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Massive Proteste gegen Siemens-Jobabbau

Elektro Massive Proteste gegen Siemens-Jobabbau

Tausende Siemens-Beschäftigte haben ihrem Ärger über die neuen Stellenabbau-Pläne des Elektrokonzerns Luft gemacht. An vielen deutschen Standorten des Unternehmens kamen sie zu Demonstrationen und Kundgebungen zusammen und sammelten Unterschriften gegen die Kürzungen.

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Mit Demonstrationen setzen sich die Siemens-Beschäftigten gegen den Abbau weiterer 2200 Arbeitsplätze in Deutschland zur Wehr.

Quelle: Elke Richter

München/Berlin/Duisburg. Die IG Metall, die zu dem bundesweiten Aktionstag unter dem Motto "Standort D stärken - Margenwahn stoppen!" aufgerufen hatte, sprach am Mittag von mehr als 6000 aktiven Teilnehmern. Mehrere zehntausend Beschäftigte dürften zudem über Flugblattaktionen, Infostände und Betriebsversammlungen erreicht worden sein, sagte ein IG-Metall-Sprecher in München.

Mit dem Aktionstag wollten sich die Beschäftigten gegen den Abbau weiterer 2200 Arbeitsplätze in Deutschland zur Wehr setzen, den Siemens-Chef Joe Kaeser Anfang Mai verkündet hatte.

Damit reagiert der Konzern auf die anhaltenden Probleme im Stromerzeugungsgeschäft und die Ertragsschwäche in einigen Geschäftseinheiten. Weltweit stehen deshalb noch einmal 4500 Jobs auf der Kippe - nachdem der Konzernumbau und die Schwierigkeiten im Energiegeschäft bereits tausende Arbeitsplätze kosten.

Kaeser hält die Kürzungen für unvermeidlich. Diese würden aber "überlegt und sozialverträglich" verwirklicht, sagte der Siemens-Chef der Deutschen Presse-Agentur. Hintergrund dieser "zweiten Welle" sei die neue Situation im Stromerzeugungsgeschäft.

In Deutschland ist im Wesentlichen vor dem Hintergrund der Energiewende die Nachfrage für große Gaskraftwerke eingebrochen. Und auch im restlichen Europa ist es so, dass durch das geringe Wachstum dieser Länder und eine höhere Energieeffizienz der Bedarf insgesamt sinkt", sagte Kaeser. Deshalb sei der europäische und deutsche Markt für fossile, große Turbinen "nicht mehr existent". Das Unternehmen müsse "entsprechend eingreifen".

Schwerpunkte der Protestaktionen waren Duisburg, Berlin und Nürnberg. In Berlin kündigte Siemens-Gesamtbetriebsratschefin Birgit Steinborn dem Management einen entschlossenen Einsatz für die Arbeitsplätze an. "Wir brauchen Innovation und Motivation statt Kosteneinsparungen und Personalabbau", rief Steinborn der Belegschaft bei einer Kundgebung zu. "Darum werden wir kämpfen wie die Bären."

Nach Angaben der IG Metall versammelten sich vor der Berliner Siemens-Verwaltung rund 1500 Beschäftigte, um gegen Kürzungspläne des Vorstands zu demonstrieren. Bisher waren Arbeitnehmervertreter davon ausgegangen, dass an dem Standort insgesamt rund 800 Jobs im Gasturbinen-Werk auf der Kippe stehen, nun wird der Wegfall weiterer 600 Arbeitsplätze im Schaltwerk von Siemens befürchtet. Ein Unternehmenssprecher wollte dies nicht näher kommentieren, sagte aber: "Ich kann diese Angaben nicht nachvollziehen."

In Duisburg protestierten nach Gewerkschaftsangaben rund 3000 Beschäftigte gegen die geplanten Kürzungen, und in Nürnberg weitere 1200 Beschäftigte. Dabei warnte Bayerns IG-Metall-Bezirkschef Jürgen Wechsler davor, zugunsten kurzfristiger Sparmaßnahmen zentrale Bereiche im Kerngeschäft von Siemens zu schwächen. Das sei ein "Spiel mit dem Feuer", mahnte Wechsler.

Der NRW-Bezirkschef der IG Metall, Knut Giesler, kündigte bei der Kundgebung in Duisburg an, die Gewerkschaft werde den befürchteten Abbau von 950 Siemens-Stellen allein in Mülheim nicht hinnehmen. Es sei eine Provokation, wenn sich der Konzern vor einer Woche noch mit dem milliardenschweren Verkauf von Gaskraftwerken und Windparks nach Ägypten als größten Einzelauftrag in der Firmengeschichte gebrüstet habe und dann die Schraube beim Personal anziehe.

dpa

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