Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Japanische Zentralbank behält Billiggeld-Kurs bei
Nachrichten Wirtschaft Japanische Zentralbank behält Billiggeld-Kurs bei
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
08:54 15.03.2016
Kuroda verkündete man sei notfalls bereit, weitere Schritte zur Lockerung der Geldpolitik zu ergreifen. Quelle: Franck Robichon
Anzeige
Tokio

Japans Zentralbank hält die Geldschleusen unverändert weit geöffnet. Die Bank von Japan (BoJ) beschloss nach dem Abschluss zweitägiger Beratungen, die Geldmenge wie gehabt um jährlich 80 Billionen Yen (rund 632 Mrd Euro) auszuweiten.

Auch an den im Januar überraschend eingeführten Negativzinsen zur Ankurbelung der Preise und des Wirtschaftswachstums halten die Notenbanker fest.

Auch die Europäische Zentralbank kämpft mit allen Mitteln gegen Mini-Inflation und Konjunkturschwäche: Die Währungshüter senkten erst vor wenigen Tagen den Leitzins von 0,05 Prozent auf null Prozent. Zugleich pumpt die EZB noch mehr Geld in den Markt und brummt Finanzinstituten, die Geld bei ihr parken, höhere Strafzinsen auf. Die Finanzmärkte schauen nun auf eine Sitzung der US-Notenbank Fed. Es wird aber nicht damit gerechnet, dass die Währungshüter der USA die Leitzinsen weiter anheben.

Die japanischen Notenbanker kämpfen darum, nach fast zwei Jahrzehnten der Deflation mit stetig fallenden Preisen ein Inflationsziel von zwei Prozent zu erreichen. Doch das gestaltet sich nicht zuletzt wegen des Ölpreisverfalls schwierig. Sinkende Preise gelten als problematisch, weil sinkende Erlöserwartungen Unternehmer davon abhalten können, neue Investitionen zu tätigen. Im Januar dümpelten die Verbraucherpreise weiter vor sich hin. Vor allem wegen der weiterhin schwachen Ausgaben der Verbraucher, die in Japan zu rund 60 Prozent zur Wirtschaftsleistung des Landes beitragen, war die drittgrößte Volkswirtschaft der Welt im Schlussquartal 2015 um eine hochgerechnete Jahresrate von real 1,1 Prozent geschrumpft.

Vor diesem Hintergrund sowie angesichts von Sorgen über die Flaute beim größten Handelspartner China führte die Bank von Japan im Januar einen Negativzins von 0,1 Prozent ein. Damit sollen Geschäftsbanken - ähnlich wie in der Eurozone - davon abgehalten werden, große Mengen an Geld bei der Notenbank zu parken, anstatt sie als Kredite für Investitionen an die Unternehmen zu vergeben. Bisher hat es jedoch keine großen Anzeichen dafür gegeben, dass Unternehmen mehr Geld aufgenommen haben. Notenbankchef Haruhiko Kuroda zeigte sich dennoch überzeugt, dass der Negativzins Wirkung auf die Realwirtschaft wie auch auf die Preisentwicklung zeigen werde. Notfalls sei man bereit, weitere Schritte zur Lockerung der Geldpolitik zu ergreifen.

Die Wirtschaft des Landes habe ihren "Trend einer moderaten Erholung" trotz schwächelnder Exporte fortgesetzt, erklärte die BoJ. In der Sprache der Zentralbank bedeutet diese Formulierung eine leichte Herabstufung in der Einschätzung der Wirtschaftslage. Im Januar hatte die BoJ noch klarer formuliert, die Wirtschaft erhole sich moderat. An der Börse stieß die Entscheidung der BoJ, vorerst keine weitere Lockerung der geldpolitischen Zügel vorzunehmen, auf Enttäuschung. Der Nikkei-Index gab um 0,68 Prozent auf 17 117,07 Punkte nach.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Der Abgas-Skandal hat VW in eine schwere Krise gestürzt. Die größten Herausforderungen stehen indes noch bevor. Das Unternehmen dürfte in zahlreichen Gerichtsverfahren mit dem Thema "Dieselgate" konfrontiert werden.

14.03.2016

Die Preise für Milch und Schweinefleisch sind im Keller. Die Branche ächzt. Die EU-Landwirtschaftsminister haben sich nun für zusätzliche Maßnahmen ausgesprochen.

14.03.2016

Den Start ins Jahr würden viele Anleger an Börse wohl gerne vergessen. Die Kurse waren deutlich gefallen. Doch mittlerweile hat die Erholung Fahrt aufgenommen, nicht zuletzt dank des Billiggeldes der Notenbanken.

14.03.2016
Anzeige