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KfW: Mehr Qualität bei Existenzgründungen

Konjunktur KfW: Mehr Qualität bei Existenzgründungen

Die gute Lage auf dem deutschen Arbeitsmarkt hat den Drang zur Selbstständigkeit im vergangenen Jahr gebremst. Das ist eigentlich eine gute Nachricht, findet die Förderbank KfW.

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Zentrale der KfW in Frankafurt am Main: Nach Zahlen der Förderbank ist die Zahl der Existenzgründungen in Deutschland auf den niedrigstem Stand seit 2002 gesunken.

Quelle: Frank Rumpenhorst/Archiv

Frankfurt/Main. In Deutschland haben im vergangenen Jahr so wenige Menschen den Schritt in die Selbstständigkeit gewagt wie seit 2002 nicht.

Die Zahl der Existenzgründer sank im Vergleich zum Vorjahr um 152 000 oder 17 Prozent auf 763 000, wie die KfW Bankengruppe in ihrer jährlichen Erhebung feststellt. "Die sehr gute Situation am Arbeitsmarkt hemmt die Gründungstätigkeit", erklärte der Chefvolkswirt des Förderinstituts, Jörg Zeuner, am Mittwoch in Frankfurt.

Zeuner kann den jüngsten Ergebnissen der repräsentativen Befragung mit 50 000 Teilnehmern durchaus Positives abgewinnen: Noch nie suchten so wenige Menschen mangels Erwerbsalternative ihr Heil in einem eigenen Unternehmen. Der Anteil sogenannter Notgründer erreichte mit 27 Prozent oder 207 000 Fällen ein historisches Tief. Nur zehn Prozent der Gründer waren vor dem Schritt in die Selbstständigkeit arbeitslos - so wenige wie nie.

Dominierend waren 2015 Existenzgründungen, die mit neuen Produkten und mehr Mitarbeitern erfahrungsgemäß bessere Überlebenschancen auf dem Markt haben. Fast jeden zweiten Gründer (377 000) zählt die KfW zu dieser Kategorie. "Das Gründungsgeschehen hat an Quantität verloren, aber strukturell an Qualität gewonnen", bilanzierte Zeuner.

Auffallend groß ist mit 160 000 (21 Prozent der Gründer) die Gruppe derer, die sich mit digitalen Angeboten ein Standbein schaffen wollen: App-Anbieter, Betreiber von Webportalen, Onlinehändler, Softwareentwickler oder Webdesigner.

Der Frauenanteil an allen Existenzgründungen liegt seit 2013 Jahr für Jahr bei 43 Prozent, häufig wagen sie den Schritt als Nebenerwerb.

Gründerhauptstadt in Deutschland ist im Vergleich der Bundesländer Berlin mit jährlich 26 Existenzgründungen je 1000 Erwerbsfähigen im Durchschnitt der Jahre 2013 bis 2015. Es folgen Hamburg (25 Gründer) und Hessen (23), das Bremen (18) auf den vierten Platz verdrängt. Auf den hinteren Plätzen der Rangliste finden sich die fünf ostdeutschen Länder sowie das Saarland, Schlusslicht ist Sachsen-Anhalt (7).

dpa

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