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Intel verkauft Mehrheit an IT-Sicherheitssparte

Computer Intel verkauft Mehrheit an IT-Sicherheitssparte

Als Intel im Jahr 2010 rund 7,7 Milliarden Dollar für den Antiviren-Pionier McAfee hinblätterte, gehörte zum Plan auch, Sicherheitstechnologien direkt in Chips zu integrieren. Die Erwartungen erfüllten sich nicht, jetzt wird der Bereich abgestoßen.

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Trennt sich von der Mehrheit seiner IT-Sicherheitssparte: US-Chiphersteller Intel.

Quelle: Andrej Sokolow/Archiv

Santa Clara. Der Chip-Riese Intel trennt sich im Zuge der Neuausrichtung von der Mehrheit an seiner IT-Sicherheitssparte. Besitzer eines Anteils von 51 Prozent wird künftig der Finanzinvestor TPG sein, wie Intel nach US-Börsenschluss mitteilte.

Intel bekomme 3,1 Milliarden Dollar (rund 2,76 Mrd Euro) und behalte die restlichen 49 Prozent. Der Name soll von Intel Security wieder zu McAfee geändert werden. Intel hatte die traditionsreiche Antiviren-Firma McAfee im Jahr 2010 für knapp 7,7 Milliarden Dollar übernommen.

Intel hängt nach wie vor stark vom Geschäft mit Prozessoren für Personal Computer ab - und dieser Markt schrumpft schon seit Jahren. Intel konnte sich bisher ganz gut mit Chips für Rechenzentren dagegen stemmen, ist aber aktiv auf der Suche nach neuen Erlös-Quellen wie das Internet der Dinge mit Milliarden vernetzter Geräte.

Hinter der Übernahme von McAfee steckte auch die Idee, Sicherheitstechnologien direkt in Intel-Chips einzubetten. Die Integration klappte jedoch zumindest nicht im geplanten Ausmaß. Außerdem haben sich die Methoden in der IT-Sicherheit weiterentwickelt und in der Branche kamen neue aggressive Konkurrenten wie FireEye oder Palo Alto Networks auf. Sie überwachen zum Beispiel den Datenverkehr, statt nach bekannten Viren zu suchen.

Das Geschäft mit IT-Sicherheit gilt angesichts der wachsenden Bedrohungen durch Cyberangriffe unter anderem bei Finanzinvestoren als lukrativ. Allerdings ist der Markt sehr fragmentiert und es häufen sich Fusionen. Im Sommer setzte Branchen-Schwergewicht Symantec zur Übernahme des Rivalen Blue Coat für 4,65 Milliarden Dollar an, auch um dessen Chef an die eigene Spitze setzen. Und der Anbieter Avast übernahm den Konkurrenten AVG für rund 1,3 Milliarden Dollar.

Der bisherige Chef von Intel Security, Chris Young, soll die ausgekoppelte Firma weiterführen. Er argumentierte, mit der neuen Eigentümerstruktur werde McAfee besser mit anderen Anbietern in dem hart umkämpften Markt konkurrieren können. Die Sparte steigerte zuletzt den Halbjahresumsatz unter dem Intel-Dach um elf Prozent auf 1,1 Milliarden Dollar. Das operative Ergebnis war mit 182 Millionen Dollar mehr als vier Mal höher als ein Jahr zuvor.

McAfee, gegründet 1987, stand an den Anfängen der Antiviren-Branche. Vor wenigen Tagen hatte der lange aus dem Unternehmen ausgeschiedene Gründer John McAfee eine Klage gegen Intel eingereicht, weil er seinen Namen nun einer anderen Firma geben möchte, die ebenfalls bei Sicherheits-Software aktiv sein will. Intel hatte ihn davor in einem Brief gewarnt.

dpa

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