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Metro schreibt rote Zahlen

Handel Metro schreibt rote Zahlen

Konzernchef Koch sieht den Handelsriesen Metro auf gutem Wege. Schließlich glänzt die Elektroniksparte mit üppigem Wachstum im Online-Geschäft und der Großhandel punktet mit Lieferdiensten. Doch der schwache Rubel und die Restrukturierungskosten belasten.

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Der Konzernumbau beim Handelskonzern Metro hat Spuren hinterlassen.

Quelle: Ina Fassbender

Düsseldorf. Der Handelskonzern Metro versucht zurzeit mit vielen neuen Ideen sein Wachstum anzukurbeln, rutsche jedoch im dritten Quartal in die roten Zahlen.

Ein eigener Club für Kunden der Elektronikkette Media Markt, ein Lieferservice für Gastronomen, die bei der Großhandelstochter Metro Cash&Carry einkaufen, oder ein neues Konzept für die schwächelnde SB-Warenhauskette Real sollen dem seit Jahren wachstumsschwachen Konzern neuen Schwung verleihen. Doch unter dem Strich zahlen sich all die Bemühungen bislang nicht aus.

Für den Zeitraum von April bis Juni musste der Konzern am Dienstag einen Nettoverlust von 24 Millionen Euro ausweisen. Im Vorjahr hatte Metro noch 115 Millionen Euro Gewinn gemacht. Verantwortlich dafür waren nicht zuletzt die Kosten für den beschleunigten Umbau bei der Metro-Großhandelssparte in Deutschland, Italien und Belgien.

Doch auch operativ verdiente der Konzern aufgrund von Wechselkurseffekten, niedrigerer Erlöse aus Immobilienverkäufen und höherer Kosten bei der Elektroniktochter Media-Saturn weniger. Der Umsatz sank belastet durch Währungseffekte um 2,7 Prozent auf 13,6 Milliarden Euro. Auch bereinigt blieben die Erlöse nur stabil.

Dennoch sieht Konzernchef Olaf Koch das Unternehmen rund ein Jahr vor der für Mitte 2017 geplanten Aufspaltung in einen Lebensmittel- und einen Elektronikspezialisten "auf dem richtigen Weg". Als Signal für die erzielten Fortschritte wertete der Manager nicht zuletzt den Anstieg des Onlineumsatzes bei den konzerneigenen Elektronikketten Media Markt und Saturn um 34,7 Prozent und die Steigerung des Belieferungsumsatzes bei Metro Cash & Carry um mehr als 15 Prozent.

Doch hatte das Wachstum seinen Preis: Höhere Kosten für IT und den Aufbau eines Kundenclubs schlugen sich bei der Elektroniktochter nieder. Zudem konnte Media-Saturn weniger lukrative Produkte verkaufen. Dadurch schwoll der Verlust bei der Sparte im Vergleich zum Vorjahr von 60 auf 77 Millionen Euro an.

Im Großhandel führte vor allem der Rubel-Verfall zu einem Umsatz- und Ergebnisrückgang. In Frankreich sorgten außerdem die Furcht vor Anschlägen und Streiks zu Umsatzeinbußen bei Gastronomiekunden. Der Supermarktkette Real setzte der Wettbewerb im Lebensmittelhandel weiter zu.

Konzernchef Koch hatte im Frühjahr angekündigt, den Konzern in zwei separate, börsennotierte Unternehmen aufzuspalten. Geplant ist ein Lebensmittelspezialist mit den Töchtern Cash & Carry und Real unter der Leitung von Metro-Chef Olaf Koch und ein Unternehmen für Unterhaltungselektronik, das von Media-Saturn-Chef Pieter Haas geführt werden soll. Metro-Chef Koch hatte dafür geworben, dass die Töchter getrennt voneinander dynamischer wachsen könnten.

dpa

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