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09:40 16.08.2015
Nach ihrem Abitur beginnen die meisten Schüler ein Studium, weit weniger entscheiden sich für eine Lehre. Quelle: Matthias Balk
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Nürnberg

Das heißt aber noch lange nicht, dass die Anwärter auch alle fündig werden. Denn wie in den Vorjahren dürfte es wieder einen Ansturm auf einige wenige Berufe geben, die zudem regional unterschiedlich verteilt sind, wie Hans Dietrich vom Institut für Arbeitsmarkt- und Berufsforschung (IAB) in Nürnberg der Deutschen Presse-Agentur sagte.

Während beispielsweise in Berlin, Nordrhein-Westfalen und Hessen nach Daten der Bundesagentur nicht jedem gemeldeten Bewerber eine betriebliche Ausbildung angeboten werden kann, gab es im Juli in Thüringen, Mecklenburg-Vorpommern, Bayern, Baden-Württemberg und Hamburg deutlich mehr Stellen als gemeldete Bewerber. Auch dort werden aber sowohl Ausbildungsplätze unbesetzt bleiben als auch junge Leute leer ausgehen, weil für sie im Wunschberuf keine Stelle frei ist und viele nicht zum Umzug oder zu einer alternativen Ausbildung bereit sind.

Für eine abschließende Bewertung ist es noch zu früh - die könne erst vorgenommen werden, wenn auch die Nachvermittlung abgeschlossen ist, wie Dietrich sagte. So wechseln manche Bewerber kurzfristig noch einmal den Ausbildungsplatz oder lösen die Verträge wieder, weil sie doch noch eine Zusage für eine weitere Schulausbildung oder ein Studium bekommen haben. "Die echten Abschlusszahlen werden meistens erst zum Ende des Jahres erfasst, weil da bis zum Dezember hin noch einiges an Dynamik drin ist." 

Vergleichsweise wenig Interesse zeigten die Bewerber bisher an einer Ausbildung im Hotel- und Gaststättengewerbe, am Bau sowie in zahlreichen Handwerksberufen. Auch die Berufskraftfahrer plagen wie in den Vorjahren Nachwuchssorgen. Dagegen sind Ausbildungsstellen in Büro- und Verwaltungsberufen, in der Tierpflege, in Medien- und gestalterischen Berufen gefragt. Zur Hitliste der beliebtesten Berufe gehörten im vergangenen Ausbildungsjahr beispielsweise auch Verkäufer, Kfz-Mechatroniker und Industriemechaniker. Gut ein Drittel der jungen Leute entschieden sich für einen der zehn gefragtesten Berufe - bei insgesamt rund 250 Ausbildungsberufen, die deutschlandweit angeboten werden.

In den vergangenen Jahren hatten sich Angebot und Nachfrage auf dem Ausbildungsmarkt zahlenmäßig einander angenähert, nachdem es lange Zeit einen Bewerberüberhang gab. Neben einer rückläufigen Zahl an Schulabgängern trägt dazu auch der Trend zum Studium bei. "Abiturienten orientieren sich stärker Richtung Hochschulen, was natürlich für Leute mit Realschul- und Hauptschulabschluss weitere Chancen eröffnet", sagte Dietrich. Die Betriebe engagierten sich inzwischen auch zunehmend beim Thema Nachhilfe, damit auch schwächere Jugendliche die Anforderungen bewältigen können. 

dpa

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