Volltextsuche über das Angebot:

8 ° / 2 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Milliarden Unversicherte: Branche feilt an Lösungen

Wetter Milliarden Unversicherte: Branche feilt an Lösungen

Klimawandel und Naturkatastrophen bedrohen oft die Ärmsten der Welt. Die Versicherer arbeiten deshalb an Klimawandel-Versicherungen. Angesichts von Milliarden Unversicherten ein lukratives Geschäft.

Voriger Artikel
Uber zu einer Strafe von 800 000 Euro verurteilt
Nächster Artikel
Voith-Chef: Chinesische Investoren sind weitsichtig

Wegen eines aufkommenden Zyklons verlassen Menschen in Bangladesch ihr Dorf: Nach Schätzungen der Swiss Re sind in den letzten zehn Jahren nur 30 Prozent der ökonomischen Naturkatastrophen-Schäden durch Versicherungen gedeckt gewesen.

Quelle: Abri Abdullah/Archiv

Kuala Lumpur. Entwicklungsländer sind besonders verwundbar für Naturkatastrophen - und zugleich kann sich dort kaum jemand Versicherungsschutz leisten.

Große Versicherer arbeiten deshalb schon seit Jahren an Klimaversicherungen und anderen Lösungen, um beispielsweise Bauern vor den oft existenzbedrohenden Folgen schwerer Unwetter und anderer Naturgefahren zu schützen. Für die Branche selbst ist das durchaus ein interessantes Geschäft, wie Ivo Menzinger vom Rückversicherer Swiss Re der Deutschen Presse-Agentur am Rande des Weltwirtschaftsforums (WEF) in Kuala Lumpur sagte.

Rund vier Milliarden Menschen weltweit haben nach Schätzungen der Swiss Re keinerlei Versicherungsschutz. Das Unternehmen experimentiere deshalb mit bezahlbaren Mikroversicherungen und Klimaversicherungen für Staaten, sagte Menzinger, der die Abteilung "Global Partnerships" bei dem Unternehmen leitet. Mit ein paar Dutzend Ländern und Lokalbehörden seien Verträge schon geschlossen worden.

"Viele Schäden etwa an Infrastruktur und Staatseigentum sind nicht versichert, und die Staaten müssen auch Leuten unter die Arme greifen, die es sich gar nicht leisten können, am Versicherungsmarkt teilzunehmen", sagte Menzinger. "Das heißt: zahlen müssen die Finanzminister sowieso, etwa, indem sie Schulden aufnehmen oder Budgetposten verschieben. Deshalb sagen wir: statt hinterher nachzudenken, wie das Loch zu stopfen ist, spricht viel dafür, einen Teil der Kosten durch Versicherungen vorzufinanzieren." 

Nach Schätzungen der Swiss Re, weltweit zweitgrößter Rückversicherer hinter der deutschen Munich Re, sind in den vergangenen zehn Jahren nur etwa 30 Prozent der ökonomischen Naturkatastrophen-Schäden durch Versicherungen gedeckt gewesen. Die Swiss Re sehe dies als Chance für kommerziell erfolgreiche Geschäfte, betonte Menzinger. Es gehe nicht um Wohltätigkeitsaktivitäten des Unternehmens.

Um die Kosteneffizienz zu steigern, würden Auszahlungen an Parameter gebunden, bei Überflutungen etwa an die gefallene Regenmenge oder bei Taifunen an die Windgeschwindigkeit. Es gebe keine individuellen Schadensbeurteilungen mehr. "Das geht viel schneller, man kann in zwei bis vier Wochen Auszahlungen machen." Zweimal wurde die Swiss Re schon zur Kasse gebeten: 2014 und 2015 bei Taifunen in Tonga und Vanuatu im Pazifik. Im Fall von Mikroversicherungen etwa für Bauern könnten Policen mit einem Sack Saatgut angeboten werden.

Auch die Munich Re sieht Versicherungslösungen für Entwicklungsländer als Zukunftsmarkt und arbeitet dabei mit Entwicklungsbanken und -organisationen zusammen. In den vergangenen Jahren hat sich das Unternehmen an staatlichen Versicherungspools für afrikanische Länder sowie Inselstaaten in der Karibik und im Pazifik beteiligt. Neben der schnellen Finanzierung von Nothilfe für die Bevölkerung und bei den notwendigen Aufräumarbeiten könnten solche Lösungen auch indirekt dazu beitragen, dass bessere Prävention betrieben wird um etwa schwere Überschwemmungen zu vermeiden, erklärte das Unternehmen. Über den zum Konzern gehörenden Erstversicherer Ergo bietet die Munich Re zudem Mikroversicherungen in Indien an.

Auch Swiss-Re-Manager Menzinger geht davon aus, dass solche Versicherungen auch den Aufbau von Schutz- und Vorsorgemaßnahmen gegen Schäden beflügeln. "Wenn das Risiko fällt, fallen auch die Prämien", meint er.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 11.011,00 +0,22%
TecDAX 1.720,00 +0,09%
EUR/USD 1,0796 +0,36%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

BAYER 91,83 +1,59%
DT. TELEKOM 15,55 +1,55%
THYSSENKRUPP 23,76 +0,83%
RWE ST 11,21 -4,32%
E.ON 6,35 -2,05%
MÜNCH. RÜCK 174,60 -1,60%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 165,03%
Crocodile Capital MF 122,39%
Stabilitas GOLD+RE AF 111,00%
Polar Capital Fund AF 103,34%
Fidelity Funds Glo AF 92,98%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr