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Nachrichten Wirtschaft Lufthansa sagt für Freitag 830 Flüge ab
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15:39 24.11.2016
Viele Lufthansa-Maschinen werden auch am Freitag am Boden bleiben. Quelle: afp
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Frankfurt/Main

Am Freitag werden die Piloten bei der Lufthansa den dritten Tag in Folge die Arbeit niederlegen. Wieder sind Zehntausende Passagiere betroffen. Und Bewegung ist in dem Tarifstreit weiterhin nicht in Sicht.

Wegen des fortgesetzten Pilotenstreiks hat die Lufthansa für diesen Freitag 830 Flüge abgesagt. Betroffen sind nahezu ausschließlich die Kurz- und Mittelstrecken mit rund 100 000 Passagieren, wie das Unternehmen am Donnerstag in Frankfurt mitteilte. Die Langstrecke werde „nahezu planmäßig durchgeführt“. „Insgesamt sind an den drei Streiktagen mehr als 315.000 Passagiere von 2618 Flugausfällen betroffen.“

„20 Prozent mehr Lohn sind nicht möglich“

Der Konzern forderte die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) mit Nachdruck dazu auf, einer Schlichtung zuzustimmen. „Wir sind als Vorstand für mehr als 120.000 Mitarbeiter verantwortlich und wollen Lufthansa zukunftsfähig aufstellen. Das wird mit einer Forderung von 20 Prozent mehr Lohn nicht möglich sein“, sagte Lufthansa-Vorstandsmitglied Harry Hohmeister der Mitteilung zufolge.

Im bis Anfang 2014 zurückreichenden Tarifkonflikt hatte Lufthansa den Piloten zuletzt ein Lohnplus von 2,5 Prozent bis Ende 2018 angeboten. Die Vereinigung Cockpit lehnt das ab. Sie verlangt Tariferhöhungen von insgesamt 22 Prozent für die Zeit bis einschließlich April 2017.

Jeder Streiktag kostet angeblich zehn Millionen Euro

Bereits am Donnerstag wurden wegen des Streiks 912 Verbindungen gestrichen, am Mittwoch waren 876 gewesen. Flüge der Billigtöchter Eurowings und Germanwings sowie der Konzerngesellschaften AUA, Swiss, Brussels und Air Dolomiti waren nicht betroffen.

Die Forderungen der VC nannte Hohmeister „abstrus“ und „völlig unakzeptabel“. Schon jetzt zahle Lufthansa den Piloten mehr als bei anderen Airlines üblich. Es gehe darum, die Fluggesellschaft zukunftsfähig aufzustellen. Man sei auch den 120 000 anderen Mitarbeitern verpflichtet.

Cockpit lehnt eine Schlichtung ab

Hohmeister sagte, er hoffe auf eine schnelle Rückkehr an den Verhandlungstisch und erneuerte den Vorschlag einer Schlichtung. Jeder Streiktag koste Lufthansa rund zehn Millionen Euro. Hinzu komme ein Imageschaden, der nicht genau zu beziffern sei. „Wir merken das aber in unseren mittelfristigen Buchungszahlen.“

VC verteidigt das eigene Vorgehen damit, dass das Lufthansa-Management weiter keinerlei Bewegung zeige und kein verhandlungsfähiges Angebot übermittelt habe. Sprecher Jörg Handwerk warf dem Vorstand eine „kompromisslose Unternehmenspolitik“ vor. Die Piloten lehnen eine Schlichtung bisher ab und kritisieren das aus ihrer Sicht zu niedrige Angebot der Lufthansa.

Bahn verzichtet auf Zusatzzüge

Trotz des Lufthansa-Streiks will die Deutsche Bahn auch am Freitag keine Sonderzüge einsetzen. „Das ist nicht geplant“, sagte ein Bahnsprecher am Donnerstag. Die zusätzlichen Lufthansa-Passagiere könnten mit den regulären Zügen befördert werden.

An mehreren Knotenpunkten stünden – wie immer – Ersatzzüge bereit, die im Bedarfsfall eingesetzt werden könnten. „Das ist aber nicht absehbar“, betonte der Sprecher. Er wies zugleich auf die übliche große Nachfrage am Freitagnachmittag hin und riet zu einer Sitzplatzreservierung.

Für diesen Freitag hat die Lufthansa 830 Flüge abgesagt, weil die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) den dritten Tag in Folge zu einem Streik aufgerufen hat. Betroffen seien nahezu ausschließlich die Kurz- und Mittelstrecken mit rund 100.000 Passagieren, teilte das Unternehmen mit.

Nach Angaben der Lufthansa wurden am Mittwoch rund 2200 Flugtickets in Bahnfahrscheine umgewandelt. Eine ähnliche Größenordnung sei für Donnerstag zu erwarten, sagte eine Sprecherin. Die Bahn befördert im Fernverkehr täglich etwa 360.000 Fahrgäste. Der Bahnsprecher wies darauf hin, dass die meisten Inlandsflüge inzwischen von Töchtern der Lufthansa abgewickelt werden, die derzeit nicht bestreikt würden.

Der Fernbusanbieter Flixbus spricht von einer steigenden Nachfrage auf Metropolverbindungen wie Berlin-München und Frankfurt-Paris. Dort gebe es bis zu zehn Prozent mehr Buchungen als sonst, teilte das Unternehmen auf Anfrage mit.

Von dpa/RND

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