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Milliardengebot: China will Schweizer Syngenta übernehmen

Unternehmen Milliardengebot: China will Schweizer Syngenta übernehmen

Es wäre die größte chinesische Übernahme im Ausland. Mit dem Kauf der Schweizer Syngenta würde ChemChina zu einem wichtigen Mitspieler der Agrochemie-Branche weltweit - aber es droht politischer Widerstand.

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Der Hauptsitz von ChemChina in Peking.

Quelle: Wu Hong

Peking. Der größte chinesische Chemiekonzern ChemChina will nach Presseberichten den Schweizer Agrochemie-Konzern Syngenta für 43 Milliarden US-Dollar übernehmen.

Es wäre die bisher größte chinesische Übernahme im Ausland. Eine Einigung könnte schon an diesem Mittwoch anlässlich der Vorlage der Jahresbilanz von Syngenta in der Schweiz verkündet werden, berichteten "Wall Street Journal" und "Financial Times" übereinstimmend. Das Geschäft könnte aber auch noch platzen, wurde zugleich hervorgehoben. 

Die staatliche China National Chemical Corporation, kurz ChemChina, habe 470 Schweizer Franken pro Aktie geboten, wurden informierte Kreise zitiert. Damit wäre der Schweizer Konzern 43 Milliarden US-Dollar wert. Gerüchte über die Verhandlungen verhalfen der Aktie am Dienstag schon zu einem Kurssprung. Die Übernahme würde das chinesische Staatsunternehmen zu einem wichtigen Mitspieler in der weltweiten Agrochemie-Branche für Insektenvernichtungsmittel und auch genetisch verändertes Saatgut machen. 

Eine Einigung müsste allerdings einen möglicherweise langwierigen Genehmigungsprozess in der EU und den USA durchlaufen. Eine Kernfrage ist, ob das amerikanische Komitee für ausländische Investitionen in den USA (CFIUS) zustimmen muss. Das Aufsichtsgremium, das Übernahmen auch unter dem Gesichtspunkt der nationalen Sicherheit prüft, gilt als nicht besonders chinafreundlich. Syngenta macht schätzungsweise ein Viertel seines Umsatzes in den USA, wo es der größte Pestizidverkäufer ist. 

Der Kauf von Syngenta wäre ein wichtiger Schritt in der Strategie Chinas, die Entwicklung seiner Landwirtschaft durch moderne Methoden wie Biotechnologie und eine Konsolidierung der Branche voranzubringen. Erst im August hatte der Schweizer Konzern einen Übernahmeversuch durch den US-Rivalen Monsanto abgewehrt.

ChemChina hat im Januar schon den deutschen Spezialmaschinenbauer KraussMaffei für 925 Millionen Euro übernommen. Es war die bisher größte chinesische Übernahme in Deutschland. Vor knapp einem Jahr hatte ChemChina auch die traditionsreiche italienische Reifenfirma Pirelli für mehr als sieben Milliarden Euro gekauft. Nach eigenen Angaben hat ChemChina 140 000 Mitarbeiter.

dpa

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