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Keine Blockade im RWE-Aufsichtsrat gegen Umbaupläne erwartet

Energie Keine Blockade im RWE-Aufsichtsrat gegen Umbaupläne erwartet

Auch die einflussreichen kommunalen Aktionäre wollen laut "Handelsblatt" nun der Aufspaltung des Konzerns zustimmen. Die Börse reagiert erleichtert. Arbeitsplatzgarantien für die Mitarbeiter gibt es nicht.

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Der RWE-Vorstandsvorsitzende Peter Terium hält Kündigungen wegen des Konzernumbaus für möglich.

Quelle: Oliver Berg/Archiv

Essen. RWE-Chef Peter Terium kann im Aufsichtsrat mit breiter Zustimmung für seine Pläne zur Aufspaltung des Essener Energieriesen rechnen.

Nach den Gewerkschaften signalisierten nun auch die einflussreichen kommunalen Aktionäre, dass sie den Umbau des Konzerns nicht blockieren wollen. "Wir haben zwar große Bedenken, was unsere eigene Position angeht, im Prinzip tragen wir die Pläne aber mit", zitierte das "Handelsblatt" einen Vertreter der Kommunen. "RWE muss auch endlich etwas machen, um voranzukommen." Offiziell wollten sich die Kommunen nicht zu ihrer Haltung äußern.

Die Börse reagierte erleichtert auf die erwartete Zustimmung. RWE-Aktien gewannen am Vormittag mehr als drei Prozent an Wert. An diesem Freitag entscheidet der Aufsichtsrat des Konzerns über die Pläne des Vorstands, den Konzern aufzuteilen. Die Zukunftsgeschäfte erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb will Terium von den konventionellen Kraftwerken trennen und als neue Tochter an die Börse bringen. Diese wird deutlich größer sein als der Mutterkonzern. Mit dem Schritt will Terium neue finanzielle Spielräume gewinnen.

Die Kommunen fürchten allerdings eine Verwässerung ihres Vermögens. Denn nach dem Börsengang wären sie wie die übrigen Altaktionäre nur noch indirekt am Zukunftsgeschäft von RWE beteiligt. Dieser Anteil könnte zudem zunehmend kleiner werden, weil RWE von seiner neuen Zukunftstochter schrittweise bis zu 49 Prozent der Anteile an der Börse verkaufen will. Den bisherigen Anteilseignern bliebe damit nur noch der direkte Zugriff auf das klassische Geschäft, in dem die Gewinne aber derzeit wegbrechen.

Nun wird darüber spekuliert, dass die Kommunen auch eine Vertretung im Aufsichtsrat der neuen Tochter bekommen könnten, um ihren Einfluss zu wahren. Städte und Kreise vor allem aus Nordrhein-Westfalen sind bei RWE eine Macht. Sie halten rund ein Viertel der Anteile und stellen 4 von 20 Mitgliedern im Aufsichtsrat. Allein können die Kommunen den Umbau allerdings nicht verhindern, zumal die Gewerkschaften schon ihre Zustimmung zu den Umbauplänen signalisiert haben.

Die Gewerkschaften hatten sich bereits in der vergangenen Woche grundsätzlich positiv zu den Umbauplänen geäußert. Allerdings machten sie auch deutlich, dass die Beschäftigten von Einschnitten verschont werden sollten.

Das wollte Terium in einem Interview mit dem "Kölner Stadt-Anzeiger" allerdings nicht versprechen. In der alten RWE AG würden Stellen vor allem in Kraftwerken wegfallen. Dafür rechnet er aber mit zusätzlichen Jobs in der neuen Tochter. Die Verschiebungen sollten "so sozialverträglich wie möglich erfolgen".

Derweil nimmt die künftige Aufstellung des RWE-Aufsichtsrats dem "Handelsblatt" zufolge Formen an. Demnach sollen Thyssenkrupp-Finanzchef Guido Kerkhoff, IBM-Deutschland-Chefin Martina Koederitz und die frühere Leiterin der Internationalen Engergie-Agentur, Maria van der Hoeven, neu ins Kontrollgremium einziehen.

Aus dem Kreis der Aufseher verabschieden sich nach der Hauptversammlung im April neben Daimler-Chef Dieter Zetsche und dem früheren Thyssenkrupp-Chef Ekkehard Schulz auch Aufsichtsratschef Manfred Schneider. Bereits entschieden ist, dass Ex-SAP-Chef Werner Brandt künftig an der Spitze der Kontrolleure steht.

dpa

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