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15:17 27.12.2017
„Man kann in zwei Minuten so eine Ladestation auslesen“: Experten des Chaos Computer Club fordern mehr Sicherheit für die Ladenetze. Quelle: dpa
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Leipzig

Der Chaos Computer Club (CCC) fordert die Betreiber von Stromtankstellen auf, die Sicherheit auf den Stand der Technik zu bringen. Beim Chaos Communication Congress (34C3) in Leipzig demonstrierte CCC-Mitglied Mathias Dalheimer, wie sich nicht nur Ladekarten kopieren und manipulieren lassen, sondern auch, wie ganze Ladestationen übernommen werden können.

„Man kann in zwei Minuten so eine Ladestation auslesen“, sagte Dalheimer. Es müssten nur sechs Schrauben gelöst werden, um einen USB-Stick anzuschließen, Daten auszulesen, an Zugangsdaten zu gelangen, eigene Daten aufzuspielen oder eine Liste mit den Nummern der letzten 100 Kunden auszulesen.

Schon vor einigen Tagen hatte der CCC kritisiert, dass Ladekarten leicht manipuliert werden können. „Das einzige Merkmal, wo sich Ladekarten unterscheiden, ist ein öffentlich einsehbares Merkmal“, das nicht verschlüsselt sei – „diese Nummer wird benutzt, um den Abrechnungsvorgang einem Ladekonto zuzuweisen“.

Experte dringt nur bis zum Kundensupport vor

Vor Veröffentlichung der ersten Schwachstellen habe er Kontakt mit den Betreibern von Ladestationen aufgenommen und auf die Probleme hingewiesen, sagte Dalheimer, der beim Fraunhofer-Institut für Techno- und Wirtschaftsmathematik (ITWM) in Kaiserslautern auf die Sicherheitslücken stieß. Leider sei er nur bis zum Kundensupport gekommen, sagte der Hacker und kritisierte, „dass die Reaktion von allen Seiten schwierig war, wenn es um Fehlerkultur und das Eingestehen von Fehlern geht“.

Der führende Ladeverbundbetreiber New Motion hat bestätigt, dass es möglich sei, Ladekarten zu kopieren. „Bei New Motion ist uns bisher allerdings kein einziger Fall von Kartenbetrug bekannt.“ Ein Betrug könne zudem „sehr einfach aufgedeckt“ werden.

Von dpa/RND/ang

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