Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Insolvente Windenergiefirma Prokon bei Investoren begehrt
Nachrichten Wirtschaft Insolvente Windenergiefirma Prokon bei Investoren begehrt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:48 16.05.2015
Auch EnBW soll Interesse an Prokon haben. Quelle: Ulrich Perrey/Archiv
Anzeige
Itzehoe/Hamburg

Eine Sprecherin des Insolvenzverwalters wollte sich am Montag nicht zu den Bietern äußern. Sie verwies darauf, dass ein Gläubigerausschuss in dieser Woche einen Investor auswählen wird.

Damit ist aber noch nicht entschieden, dass der potenzielle Geldgeber auch neuer Prokon-Inhaber wird. Erst eine Gläubigerversammlung Anfang Juli stimmt darüber ab, ob Prokon in eine Genossenschaft mit vielen Anteilseignern umgewandelt oder gänzlich veräußert werden wird.

Nach einem Bericht des "Handelsblatts" unter Berufung auf Branchenkreise will EnBW ein Prokon-Angebot im Volumen von rund 500 Millionen Euro vorlegen. Ein Bestätigung hierfür gab es zunächst nicht. Ein Gebot würde aber in die Strategie des Karlsruher Unternehmens passen, dass sich vom Atomkonzern zum Ökostromanbieter wandeln will.

Der Anteil erneuerbarer Energien an der installierten Anlagenleistung soll von 19 Prozent (2012) auf mehr als 40 Prozent im Jahr 2020 verdoppelt werden, schreibt EnBW auf seiner Homepage. Dazu gehöre, die Kapazitäten von Windparks an Land in Deutschland und der Türkei deutlich zu erhöhen. Prokon erzeugt mit seinen Anlagen in Deutschland (461 MW) und Polen zusammen 537 Megawatt.

Die börsennotierte Capital Stage, die 62 Solar- und sechs Windparks (450 MW) in Deutschland, Italien, Frankreich und Großbritannien betreibt, will Prokon über ein Tochterunternehmen zu 94,9 Prozent übernehmen. Für 5,1 Prozent soll ein weiterer Investor aufkommen.

Unter die Prokon-Pleite soll im Juli ein Schlussstrich gezogen werden. Rund 75 000 Anleger werden wohl ungefähr die Hälfte ihrer Einlagen von 1,44 Milliarden Euro verlieren. Allen Gläubigern sollen voraussichtlich bis Anfang Juni Informationen zu den Insolvenzplänen zugesandt werden, kündigte Insolvenzverwalter Dietmar Penzlin an.

Der Verein "Freunde von Prokon", in dem sich nach Vereinsangaben rund 10 368 bisherige Genussrechtsinhaber versammelt haben, sieht in dem Kaufinteresse die "Werthaltigkeit der Windkraft- und Stromlieferfirma" bestätigt. Es beflügele aber auch die Anstrengungen des Vereins, damit das Unternehmen in eine Energie-Genossenschaft umgewandelt wird, teilte er am Montag mit.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Nach zwei schwächeren Monaten haben sich die Auftragsbücher in der deutschen Elektroindustrie wieder deutlich gefüllt. Getrieben durch Großaufträge gingen bei den Betrieben im März 17,9 Prozent mehr Bestellungen ein als vor einem Jahr, wie der Branchenverband ZVEI in Frankfurt mitteilte.

16.05.2015

Der genossenschaftliche Edeka-Verbund hat seine führende Position im Handel mit Lebensmitteln ausgebaut. Während die Branche in Deutschland insgesamt stagnierte, erreichte Edeka ein Wachstum von zwei Prozent, wie das Unternehmen mitteilte.

16.05.2015

Während des Lokführerstreiks in der vergangenen Woche ist bei der Deutschen Bahn nach eigener Einschätzung gut jeder zweite geplante Zug gefahren. Verhältnismäßig viele Verbindungen fielen im Fernverkehr aus, wie ein Bahnsprecher sagte.

16.05.2015
Anzeige