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IG-Metall-Chef droht Arbeitgebern mit Streik

Tarife IG-Metall-Chef droht Arbeitgebern mit Streik

Tarifauseinandersetzungen in der Metallindustrie haben ihre eigenen Rituale. Kurz vor dem 1. Mai verschärft die IG Metall noch mal den Ton gegenüber den Arbeitgebern und droht mit Streiks. Am 11. Mai wird aber erstmal weiterverhandelt. Der Ton ist dennoch gereizter.

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Warnstreik-Auftakt der IG Metall im VW-Werk Zwickau: Gewerkschaftschef Hofmann droht mit regulären Streiks.

Quelle: Sebastian Willnow

Berlin. Kurz vor dem 1. Mai hat die IG Metall den Arbeitgebern der Metall- und Elektroindustrie mit Streiks gedroht, sollten sie sich im Tarifkonflikt nicht auf die Gewerkschaft zubewegen.

"Es wäre schön, wenn wir auf dem Wege des Verhandelns zeitnah zu einem Ergebnis kommen", sagte Gewerkschaftschef Jörg Hofmann der "Rheinischen Post". "Wenn die Arbeitgeber aber die Signale, die jetzt von unseren Warnstreiks ausgehen, nicht kapieren und ihr Angebot in der nächsten Runde nicht noch einmal ordentlich aufstocken, dann reden wir auch über Urabstimmung und Streik."

Die IG Metall hatte bei der ersten großen Warnstreikwelle am Freitag bundesweit rund 110 000 Beschäftigte zu Aktionen aufgerufen. Am 11. Mai findet im Tarifbezirk Baden-Württemberg die erste Verhandlung in der dann vierten Runde der Tarifgespräche statt.

Bisher haben die Arbeitgeber rückwirkend ab April Einkommensverbesserungen in zwei Stufen vorgeschlagen, die sich bei einer Laufzeit von 24 Monaten auf insgesamt 2,1 Prozent summieren. Hinzu kommt eine Einmalzahlung von 0,3 Prozent über zwölf Monate. Damit gingen sie nur unwesentlich über ihr erstes Angebot hinaus. In der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" nannte Hofmann das Angebot "einen Witz".

Die Gewerkschaft will fünf Prozent mehr Geld - und sieht diese Forderung bereits als Entgegenkommen: "Wir hatten mit fünf Prozent ein Kompromiss-Signal gesetzt. Die niedrigste Forderung seit Langem. Die Arbeitgeber haben das nicht aufgegriffen", sagte Hofmann dem Blatt.

Ihm zufolge reiche die Dividendensumme der vier größten Mitglieder des Arbeitgeberverbands Gesamtmetall aus, um die komplette Forderung der IG Metall für alle Beschäftigten zu finanzieren. "Auch das zeigt: Wir haben eine stabile konjunkturelle Lage, volle Auftragsbücher und eine gute Ertragssituation", sagte Hofmann.

Gesamtmetall-Präsident Rainer Dulger hat hingegen betont, die Offerte sei vorgelegt worden, "um endlich über die Strukturen einer möglichen Lösung ins Gespräch zu kommen". Eine längere Laufzeit des Tarifabschlusses verschaffe den Unternehmen Planungssicherheit. Die Forderung der IG Metall lehnen die Arbeitgeber strikt ab. Am Montag wird die IG Metall in vielen Regionen erneut zu Warnstreiks aufrufen.

dpa

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