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Wirtschaft Kita, Klinik und Schule – Hier wird heute gestreikt
Nachrichten Wirtschaft Kita, Klinik und Schule – Hier wird heute gestreikt
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12:14 19.02.2019
"Wir sind es wert" ist der Slogan, mit dem die Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes für mehr Gehalt streiken. Quelle: Andreas Arnold/dpa
Berlin

“Wir sind es wert“ – das ist die klare Botschaft von Pädagogen, Klinikpersonal und Sachbearbeitern an ihre Arbeitgeber. Denn zahlreiche Mitarbeiter des Öffentlichen Dienstes sind weiterhin im Streikmodus. Sie fordern sechs Prozent mehr Einkommen und bessere Arbeitsbedingungen.

Um die Tarifverhandlungen zu unterstützen, hat die Gewerkschaft Verdi deshalb zu Warnstreiks aufgerufen. Die Verhandlungen zwischen Ländern und Gewerkschaften sollen am 28. Februar und 1. März fortgesetzt werden. Bis dahin soll es immer wieder Warnstreiks in Deutschland geben. Wo genau diese Woche gestreikt wird? Ein Überblick:

Lehrer und Psychiatrie-Mitarbeiter streiken in Karlsruhe

Mitarbeiter des Landes Baden-Württemberg treffen sich am Dienstag in Karlsruhe zu einer Kundgebung. Die Tarifangestellten des öffentlichen Dienstes wollen mit dem Warnstreik ihre Forderung nach mehr Einkommen unterstreichen. Die Gewerkschaften haben angestellte Lehrer sowie Mitarbeiter von psychiatrischen Zentren und weiteren Landeseinrichtungen zur Teilnahme aufgerufen.

Pädagogen und Verwaltungsangestellte streiken in Bremen

Im Tarifstreit des öffentlichen Dienstes will die Gewerkschaft Erziehung und Wissenschaft (GEW) in Bremen und Bremerhaven mit Warnstreiks an Schulen den Druck auf die Arbeitgeber erhöhen. Die GEW rechnet mit 500 bis 600 Teilnehmern, darunter Lehrer, Schulsozialpädagogen und Verwaltungsangestellte. Betroffen seien zwei Schulen, je eine in Bremerhaven und in Bremen. Am Mittag ist auf dem Bremer Marktplatz eine Kundgebung geplant. Bisher hätten die Arbeitgeber kein verhandlungsfähiges Angebot vorgelegt, bemängelte die GEW.

Medizinisches Personal streikt in Kiel

Bis zu 300 Teilnehmer erwartet die Gewerkschaft Verdi bei einem ganztägigen Warnstreik am Kieler Universitätsklinikum (UKSH). „Es wird am Dienstag zu Verzögerungen in den Abläufen kommen“, sagte Gewerkschaftssekretär Christian Godau. Nicht zwingende Operationen fielen möglicherweise aus, Notoperationen hingegen nicht. Auch eine Demonstration sei geplant.

Erzieher und Pflegekräfte streiken in Essen

In Nordrhein-Westfalen bleiben erneut einige Kitas der Arbeiterwohlfahrt geschlossen. Auch in Essener Ganztagsbetreuungen sollen Beschäftigte die Arbeit niederlegen. Am Montag hatten sich nach Verdi-Angaben landesweit rund 3500 Mitglieder an Warnstreiks beteiligt. Auch Seniorenzentren waren betroffen.

Die Awo NRW beschäftigt nach eigenen Angaben landesweit 65.000 Menschen in rund 3000 Einrichtungen, darunter 729 Kitas, 132 Seniorenzentren und 490 Offene Ganztagsbetreuungen.

Sachbearbeiter und Sozialarbeiter streiken in Berlin

Die Warnstreiks im öffentlichen Dienst gehen in Berlin weiter - wenn auch in kleinerem Stil. Die Gewerkschaft Verdi rief Beschäftigte in den Jugendämtern und Jugendfreizeiteinrichtungen - vor allem Sozialarbeiter - zu einem ganztägigen Warnstreik auf. Es soll eine Demonstration zum Dienstsitz des Finanzsenators Matthias Kollatz (SPD) geben.

Fahrgäste in Baden-Württemberg können erstmal aufatmen

Fahrgäste in Baden-Württemberg müssen sich vorerst auf keine weitere Warnstreiks bei privaten Busfirmen einstellen. Bis zu der für kommende Woche geplanten Urabstimmung seien keine weiteren Aktionen geplant, sagte Verdi-Verhandlungsführer Andreas Schackert. „Wir wollen nicht aus Prinzip die Muskeln spielen lassen - auf dem Rücken der Fahrgäste.“ Was danach kommt, ist allerdings noch offen. In dem festgefahrenen Tarifkonflikt stehen die Zeichen auf Streik. Würden die Gewerkschaftsmitglieder in der Urabstimmung kommende Woche zustimmen, wären unbefristete Ausstände möglich.

Von RND/dpa/lf

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