Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Medienmogul Murdoch reicht das Zepter weiter
Nachrichten Wirtschaft Medienmogul Murdoch reicht das Zepter weiter
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
11:55 17.06.2015
Rupert Murdoch gibt den Chefposten bei 21st Century Fox an seinen Sohn James ab. Quelle: Andrew Gombert
Anzeige
New York

Der 42-Jährige wird bereits ab Juli den Spitzenjob des Vorstandsvorsitzenden antreten, wie das Unternehmen mitteilte. Auch Murdochs älterer Sohn Lachlan wird befördert. Gemeinsam mit seinem Vater soll der 43-Jährige künftig den Verwaltungsrat führen.

Damit bestätigt sich, was von etlichen US-Medien bereits in der Vorwoche berichtet worden war - der Milliardär und Unternehmer teilt die Macht mit der jüngeren Generation und stellt die Weichen für seine Nachfolge. Allerdings zweifeln viele Beobachter, ob der als kontrollierend geltende Altmeister die Fäden beim Medienkonzern, zu dem auch der deutsche Bezahlsender Sky gehört, in der neuen Konstellation wirklich aus der Hand geben wird.

"Lachlan und James sind beide versierte und verdiente Manager. Zusammen [...] werden wir uns anstrengen, unser Unternehmen in Zeiten des dynamischen Wandels unserer Branche zu neuen Ebenen des Wachstums [...] zu führen", ließ Rupert Murdoch verlauten. Die neue Aufgabenverteilung verspricht formal Teamwork in Führungsfragen. Dabei erhält auch Lachlan, obwohl ohne Vorstandsposten, viel Einfluss - die untere Managementebene berichtet an ihn und James gemeinsam.

Die Personalrochade an der Konzernspitze rückt vor allem Rupert Murdochs rechte Hand Chase Carey in den Hintergrund. Der 61-Jährige leitete bis zuletzt als COO das operative Geschäft im Vorstand, James Murdoch war bislang sein Vize. Carey soll noch bis zu seinem Vertragsende Mitte 2016 Mitglied des Verwaltungsrats bleiben. "Er wird aktiv eingebunden sein, um Lachlan und James in ihren neuen Rollen zu unterstützen", teilte Rupert Murdoch mit.

Neben zahlreichen Fernsehsendern gehört zum Murdoch-Konzern das Filmstudio 20th Century Fox. Das Geschäft mit Zeitungen wie dem Flaggschiff "Wall Street Journal" und Büchern wurde vor zwei Jahren unter dem Druck von Investoren in die Schwestergesellschaft News Corp abgespalten, wo Rupert Murdoch weiter den Hut auf hat. Vorausgegangen war ein Abhörskandal bei der britischen Sonntagszeitung "News of the World", die später eingestellt wurde.

Dieser Fall, bei dem Reporter Handy-Mailboxen von Prominenten angezapft oder Polizisten für Informationen bezahlt haben sollen, machte auch James Murdoch zu schaffen. Er war damals für die Printgeschäfte in Großbritannien verantwortlich. Ermittlungsberichte konnten aber keine eindeutigen Belege für ein Fehlverhalten seinerseits finden. Für Fox war der Imageschaden so groß, dass die Übernahme der britischen Senderkette BSkyB abgeblasen werden musste.

Rupert Murdoch hatte 1953 im Alter von 22 Jahren von seinem Vater zwei Tageszeitungen und einen Radiosender in Australien geerbt. Er übernahm nach und nach weitere Blätter und stieg zu einem nationalen Schwergewicht auf. In den 1960ern wagte er den Sprung nach Großbritannien, in den 70ern folgten die USA. Zuerst kaufte er wieder Zeitungen, später das Filmstudio 20th Century Fox und schließlich stieg er ins Fernsehgeschäft ein. Zuletzt schätzte das Magazin "Forbes" sein Vermögen auf 13,3 Milliarden Dollar.

Murdoch gilt als Medienzar der alten Schule - kontrollierend, stur und aggressiv in geschäftlichen Dingen. Sein großer Traum vom weltumspannenden Firmenimperium scheiterte jedoch im vergangenen Jahr. Mit der Übernahme von Time Warner, die ihm Namen wie CNN oder HBO gebracht hätte, wollte Murdoch sein Lebenswerk krönen. Doch er biss mit einem Angebot über 80 Milliarden Dollar auf Granit und zog sich dann enttäuscht zurück.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Mieter haben bei ihren Wohnungsunternehmen immer weniger Schulden. Die Rückstände lagen im vergangenen Jahr bei 402 Millionen Euro und damit 2,2 Prozent niedriger als 2013, wie der Bundesverband deutscher Wohnungs- und Immobilienunternehmen (GdW) am Mittwoch in Berlin mitteilte.

17.06.2015

Der Aufschwung im Gastgewerbe in Deutschland hält an: Im April 2015 setzten Gaststätten, Hotels und Caterer in konstanten Preisen (real) 1,6 Prozent und nominal 4,6 Prozent mehr um als ein Jahr zuvor.

17.06.2015

Der Industriegas-Hersteller Linde macht nach einem behäbigen Jahresauftakt Hoffnung auf bessere Geschäfte. "Das zweite Quartal ist bereits besser - das haben wir im April und im Mai gesehen", sagte Vorstandschef Wolfgang Büchele der "Financial Times" (Mittwoch).

17.06.2015
Anzeige