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Wirtschaft Leipzig: Fünf Monate warten auf den Handwerker
Nachrichten Wirtschaft Leipzig: Fünf Monate warten auf den Handwerker
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20:01 15.05.2018
„Politik muss für schnelles Internet und weniger Bürokratie sorgen“: Claus Gröhn, Präsident der Handwerkskammer Leipzig. Quelle: privat
Leipzig

Wer ein Haus bauen will oder für Reparaturen einen Handwerker braucht, sollte nicht zu lange warten: Die Auftragsbücher im Leipziger Handwerk sind voll. „Durchschnittlich haben die Betriebe zwölf Wochen Auftragsvorlauf“, sagte der Präsident der Handwerkskammer (HWK) Leipzig, Claus Gröhn, am Dienstag zur Vorstellung der Frühjahrsumfrage seiner Kammer.

Die Ergebnisse der Umfrage zeigen einen deutlichen Trend: Besonders viele Aufträge erhalten aktuell Handwerker im Baugewerbe. „Das Baugewerbe befindet sich in einem Hoch – die Nachfrage kann jedoch nicht so schnell bedient werden“, so Gröhn. Was gut für die Betriebe ist, macht sich bei den Wartezeiten der Kunden bemerkbar: Bis zu fünf Monate kann es dauern, bis sich der Handwerker um das persönliche Anliegen kümmert. Auch die Anpassung der Preise sei weiterhin erforderlich.

Angebot und Nachfrage driften auseinander

Eine Lösung des Problems sieht Gröhn in der Förderung des Nachwuchses. Schwere körperliche Arbeit sei heute nicht mehr attraktiv genug für junge Menschen – die Berufsausbildung im Baugewerbe habe kein sonderlich gutes Image. „Diese Arbeit muss mehr geachtet und geschätzt werden.“

Bürokratische Abläufe kosten Handwerksbetriebe sehr viel Zeit, erklärt der Kammerpräsident. „Die Politik ist hier gefragt – unnötige bürokratische Hürden müssen beseitigt und ein schnelleres Internet sollte gewährleistet werden, um mit der Digitalisierung voranzukommen.“

27 Prozent der Betriebe zufrieden mit Geschäftslage

Wie lange Kunden auf ihren Handwerker warten müssen, konnte nicht evaluiert werden. „Die Auftragsvorläufe sind in den Handwerksgruppen unterschiedlich. Gut dran ist, wer bereits „seinen“ Handwerker hat, mit dem er langfristig zusammenarbeitet“, sagte Christian Likos, der als Hauptabteilungsleiter der Bereiche Wirtschaft und Recht der HWK die Konjunktur beobachtet.

2200 von 11 800 Handwerksbetrieben in Leipzig und den Landkreisen wurden zu verschiedenen Indikatoren wie Geschäftslage, Entwicklung und Auftragslage befragt. 352 Betriebe nahmen an der Umfrage teil. 67 Prozent der Befragten bezeichneten ihre Geschäftslage als gut. 27 Prozent zeigten sich zufrieden. Sechs Prozent der Betriebe nahmen diese als schlecht wahr.

Das Sorgenkind der Kammer ist seit Jahren das Kfz-Gewerbe. Der Auslastungsgrad ist verhältnismäßig niedrig. „Die Unsicherheit bezüglich des Dieselverbots ist groß. Zudem steigen viele Stadtbewohner auf den öffentlichen Verkehr um – das macht sich hier bemerkbar“, sagte Likos.

Von Maria Sandig

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