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12:11 31.08.2017
Auf den Bruttostundenlohn heruntergerechnet verdienen Homosexuelle laut der Studie mehr als 2 Euro weniger als heterosexuelle Männer. Quelle: dpa
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Berlin

Homosexuelle Männer verdienen in Deutschland weniger als Heterosexuelle. Auf den Bruttostundenlohn heruntergerechnet beträgt der Unterschied mehr als 2 Euro. Das ergibt eine Studie des Deutschen Instituts für Wirtschaftsforschung (DIW) in Berlin. „Die Differenz beim Stundenlohn lässt sich weder durch Qualifikation noch durch Berufserfahrung erklären“, so Studienautor Martin Kroh. Die Studienautoren schreiben von einem „Sexuality Pay Gap“ – eine Lohnlücke also, die mit der sexuellen Identität zusammenhängt. „Ein solcher Sexuality Pay Gap, der in ähnlichem Umfang schon in anderen Ländern ermittelt wurde, legt eine Benachteiligung Homo- und Bisexueller nahe.“ Nach Schätzungen des DIW bezeichnen sich derzeit knapp 2 Prozent der Erwachsenen in Deutschland als homo- oder bisexuell.

Lesbische Frauen hingegen verdienen dem Bericht zufolge im Schnitt etwa genauso viel wie Schwule und sogar rund 2 Euro mehr als heterosexuelle Frauen. Diese Unterschiede seien aber statistischen Ungenauigkeiten unterworfen und insofern nicht belastbar, sagte Studienautor Kroh.

Homosexuelle haben häufiger Abitur

Die Ungleichheit im Lohnniveau homosexueller und heterosexueller Männer ist auch deshalb brisant, weil der Bildungshintergrund nicht dafür spricht: Denn Homo- und Bisexuelle in Deutschland haben laut der Studie einen besseren Schulabschluss als Heterosexuelle – sie haben seltener eine mittlere Reife/Hauptschule mit Berufsausbildung und dafür häufiger Abitur (auch Fachabitur).

Ein statistischer Beweis für Lohndiskriminierung von Homosexuellen am Arbeitsplatz sei mit den Daten allerdings nicht erbracht: „Das ist erstmal nur ein Indikator“, sagte Kroh. „Vermutlich gibt es eine Reihe von Erklärungen für die Lohnlücke.“ Laut Studie leisten homosexuelle Männer etwa mehr Überstunden als heterosexuelle – das drückt den Stundenlohn und könnte ebenfalls eine von vielen Erklärungen sein.

Für die Studie stützen sich die Autoren auf Daten des sogenannten Sozio-ökonomischen Panels, einer bevölkerungsrepräsentativen Umfrage, die das DIW einmal im Jahr deutschlandweit durchführt. Dabei werden neben dem Einkommen, dem Beruf, der Bildung und der Gesundheit auch die sexuelle Orientierung abgefragt. Die Studie beruht auf der Auswertung der Fragebögen von knapp 460 LGBs (Englisches Kürzel für Menschen mit lesbischer, schwuler oder bisexueller Identität) sowie mehr als 39.000 Heterosexuellen.

Von dpa/ang/RND

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