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Wirtschaft Lokführer streiken bis Sonntag durch
Nachrichten Wirtschaft Lokführer streiken bis Sonntag durch
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17:53 16.05.2015
Grube hat einen «Plan B». Quelle: Bernd von Jutrczenka/Archiv
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Berlin/Frankfurt/Main

Die Frage nach weiteren Streiks ließ er noch unbeantwortet. Die Fahrgäste müssen sich auch am Wochenende auf ausgedünnte Fahrpläne einrichten und die Folgen des bislang längsten Streiks in der Geschichte der Deutschen Bahn AG ertragen. Auch nach dem geplanten Streikende gibt es laut Bahn nicht sofort das gewohnte Vollangebot, weil zunächst noch nicht alle Züge dort stehen, wo sie gebraucht würden.

Im Fernverkehr will die Bahn am Sonntag rund 300 der sonst üblichen 800 Züge einsetzen. Etwa 50 davon müssten kurzfristig eingeplant werden und stünden erst zwei Stunden vor Abfahrt im Internet-Fahrplan. Das Schienennetz sei "offen und befahrbar", gab die für die Infrastruktur zuständige DB Netz AG zumindest grundsätzlich grünes Licht.

Die Güterbahn DB Schenker Rail nannte keinen exakten Zeitpunkt bis zum Normalbetrieb. Die abgestellten Güterzüge würden möglichst schnell abgefahren, sagte ein Sprecher in Frankfurt. Bei der vorherigen, kürzeren Streikwelle habe man für das "Aufräumen" bis zur Wochenmitte gebraucht. Nach Unternehmensangaben sollten an den insgesamt sieben Streiktagen im Güterverkehr jeweils rund zwei Drittel der sonst üblichen Züge fahren. Besonders wichtige und zeitkritische Güter wie zum Beispiel Teile für die Autoindustrie seien dabei bevorzugt worden.

Bahnchef Rüdiger Grube hat in dem seit Monaten festgefahrenen Tarifkonflikt eine zweite Initiative angekündigt, nachdem sein Vermittler Matthias Platzeck von der GDL abgelehnt worden ist. Noch vor Streikende werde er "die nächste Stufe zünden", sagte Grube laut einem Bericht der "Stuttgarter Zeitung" am Donnerstagabend in Esslingen. Grube dämpfte aber zugleich die Erwartungen an seinen "Plan B": "Die Lösung wird es nicht sein." Aus Konzernkreisen hieß es, am Freitag und am Wochenende sei keine Pressekonferenz oder andere öffentliche Ankündigung zu erwarten. Offenbar will Grube hinter den Kulissen versuchen, den Gesprächsfaden wieder aufzunehmen.

Die deutsche Industrie hat den 138 Stunden langen Streik im Güterverkehr offenbar ohne größere Produktionsausfälle überstanden. Die besonders vom Schienentransport abhängigen Unternehmen der Auto- und Chemiebranche hatten sich nach Angaben ihrer Verbände intensiv auf die Transportprobleme vorbereitet. Auch die Hochöfen der Stahlindustrie mussten nicht heruntergefahren werden. Zur Höhe der zusätzlichen Kosten machten die Verbände am Freitag keine Angaben. Der Verband der Automobilindustrie (VDA) und der Chemischen Industrie (VCI) beklagten die mit jedem Streiktag stärker steigenden Logistikkosten, die mit dem Umstieg auf Privatbahnen, Binnenschiffe oder Lastwagen verbunden waren.

Die GDL-Lokführer bestreiken in dem Tarifkonflikt zum achten Mal deutschlandweit den Zugbetrieb der Deutschen Bahn. Der Ausstand soll noch bis Sonntagmorgen dauern. Es geht der GDL grundsätzlich um eigene Tarifverträge für das gesamte Zugpersonal. Während die Bahn nur die gleichen Bedingungen wie mit der größeren Konkurrenzgewerkschaft EVG akzeptieren will, drängen die Lokführer auf Abweichungen etwa bei der Arbeitszeit.

dpa

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