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Mögliche Fusion: Barmer GEK will besseren Zugang in Betriebe

Gesundheit Mögliche Fusion: Barmer GEK will besseren Zugang in Betriebe

Die zweitgrößte Ersatzkasse und die größte Betriebskrankenkasse loten die Möglichkeiten einer Fusion aus. Bewegung könnte an diesem Freitag in die Sache kommen.

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Mit 8,5 Millionen Versicherten ist die Barmer/GEK die zweitgrößte Ersatzkasse.

Quelle: Henning Kaiser/Archiv

Berlin. Deutschlands zweitgrößte Ersatzkasse Barmer GEK erhofft sich von einer möglichen Fusion mit der Deutschen BKK auch einen besseren Draht in Unternehmen.

"Eine wie auch immer geartete Kooperation hätte natürlich auch den Charme, dass sich viele Türen direkt in die Betriebe hinein für uns öffnen würden", sagte ein Sprecher. Zuvor hatte die "Frankfurter Allgemeine Zeitung" von einer möglichen Großfusion mit der - Stand 1. Juli - größten Betriebskrankenkasse mit 1,1 Millionen Kunden berichtet. Die Barmer GEK hat rund 8,5 Millionen Versicherte.

"Wir sprechen mit der BKK und loten mögliche Kooperationen aus", bestätigte ein Sprecher. Ob das letztlich tatsächlich einen Zusammenschluss bedeute, sei aber noch offen. Das bestätigte auch die Deutsche BKK. Der Barmer GEK zufolge wäre auch eine Zusammenarbeit in Teilbereichen wie etwa dem betrieblichen Gesundheitsmanagement denkbar. Gut informierten Kreisen zufolge beraten an diesem Freitag die Verwaltungsräte beider Kassen.

In Kassenkreisen wird dem Blatt zufolge eine angespannte finanzielle Lage der Deutschen BKK als Grund für den geplanten Zusammenschluss genannt. Vermutlich müsse sie ihren Zusatzbeitrag im nächsten Jahr weit über den Durchschnitt anheben, was eine Abwanderung vieler Versicherter zur Folge haben könnte.

Die Barmer GEK verspricht sich von einer möglichen Fusion auch eine Stärkung ihrer Marktposition. "Die neue Kasse würde sehr weit vorne stehen, was die Größe angeht", erklärte der Sprecher der Barmer GEK. Dadurch werde auch die Verhandlungsposition gegenüber Pharmafirmen oder Kliniken besser.

Die Barmer GEK hat nach eigenen Angaben im vergangenen Jahr einen Verlust von fast 400 Millionen Euro gemacht. Als Grund nannte der Sprecher neben der Abschaffung der Praxisgebühr auch Gesetzesänderungen. Rabatte, die Arzneimittelhersteller Krankenkassen gewähren mussten, seien abgeschafft oder reduziert worden.

Bei der Barmer GEK läuft derzeit ein tiefgreifender Umbau, durch den sich die Krankenkasse nach eigenen Angaben in diesem Jahr ein besseres Ergebnis erhofft. Auch 2015 dürfte demnach aber noch ein Minus in den Büchern stehen. Man habe aber ein "solides Finanzpolster", betonte der Sprecher. Die Barmer GEK will unter anderem die Zahl der Geschäftsstellen bis 2018 auf bundesweit 400 halbieren. Derzeit sind noch 600 übrig.

Erst vor wenigen Tagen war bekanntgeworden, dass Arbeitnehmer im kommenden Jahr mit höheren Beiträgen für die gesetzliche Krankenversicherung (GKV) rechnen müssen. Der Schätzerkreis beim Bundesversicherungsamt prognostizierte eine durchschnittliche Anhebung um 0,2 Prozentpunkte auf 15,7 Prozent. Der Anstieg wird über den sogenannten Zusatzbeitrag erbracht, den die Arbeitnehmer allein schultern müssen. Dieser läge, sollte das Gesundheitsministerium der Prognose folgen, künftig bei durchschnittlich 1,1 Prozent. Den allgemeinen Beitrag von 14,6 Prozent teilen sich die 50 Millionen Kassenmitglieder und ihre Arbeitgeber je zur Hälfte.

dpa

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