Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Manager in Deutschland bleiben optimistisch
Nachrichten Wirtschaft Manager in Deutschland bleiben optimistisch
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
16:45 24.09.2015
Jeden Monat befragt das Ifo Institut 7000 Unternehmen nach ihrer aktuellen Lage und ihren Erwartungen für die kommenden sechs Monate. Quelle: Felix Kästle
Anzeige
München/Düsseldorf

Die deutsche Wirtschaft stemmt sich trotz konjunktureller Alarmsignale weiter gegen den Wind.

Der Ifo-Index als wichtiges Stimmungsbarometer aus den Chefetagen der Unternehmen legte im September erneut leicht zu.

Besonders der Handel geht von guten Geschäften aus und hob seine Umsatzprognose für das laufende Jahr an. Statt mit bislang 1,5 Prozent rechnet der Handelsverband Deutschland nun für 2015 mit einem Umsatzplus von zwei Prozent. Gedrückt wird die Stimmung der Verbraucher aber von Sorgen über den Flüchtlingsstrom.

Der erneute Anstieg des Ifo-Index kam für Konjunkturexperten überraschend: Seit Monaten rechnen sie unter anderem wegen der Wirtschaftsflaute in China und anderen Schwellenländern und der Nervosität an den Finanzmärkten mit einem Stimmungsumschwung. Stattdessen legte der Index leicht auf 108,5 Punkte zu. "Die deutsche Wirtschaft zeigt sich robust", sagte Ifo-Präsident Hans-Werner Sinn am Donnerstag in München.

Ihre Lage beurteilten die rund 7000 befragten Firmen im September zwar schlechter als im Vormonat. Die Aussichten für die kommenden sechs Monaten fielen jeder besser aus.

Allerdings ist der VW-Skandal in dem September-Index noch nicht berücksichtigt, da ein Großteil der Antworten aus den Firmen regelmäßig in der ersten Monatshälfte beim Ifo-Institut eingeht.

Die Sorgen um die Marke "Made in Germany" würden sich daher erst in der Oktober-Befragung des Ifo-Instituts niederschlagen, sagte Thomas Gitzel, Chefökonom der VP Bank Gruppe. "Wir sollten uns aber nichts vormachen: Der Abgasskandal trifft ins Mark der deutschen Industrie. In den Chefetagen der deutschen Unternehmen sorgt man sich um das gute Image deutscher Produkte."

Bei den Verbrauchern wachsen bereits Sorgen über die weitere Entwicklung der Wirtschaft: Das Konsumklima in Deutschland kühlt sich ab. Immer mehr Verbraucher rechnen inzwischen mit einer Schwächephase der deutschen Wirtschaft und befürchten, weniger Geld im Portemonnaie zu haben, wie die Nürnberger Gesellschaft für Konsumforschung (GfK) berichtete.

"Die Konjunkturerwartung ist erfahrungsmäßig immer stark geprägt von Medienthemen, und da war natürlich zuletzt vor allem die Flüchtlingskrise präsent", sagte GfK-Experte Rolf Bürkl der Deutschen Presse-Agentur. "Die Verbraucher fühlen sich verunsichert." So habe beispielsweise die Zahl der Bürger, die eine steigende Arbeitslosigkeit in Deutschland erwarteten, in den vergangenen beiden Monaten sprunghaft zugenommen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Vielen Flüchtlingen droht in Deutschland erst einmal die Arbeitslosigkeit. Das werde 2016 auch in der Arbeitslosenstatistik Spuren hinterlassen, prognostizieren Forscher. Allerdings werde die gute Konjunktur den Anstieg abfedern.

24.09.2015

Im Frankfurter Landgericht war alles angerichtet für einen Prozess um millionenschwere Betrügereien mit Immobilien. Doch bereits der erste Befangenheitsantrag hat das Strafverfahren gegen die Drahtzieher der S&K-Gruppe verzögert.

24.09.2015

Die Abgas-Affäre bei VW hat die Ära Winterkorn jäh beendet. Vor der Aufsichtsratssitzung am Freitag wird die Nachfolge nicht entschieden. Doch längst sind Namen in der Welt. Aber ist wirklich nur VW betroffen? Die Grünen fordern Prüfungen auch bei anderen Herstellern.

24.09.2015
Anzeige