Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Im Schienenkartell Geständnisse vor Gericht
Nachrichten Wirtschaft Im Schienenkartell Geständnisse vor Gericht
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:01 16.05.2015
Die Deutsche Bahn hat bereits Schadenersatz in Millionenhöhe erhalten. Quelle: Martin Gerten
Anzeige
Bochum

n. Opfer war die Deutsche Bahn. Nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft liegt der Schaden im dreistelligen Millionenbereich.

"Ich bin vollumfänglich geständig - dazu stehe ich", sagte einer der Angeklagten, der bis zur Aufdeckung des "Schienenkartells" Vorstandsmitglied bei Voestalpine war. Er mache sich noch immer große Vorwürfe, dass er seine Mitarbeiter nicht aus dem Kartellsystem herausgeführt habe. Entstanden sei das System allerdings durch die marktbeherrschende Position von ThyssenKrupp.

Voestalpine sei durch die Übernahme einer Produktionsstätte in Duisburg eine Zwangsehe eingegangen, die sich zu einer Art "Geiselhaft" entwickelt habe. "Mein Fehler war es, meine Opposition gegen diese Zwangsverbindung aufgegeben zu haben", sagte der 58-Jährige den Richtern.

Laut Anklage haben die wettbewerbswidrigen Absprachen spätestens 2001 begonnen. Ziel sei es gewesen, hohe Preise zu erzielen, die unter echten Konkurrenzbedingungen nicht zustande gekommen wären. Welches Unternehmen bei einer Ausschreibung den Zuschlag erhalten sollte, wurde nach Erkenntnissen der Staatsanwaltschaft immer abgesprochen.

In der Anklage heißt es dazu wörtlich: "In allen Fällen gaben die Angeschuldigten die abgesprochenen Angebote mit dem Ziel ab, die Deutsche Bahn zur Annahme der zuvor unter ihnen festgelegten Angebote zu veranlassen."

Die illegalen Machenschaften waren aufgedeckt worden, nachdem beim Bundeskriminalamt und beim Bundeskartellamt 2011 gleichlautende, anonyme Hinweise eingegangen waren. Am selben Tag hatte Voestalpine eine Art Selbstanzeige gestellt und sich als Kronzeuge angeboten.

Kartellrechtlich ist das Verfahren bereits abgeschlossen. ThyssenKrupp und Voestalpine haben nach eigenen Angaben Bußgelder von rund 200 Millionen Euro gezahlt. Außerdem gab es eine Einigung mit der Bahn über millionenschwere Schadenersatzzahlungen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach tagelangen Verhandlungen der Geldgeber mit Griechenland gibt es in Brüssel vorsichtigen Optimismus. Die am Montag fortgesetzten Gespräche verliefen konstruktiv, sagte der Chefsprecher der EU-Kommission.

16.05.2015

Nach massiven Warnstreiks bei der Post am vergangenen Wochenende setzt die Gewerkschaft Verdi vor der Fortsetzung der Verhandlungen auf einzelne Nadelstiche. Die Gewerkschaft habe kurzfristig zu Warnstreiks in der Region Karlsruhe aufgerufen, berichtete eine Sprecherin in Berlin.

16.05.2015

Düsseldorf (dpa) - Der Handelskonzern Metro setzt im Großhandel in Deutschland künftig nur noch auf eine Marke. Die 51 konzerneigenen Schaper-Großhandelsmärkte werden deshalb bis Ende nächsten Jahres auf die Marke Metro umgestellt, das teilte der Handelskonzern in Düsseldorf mit.

16.05.2015
Anzeige