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Lidl hebt Milchpreise an

Agrar Lidl hebt Milchpreise an

Mit massiven Protesten machten Milchbauern in den vergangenen Wochen auf ihre Situation aufmerksam. Beim Discounter Lidl zeigt dies nun eine erste Wirkung. Sind höhere Preise auf breiter Front in Sicht?

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Lidl zahlt nach den massiven Protesten von Bauern wegen der stark gesunkenen Milchpreise jetzt deutlich mehr für den Liter.

Quelle: Frank May/Archiv

Neckarsulm/Berlin. Nach den massiven Protesten von Bauern wegen der stark gesunkenen Milchpreise zahlt der Discounter Lidl mehr für den Liter. Man werde zum 1. Oktober die Einkaufspreise für konventionelle Trinkmilch deutlich anheben, teilte der Einzelhändler auf Anfrage mit.

Anstehende Preisverhandlungen mit Produzenten und Molkereien würden zudem ausgesetzt und bestehende Verträge fortgeschrieben. Das betreffe Produkte wie Quark, Kondensmilch, Sahne und Buttermilch, sagte eine Sprecherin und bestätigte einen Bericht der "Heilbronner Stimme". Lidl wolle damit einen Beitrag für mehr Stabilität und Sicherheit leisten.

Der Deutsche Bauernverband (DBV) hatte zuvor mitgeteilt, dass Lidl den Einkaufspreis um fünf Cent erhöhen werde. Der Discounter machte zur genauen Summe "aus Wettbewerbsgründen" keine Angaben. Bei der Lidl-Konkurrenz gibt es keine Auskunft über vergleichbare Schritte. Zu Einkaufspreisen nehme man keine Stellung, hieß es auf Anfrage bei Aldi Nord und Süd.

"Dieses Signal seitens Lidl ist ein weiterer Schritt, um angesichts der angespannten Lage auf den Agrarmärkten unsere Milcherzeuger zu unterstützen", sagte DBV-Präsident Joachim Rukwied. Jetzt komme es darauf an, dass auch weitere Lebensmittel-Einzelhändler diesem Schritt folgen. Er erwarte, dass auch für andere Molkereiprodukte ein entsprechendes Verantwortungsbewusstsein gezeigt werde, so Rukwied.

Wegen der weltweiten Überproduktion sind die Erzeugerpreise für Milch eingebrochen, nach Angaben des Bundesverbands Deutscher Milchviehhalter (BDM) sank der deutsche Milchpreis im Schnitt seit Ende 2013 von 41 auf 28 Cent. Zu diesem Preisverfall kam es auch vor dem Hintergrund der im April ausgelaufenen Milchquote und der damit verbundenen Mengenregulierung in der EU. Mit dem aktuellen Preis können die Bauern nach eigener Darstellung ihre Kosten nicht mehr decken - mindestens 40 Cent seien nötig.

Lidl hatte im August angekündigt, den Einkaufspreis für Milch stabil zu halten. Auch bei Aldi Süd hieß es damals, man sei in Gesprächen mit dem Deutschen Bauernverband.

Die Arbeitsgemeinschaft bäuerliche Landwirtschaft (AbL) forderte Lidl auf, eine "echte Preiswende" einzuleiten und Druck auf die Molkereien auszuüben. Die Handelsketten müssten dafür sorgen, dass mit den höheren Ladenpreisen letztlich nicht vor allem Billigexporte der Molkereiwirtschaft bezahlt werden, sagte der stellvertretende AbL-Bundesvorsitzende Ottmar Ilchmann: "Lidl sollte von den Molkereien als Gegenleistung kurzfristige Maßnahmen zur Mengenreduzierung in dem übervollen Milchmarkt verlangen."

Die Molkereien sollten dazu gedrängt werden, einen Bonus an diejenigen Milcherzeuger zu zahlen, die für eine gewisse Zeit weniger Milch abliefern, und so dazu beitragen, von den preisdrückenden Überschüssen wegzukommen, sagte Ilchmann. "Ohne Druck auf die Molkereien und auf die Bundesregierung werden wir keine echte Preiswende bekommen. Die aber ist bitter notwendig."

dpa

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