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Hapag-Lloyd fusioniert und etabliert sich in den Top Fünf

Schifffahrt Hapag-Lloyd fusioniert und etabliert sich in den Top Fünf

Die Fusion zwischen Hapag-Lloyd und der arabischen Reederei UASC ist endgültig unter Dach und Fach. Katar und Saudi-Arabien werden damit zu Ankeraktionären des führenden deutschen Schifffahrtsunternehmens.

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Durch den Zusammenschluss soll Hapag-Lloyd mit dann 237 Schiffen die fünftgrößte Container-Reederei der Welt werden.

Quelle: Angelika Warmuth

Hamburg. Unter dem Druck der schweren Schifffahrtskrise schließt sich die Reederei Hapag-Lloyd zum zweiten Mal binnen kurzer Zeit mit einem ausländischen Konkurrenten zusammen.

Bis zum Ende des Jahres soll die Fusion mit der arabischen Reederei United Arab Shipping Company (UASC) vollzogen sein, teilten die beiden Unternehmen in Hamburg mit. Eine entsprechende Vereinbarung sei am Montag unterzeichnet worden, nachdem wesentliche Gremien und die Hauptaktionäre zugestimmt hatten.

Das neue Unternehmen wird 237 Schiffe mit einer Transportkapazität von rund 1,6 Millionen Standardcontainern dirigieren und einen Umsatz von rund zwölf Milliarden Dollar (umgerechnet knapp 10,9 Milliarden Euro) erreichen. Zur Flotte zählen auch sechs Großschiffe mit einer Kapazität von 18 800 Standardcontainern, die zu den effizientesten weltweit gehören, sowie elf Schiffe mit einer Kapazität von 15 000 Standardcontainern. "Die Übernahme dieser Schiffe entlastet uns von Investitionen", sagte Vorstandschef Rolf Habben Jansen. Stattdessen könne Hapag-Lloyd die Schuldenlast von demnächst 7,1 Milliarden Euro reduzieren.

Hapag-Lloyd hatte erst im vergangenen Jahr die Fusion mit dem Containerbereich der chilenischen Reederei CSAV abgeschlossen. "Das ist nun der nächste richtige, notwendige Schritt nach vorn", sagte Habben Jansen. Anders als bei der vorigen Fusion gehe es nicht allein um Märkte, sondern auch um die Flotten der beiden Unternehmen. "Das fusionierte Unternehmen hat eine sehr junge, sehr effiziente Flotte und das sollte es uns ermöglichen, sehr kostengünstig zu werden." Die Schiffe von Hapag-Lloyd und UASC sind im Durchschnitt um rund ein Drittel größer als die der Konkurrenz und damit leistungsfähiger.

Die Hamburger Reederei wird so zum weltweit fünftgrößten Schifffahrtsunternehmen, auf Augenhöhe mit den beiden fusionierten chinesischen Staatsreedereien Cosco und China Shipping. "Zwischen den Top Five und den übrigen Wettbewerbern gibt es eine größere Lücke", sagte Habben Jansen. Er hoffe, dass die Konsolidierung der einst sehr zersplitterten Schifffahrtsbranche auch die Preise stabilisiere und die Branche wieder lukrativ werde.

Seit acht Jahren kämpfen die Reedereien mit Überkapazitäten sowie unzureichenden Frachtraten und fahren zum Teil hohe Verluste ein. Hapag-Lloyd kündigte am Montag sinkende Ergebnisse an, nachdem Habben Jansen zuvor noch von steigenden Gewinnen ausgegangen war. Die Wahrscheinlichkeit für eine Dividende sei somit nicht sehr hoch, sagte er. Ursprünglich wollte Hapag-Lloyd für dieses Jahr eine Dividende ausschütten.

Hapag-Lloyd wird auch der größte Partner in der Schifffahrtsallianz "THE Alliance", die ihren Betrieb im April 2017 aufnehmen soll. Weitere Partner sind fünf asiatische Reedereien. In Allianzen koordinieren Reedereien den Einsatz ihrer Schiffe und ihre Fahrpläne, ähnlich wie in der Luftfahrt. Das bisherige System der Allianzen war nach mehreren Fusionen und Übernahmen in der Schifffahrtsbranche auseinandergebrochen. "THE Alliance" wird auf den Hauptstrecken der internationalen Schifffahrt rund 30 Prozent Marktanteil einnehmen.

Mit der Fusion ändern sich auch die Besitzverhältnisse an Hapag-Lloyd. Die Investmentgesellschaften des Emirats Katar und Saudi-Arabiens werden mit 14,4 und 10,1 Prozent der Aktien neue Kerngesellschafter der Hamburger Reederei. Teil des gesamten Deals ist auch eine Kapitalerhöhung um 400 Millionen Euro, die von den Arabern und CSAV (künftig 22,6 Prozent) sowie dem Logistik-Unternehmer Klaus-Michael Kühne (14,6 Prozent) garantiert wird. Die Stadt Hamburg wird sich daran nicht beteiligen; ihr Anteil von 14,9 Prozent wird nach der Kapitalerhöhung weiter verwässert.

Die Aktionäre des Hamburger Unternehmens müssen auf ihrer Hauptversammlung der Kapitalerhöhung noch zustimmen. Auch Genehmigungen verschiedener Kartellbehörden sowie die Kreditzusagen der Banken stehen noch aus.

dpa

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