Volltextsuche über das Angebot:

3 ° / -6 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Lokführer kündigen nach Rekordstreik bei der Bahn "Pause" an

Tarife Lokführer kündigen nach Rekordstreik bei der Bahn "Pause" an

Nach dem bisher längsten Streik bei der Deutschen Bahn hat die Lokführergewerkschaft GDL eine "Pause" angekündigt. "Das Land und die Bahnkunden haben jetzt eine Pause verdient - und die Bahn eine Nachdenkpause zum Reagieren", sagte GDL-Chef Claus Weselsky der "Frankfurter Allgemeinen Sonntagszeitung" (F.

Voriger Artikel
Tarifkonflikt bei der Post eskaliert
Nächster Artikel
Varoufakis optimistisch bei Treffen der Euro-Finanzminister

GDL-Chef Weselsky (r) spricht vor dem Leipziger Hauptbahnhof mit Lokführern und Gewerkschaftsmitgliedern.

Quelle: Lukas Schulze

Berlin/Frankfurt/Main. F.A.S.). Zugleich betonte Weselsky, die GDL bleibe streikbereit.

Die Gewerkschaft beendete am Sonntagmorgen um 9.00 Uhr wie angekündigt nach einer Woche den bereits achten Ausstand im aktuellen Tarifstreit. Die Rückkehr zum normalen Fahrplan sei gut angelaufen, teilte die Bahn mit. Vor allem im Fernverkehr blieb am Sonntag aber noch ein Ersatzfahrplan in Kraft. Im Güterverkehr sei voraussichtlich noch bis Mitte der Woche mit Auswirkungen zu rechnen.

Bahnchef Rüdiger Grube wollte dem Vernehmen nach hinter den Kulissen nach neuen Lösungsmöglichkeiten in dem Streit suchen. Weselsky hatte die jüngste Initiative Grubes, den früheren Ministerpräsidenten Brandenburgs, Matthias Platzeck (SPD) als Vermittler einzusetzen, zurückgewiesen. Spitzenpolitiker aus CDU und SPD sowie Wirtschaftsverbände kritisierten das Vorgehen der GDL scharf.

Nähere Angaben zur Länge der Streik-"Pause" machte Weselsky zunächst nicht. Er forderte, die Bahn müsse aufhören, die GDL in eine Tarifeinheit mit der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG zu zwingen. "Ansonsten ist nach dem Streik ganz schnell wieder vor dem Streik." Die GDL will in dem seit Monaten stockenden Tarifkonflikt für alle Berufsgruppen des Zugpersonals eigene Tarifverträge erstreiten. Die Bahn peilt für GDL und EVG inhaltlich gleiche Vereinbarungen an.

Der einwöchige Ausstand sei ein "absoluter Erfolg" gewesen, sagte Weselsky der "Saarbrücker Zeitung" (Samstag). Die Passagiere hätten viel Verständnis für die Positionen der Gewerkschaft aufgebracht. Täglich hätten sich mehr als 3300 Mitglieder an dem Streik beteiligt und damit wesentlich mehr als bei den bisherigen Ausständen.

Die EVG drohte ihrerseits damit, den Personenverkehr lahmzulegen. Ihr Vorsitzender Alexander Kirchner sagte der "F.A.S.", es gebe noch zwei Verhandlungstermine im Mai, dann müsse ein Abschluss erreicht sein. "Wenn wir nicht vorankommen, schließen wir Streik nicht aus. Aber wir streiken nicht, nur weil andere streiken."

Um Arbeitskämpfe bei der Bahn in Zukunft zu vermeiden, plädierte der ehemalige Bundesverkehrsminister Peter Ramsauer (CSU) dafür, alle 20 000 Lokführer zu verbeamten. "Der exzessive Streik der GDL ist eine ungewollte Folge der Bahnreform", sagte der Vorsitzende des Wirtschaftsausschusses im Bundestag der "Bild am Sonntag". "Wir dürfen unser Land nicht lahmlegen lassen." Auch der CDU-Arbeitnehmerflügel sprach sich für eine Verbeamtung aus. Zudem forderte der Bundesvize der Christlich Demokratischen Arbeitnehmerschaft (CDA), Christian Bäumler, bei "Handelsblatt Online" eine Rücknahme der Bahnprivatisierung.

Lokführer mit Beamtenstatus, derzeit rund 5000, fallen nicht unter den Tarifvertrag und dürfen nicht streiken. Sie wurden noch vor der Privatisierung der Bahn 1994 eingestellt.

Der Vorsitzende der Gewerkschaft IG BCE, Michael Vassiliadis, kritisierte die GDL in einem Beitrag für den "Tagesspiegel" (Montag) scharf. "Der Horizont solcher Spartengewerkschaften ist so klein wie ihre Mitgliedschaft", schrieb Vassiliadis. Ein Streik, der sich gegen eine andere Gewerkschaft richte, sei ein "Spaltpilz".

SPD-Fraktionschef Thomas Oppermann warf GDL-Chef Weselsky in der "Neuen Passauer Presse" vor, das Streikrecht aus "persönlichen Machtinteressen" zu missbrauchen. Unionsfraktionschef Volker Kauder (CDU) warnte im Sender SWR2 vor Folgen für den Standort Deutschland. Die Wirtschaft schätzt den Schaden durch den Streik auf einen mittleren dreistelligen Millionen-Euro-Betrag.

Weselsky wies die Vorwürfe zurück. Er handele nur im Auftrag seiner Organisation. Zugleich forderte er, die Bundesregierung als Eigentümer der Bahn müsse "den unbelehrbaren DB-Vorstand mäßigen".

Der Ausstand hatte im Güterverkehr am Montag und im Personenverkehr am Dienstag begonnen. Vor allem in Ostdeutschland, wo die GDL stärker organisiert ist, rollten nur etwa 15 Prozent der Züge. Im Westen waren es bis zu zwei Drittel. In Ballungszentren war zudem der S-Bahn-Verkehr betroffen.

Knackpunkt in dem Tarifkonflikt war zuletzt die Eingruppierung der Lokrangierführer im Tarifgefüge der Bahn. Die GDL kritisiert, die Bahn wolle diese Kollegen, die etwa für das Koppeln und Entkoppeln von Zügen zuständig sind, niedriger einstufen als Mitarbeiter auf der Strecke. Beim Thema Gehaltserhöhung lagen Bahn und GDL hingegen kaum noch auseinander.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 10.932,50 +1,46%
TecDAX 1.716,00 +0,92%
EUR/USD 1,0715 -0,02%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

THYSSENKRUPP 22,79 +3,35%
VOLKSWAGEN VZ 125,23 +3,03%
BMW ST 85,64 +2,57%
RWE ST 11,89 -0,83%
FRESENIUS... 68,43 -0,29%
FMC 74,88 -0,03%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 159,95%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 113,23%
Fidelity Funds Glo AF 91,70%
Morgan Stanley Inv AF 91,29%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr