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Lage von Kaiser's Tengelmann-Krise spitzt sich weiter zu

Handel Lage von Kaiser's Tengelmann-Krise spitzt sich weiter zu

90 Millionen Euro Verlust in diesem Jahr und im kommenden Jahr dürfte es noch mehr werden, fürchtet die Geschäftsführung von Kaiser's Tengelmann. Auch an anderen Stellen wird die Luft für die von der Zerschlagung bedrohten Kette dünner. Hilft ein Spitzentreffen?

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Tengelmann-Filiale in Mülheim. Allein in diesem Jahr geht Kaisers Tengelmann von Verlusten ih Höhe von rund 90 Millionen Euro aus.

Quelle: Roland Weihrauch/Archiv

Berlin. Die Lage der von der Zerschlagung bedrohten Supermarktkette Kaiser's Tengelmann spitzt sich weiter zu. Die Geschäftsführer der angeschlagenen Gruppe rechnen allein in diesem Jahr mit Verlusten von rund 90 Millionen Euro, wie aus einem Brief des Managements an Eigentümer Karl-Erivan Haub vom 6. September hervorgeht, der der Deutschen Presse-Agentur vorliegt. " ... es bedarf keiner dezidierten Planung, dass sich dieses Ergebnis im kommenden Geschäftsjahr weiter deutlich verschlechtern wird", heißt es unter anderem in dem Schreiben.

Allerdings gibt es inzwischen Bewegung in der Sache. Grund für die Misere ist die festgefahrene Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Marktführer Edeka. Der Zusammenschluss liegt derzeit auf Eis und wird vor Gericht geklärt.

Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) hatte mit einer Ministererlaubnis ein Veto des Kartellamts gegen die umstrittene Fusion ausgehebelt. Das Oberlandesgericht Düsseldorf hatte diese Ministererlaubnis, gegen die Wettbewerber wie Rewe vorgegangen waren, dann gestoppt. Edeka und Gabriel sind anschließend vor den Bundesgerichtshof (BGH) gezogen. Der BGH will am 15. November eine erste Entscheidung treffen.

Doch bei einem Spitzentreffen kommende Woche wollen alle Beteiligten versuchen, die Krise doch noch zu entschärfen. Das Gespräch solle kurzfristig Anfang der Woche stattfinden, erfuhr dpa von einer mit der Sache vertrauten Person.

Neben den Vertretern Tengelmanns sollen auch Edeka, der Konkurrent Rewe und die Gewerkschaft Verdi mit am Tisch sitzen. Die "Süddeutsche Zeitung" (Samstag) hatte zuvor berichtet, Rewe-Chef Alain Caparros habe in einem Brief seine Gesprächsbereitschaft betont und erklärt, er stehe für ein Treffen zur Verfügung.

Bereits vergangene Woche war bekannt geworden, dass die Gewerkschaft Verdi auf ein Spitzengespräch dringt, um die drohende Zerschlagung der Kette mit rund 16 000 Beschäftigten noch abzuwenden. Der genaue Termin und der Ort des Treffens sind allerdings noch nicht bekannt. 

Haub hatte wegen der seit Monaten schleppenden Fusion von Kaiser's Tengelmann mit dem Marktführer Edeka mit dem Aus für die Supermarktkette gedroht. Der Brief der Tengelmann-Geschäftsführung an Haub unterstreicht nochmals die schwierige Lage für Tengelmann und die Beschäftigten. 

Habe es im Oktober 2014 noch 475 Filialen gegeben, werde die Zahl Ende 2016 auf 405 gesunken sein. Die Schließung weiterer 25 Filialen sei für 2017 bereits geplant. Zudem verliere man weiter Mitarbeiter. Das verunsichere auch die Vermieter der Filialen, die sich teilweise bereits nach Alternativen umsähen.

dpa

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