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Henkel-Chef Rorsted präsentiert Rekordergebnis zum Abschied

Konsumgüter Henkel-Chef Rorsted präsentiert Rekordergebnis zum Abschied

Preiskampf in Westeuropa, Abkühlung des wichtigen chinesischen Marktes: Das Umfeld ist nicht gerade einfach für den Konsumgüterriesen Henkel. Dennoch sieht das Unternehmen auch für dieses Jahr gute Chancen.

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Kasper Rorsted Rorsted wurde 2008 Henkel-Chef und hat in seiner Amtszeit den Umsatz um vier Milliarden Euro nach oben getrieben und das operative Ergebnis verdoppelt.

Quelle: Rolf Vennenbernd/Archiv

Düsseldorf. Henkel-Chef Kasper Rorsted verabschiedet sich mit einem Rekordergebnis. Der operative Gewinn des Konzerns stieg im vergangenen Jahr um knapp 13 Prozent auf 2,9 Milliarden Euro, auch unter dem Strich verdiente der Konsumgüterriese (Persil, Schwarzkopf) deutlich mehr.

Im laufenden Jahr will Henkel weiter zulegen. Das wirtschaftliche und politische Umfeld werde allerdings weiterhin schwierig bleiben, sagte Rorsted. Im vergangenen Jahr hatte die Abkühlung der chinesischen Wirtschaft bei den Düsseldorfern für einige Holperer gesorgt. Alles in allem hinterlässt Rorsted seinem designierten Nachfolger Hans Van Bylen aber ein gut bestelltes Haus.

Henkel kann vor allem auf starke Marken wie Persil, Schwarzkopf oder Loctite bauen. Im vergangenen Jahr machten die zehn wichtigsten Marken im Henkel-Reich über 60 Prozent des Umsatzes aus. Dieser legte angetrieben vom starken Dollar sowie Zukäufen konzernweit um 10 Prozent auf 18,1 Milliarden Euro zu. Aus eigener Kraft wuchs der Konzern um 3 Prozent.

Neu eingeführte Produkte wie ein Männer-Shampoo oder neue Deo- und Duschvarianten kurbelten das Wachstum im Kosmetik-Geschäft an. Das Plus von 2,1 Prozent ging dabei auf das Konto der Schwellenländer sowie Nordamerika. In Westeuropa machten der Preiskampf und der starke Wettbewerb dem Hersteller dagegen zu schaffen. Die wichtigste Sparte ist für Henkel das Klebstoffgeschäft, das aus eigener Kraft um 2,4 Prozent wuchs. Die Tochter ist allerdings stark von der Nachfrage aus der Industrie abhängig. Henkel hatte im Jahresverlauf weltweit daher 1200 Stellen abgebaut.

Preiserhöhungen, Kostensenkungen sowie niedrigere Rohstoffpreise halfen dem Konsumgüterkonzern beim Gewinn auf die Sprünge. Der auf die Anteilseigner entfallende Überschuss kletterte um 18 Prozent auf 1,9 Milliarden Euro. Davon sollen auch die Aktionäre etwas haben. Die Dividende will Henkel um gut 12 Prozent auf 1,47 Euro je Vorzugsaktie und 1,45 je Stammaktie erhöhen.

Aus eigener Kraft will Henkel 2016 beim Umsatz um 2 bis 4 Prozent wachsen, der Gewinn je Aktie soll zwischen 8 und 11 Prozent steigen. Auch operativ soll es weiter aufwärts gehen. Anleger reagierten allerdings zunächst skeptisch. Die Aktie verlor zum Handelsauftakt knapp ein Prozent an Wert, während der Dax gut ein Prozent zulegte.

Bei Henkel steht in diesem Jahr ein Führungswechsel an. Der jetzige Kosmetik-Vorstand Van Bylen wird zum 1. Mai die Leitung des Traditionsunternehmens übernehmen. Rorsted wird nach acht Jahren an der Firmenspitze Düsseldorf verlassen und im Sommer zum Sportartikelhersteller Adidas wechseln, wo er wenige Monate später die Nachfolge von Vorstandschef Herbert Hainer antritt.

Rorsted wurde 2008 Henkel-Chef und hat in seiner Amtszeit den Umsatz um vier Milliarden Euro nach oben getrieben und das operative Ergebnis verdoppelt. Das von ihm ausgegebene Ziel, den Konzernumsatz bis Ende 2016 auf 20 Milliarden Euro zu steigern, dürfte Henkel allerdings nicht schaffen. Den Berechnungen der Analysten zufolge werden die Erlöse im laufenden Jahr nur auf 18,7 Milliarden Euro steigen.

dpa

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