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Nachrichten Wirtschaft Jeder zweite Beschäftigte erhält kein Urlaubsgeld
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06:28 11.06.2018
Das Urlaubsgeld schwankt stark nach Branche und Region – Beschäftigte in tarifgebundenen Unternehmen bekommen jedoch meist mehr. Quelle: dpa
Berlin

Beim Urlaubsgeld geht jeder zweite Arbeitnehmer in Deutschland leer aus. Die Chancen auf die Sonderzahlung steigen aber deutlich, wenn man in einem tarifgebundenen Unternehmen arbeitet, berichtet das WSI-Tarifarchiv der gewerksnahen Hans-Böckler-Stiftung. 71 Prozent der Tarifbeschäftigten erhalten demnach Urlaubsgeld, während es ohne Tarifvertrag nur 38 Prozent sind.

Durchschnittlich können Männer mit 54 Prozent häufiger auf ein Urlaubsgeld rechnen als Frauen (41 Prozent). Arbeitnehmer im Osten (36 Prozent) sind in dieser Frage schlechter gestellt als die Kollegen im Westen mit 52 Prozent. Ähnlich sieht es zwischen Kleinbetrieben (38 Prozent) und größeren Unternehmen aus, wo 65 Prozent die Sonderzahlung erhalten.

Einen gesetzlichen Anspruch gib es nicht

Die Höhe des Urlaubsgeldes schwankt stark nach Branchen - zwischen 156 Euro im Steinkohlenbergbau und mehr als 2300 Euro in der Holz- und Kunststoff verarbeitenden Industrie im Westen. Ausgezahlt wird das Geld oft mit dem Mai-Gehalt, es gibt aber keinen allgemeingültigen Zeitpunkt. Im Öffentlichen Dienst sind Weihnachtsgeld und Urlaubsgeld zu einer Jahressonderzahlung zusammengefasst.

Einen gesetzlichen Anspruch auf den Zuschuss für die Urlaubskasse gibt es nicht. Die Sonderzahlungen können vom Arbeitgeber freiwillig gezahlt werden oder tariflich vereinbart sein. Zahlt der Arbeitgeber regelmäßig, kann ein Anspruch aus Gewohnheit entstehen.

Gute Aussichten für Beschäftigte in Industriebetrieben

Industriebeschäftigte haben im Schnitt bessere Chancen auf die Sonderleistung als Mitarbeiter in Dienstleistungsberufen. So erhält nach der WSI-Auswertung im Gesundheits- und Sozialwesen gerade einmal ein Viertel der Beschäftigten das Extra-Geld, im Gastgewerbe sind es 34 Prozent. In der Industrie bekommen dagegen knapp zwei Drittel der Mitarbeiter den Nachschlag zur Sommerzeit.

In 11 von 22 Branchen gab es im vergangenen Jahr Zuwächse - zum Beispiel im Bauhauptgewerbe mit einem ausgehandelten Zuschlag von 30 Prozent für die gewerblichen Beschäftigten im Westen. Meist bewegten sich die Erhöhungen aber im Rahmen der allgemeinen Tarifabschlüsse, weil die Zahlung in einem Prozentsatz des Tarifgehalts ausgedrückt wird und so automatisch mit steigt.

Von dpa/RND

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