Volltextsuche über das Angebot:

1 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
IAB-Chef: Mindestlohn-Erhöhung kein Risiko für Arbeitsmarkt

Arbeitsmarkt IAB-Chef: Mindestlohn-Erhöhung kein Risiko für Arbeitsmarkt

Schon die Einführung des Mindestlohns hatte für hitzige Diskussionen gesorgt. Kaum weniger groß sind nun in Teilen der Wirtschaft die Widerstände gegen eine Erhöhung der Lohnuntergrenze. Arbeitsmarktforscher raten hingegen zur Gelassenheit.

Voriger Artikel
Kuka will Standort-Zusagen von chinesischem Investor
Nächster Artikel
Ratingagentur S&P: EU-Austritt würde London AAA-Rating kosten

«Der deutsche Arbeitsmarkt ist in einer soliden Verfassung. Ich sehe daher nicht, dass die geplante moderate Anpassung des Mindestlohns zu steigender Arbeitslosigkeit führt», sagte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung, Joachim Möller. Foto: Daniel Karmann

Nürnberg. Die geplante Erhöhung des Mindestlohns um voraussichtlich drei Prozent stellt nach Experten-Einschätzung kein Risiko für den Arbeitsmarkt dar.

"Der deutsche Arbeitsmarkt ist in einer soliden Verfassung. Ich sehe daher nicht, dass die geplante moderate Anpassung des Mindestlohns zu steigender Arbeitslosigkeit führt", sagte der Direktor des Instituts für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB), Joachim Möller, der Deutschen Presse-Agentur. Das IAB ist das Forschungsinstitut der Bundesagentur für Arbeit (BA).

Die Mindestlohn-Kommission muss laut Gesetz bis zum 30. Juni über eine Anpassung der Lohnuntergrenze entschieden haben. Dem Fahrplan zufolge soll die Entscheidung am kommenden Dienstag (28. Juni) fallen.

Den von einigen Wirtschaftsverbänden geforderten Verzicht auf eine Mindestlohn-Erhöhung hält Möller für "nicht angebracht". Die aktuelle Lohnentwicklung biete durchaus Spielraum für eine Anhebung der bisher bei 8,50 Euro liegenden Lohnuntergrenze. Zum anderen gebe es klare gesetzliche Vorgaben für eine Mindestlohn-Erhöhung. Lediglich in Krisenzeiten könne über eine Aussetzung solcher Anpassungen geredet werden. "Das sehe ich im Moment aber nicht", unterstrich Möller.

Auch das Argument, eine moderate Erhöhung des Mindestlohns erschwere die Integration von Flüchtlingen auf dem Arbeitsmarkt, hält der Arbeitsmarktforscher nicht für stichhaltig. "Da gibt es im Moment ganz andere Probleme: die fehlenden Sprachkenntnisse vieler Flüchtlinge, ihre Qualifikation und die Anerkennung ihrer beruflichen Kenntnisse. Verglichen damit ist die Frage, ob der Mindestlohn um 30 Cent steigt, kein wirklich relevantes Thema. Die Flüchtlingsintegration wird daran nicht scheitern", betonte Möller.

Dabei erinnerte er daran, dass sich etwa in Großbritannien und Teilen der USA die geplanten Erhöhungen des Mindestlohns auf einem ganz anderen Niveau bewegen. In Großbritannien beispielsweise erhöhe man den Mindestlohn bis zum Jahr 2020 auf umgerechnet 11,50 Euro.

In den USA werde in Los Angeles im Jahr 2020 ein Mindestlohn von 15 US-Dollar (umgerechnet 13,28 Euro) gezahlt. "Ich denke, dass wir da in Deutschland bei der gesetzlichen Mindestlohn-Regelung mit Augenmaß vorgegangen sind", sagte Möller. Bei Ländervergleichen muss aber oft auch die unterschiedliche Kaufkraft betrachtet werden.

Bei der Diskussion um eine aktuelle Mindestlohn-Anpassung bleibt nach seiner Ansicht lediglich die Frage, ob man die jüngsten, aber erst später wirksam werdenden und relativ hohen Tarifabschlüsse der Metall- und Elektroindustrie und des öffentlichen Dienstes bereits bei der anstehenden Mindestlohn-Entscheidung berücksichtigt.

Dabei müsse man sich klar machen: "Wenn die Tariferhöhungen jetzt nicht einbezogen werden, werden sie sich in der nächsten Anpassungsrunde in zwei Jahren niederschlagen."

Insgesamt hat sich der Mindestlohn rund eineinhalb Jahre nach seiner Einführung nach Erkenntnissen des Institutschefs als Erfolg erwiesen. Die Regelung habe vielen Menschen zu höheren Einkommen verholfen. Zwar seien einige Minijobs wegfallen, etliche davon aber in sozialversicherungspflichtige Stellen umgewandelt worden. Vorrangig in Teilen Ostdeutschlands hätten sich einige Arbeitgeber über den Mindestlohn beklagt. "Das sind aber aus unserer Sicht eher Einzelfälle."

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.529,50 +0,15%
TecDAX 1.687,00 +0,03%
EUR/USD 1,0553 +0,17%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

DT. TELEKOM 14,69 +0,71%
BAYER 87,21 +0,71%
HEID. CEMENT 83,50 +0,67%
DT. BANK 14,73 -1,98%
VOLKSWAGEN VZ 118,37 -0,71%
LUFTHANSA 12,14 -0,50%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Bakersteel Global AF 166,72%
Structured Solutio AF 154,79%
Stabilitas PACIFIC AF 142,96%
AXA IM Fixed Incom RF 139,36%
Polar Capital Fund AF 99,87%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr