Er will zum Jahr 2018 einen jährlichen Umsatz von 20 Milliarden Dollar im Cloud-Geschäft mit Unternehmen erzielen. Aktuell liege man bei 9,2 Milliarden Dollar jährlich, sagte Finanzchefin Amy Hood.

Im Gerätegeschäft gab es Licht und Schatten. Die Umsätze mit dem Surface-Tablet wuchsen nach dem Start neuer Modelle um 22 Prozent auf rund 1,37 Milliarden Dollar. Die Umsätze mit Handys halbierten sich dagegen auf gut eine Milliarde Dollar. Der Konzern verkaufte noch 4,5 Millionen Lumia-Smartphones und 22,5 Millionen einfache Handys. Vor einem Jahr waren es 10,5 Millionen Lumias und 39,7 Millionen einfache Telefone gewesen, die mit der Übernahme des Handy-Geschäfts von Nokia zum Windows-Riesen kamen.

Microsoft hatte die Ambitionen im Smartphone-Geschäft im vergangenen Juli drastisch gestutzt und den Abbau von 7800 Arbeitsplätzen eingeleitet. Es traf auch viele ehemalige Nokia-Mitarbeiter. Das mobile Betriebssystem von Microsoft konnte nie an die Erfolge von Konkurrenz-Plattformen wie iOS von Apple oder Android von Google anknüpfen.

Im Spielegeschäft gab es ein Plus von fünf Prozent auf 3,65 Milliarden Dollar, obwohl die Erlöse mit dem Verkauf von Spielekonsolen um rund ein Zehntel zurückgingen - vor allem wegen der Absatzrückgänge beim älteren Modell Xbox 360.

dpa

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