Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Monsanto weist auch höheres Bayer-Angebot zurück
Nachrichten Wirtschaft Monsanto weist auch höheres Bayer-Angebot zurück
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
15:30 19.07.2016
Am Markt wird davon ausgegangen, dass Bayer mit der in der vergangenen Woche angehobenen Offerte Monsanto dazu bewegen wollte, Einblick in die Bücher zu gewähren. Quelle: Oliver Berg
Anzeige
St. Louis/Leverkusen

Der Milliardenpoker von Bayer und Monsanto geht weiter: Der US-Saatguthersteller hält auch das erhöhte milliardenschwere Übernahmeangebot des deutschen Pharma- und Chemiekonzerns für zu niedrig.

Die Offerte reiche finanziell nicht aus, um einen Deal sicherzustellen, teilte Monsanto am Dienstag in St. Louis mit. Monsanto bleibe aber offen für Gespräche mit dem Leverkusener Konzern sowie anderen Parteien, hieß es.

Bayer erklärte auf Anfrage lediglich: "Wir prüfen die Antwort." Bayer hatte seine Offerte in der vergangenen Woche von 122 auf 125 US-Dollar je Aktie leicht angehoben. Insgesamt bedeute das einen Aufschlag von rund 1,3 Milliarden US-Dollar.

Am Markt wird davon ausgegangen, dass die Deutschen die Amerikaner auf diese Weise dazu bewegen wollten, Einblick in die Bücher zu gewähren. Das würde es Bayer erleichtern, sich ein genaues Bild vom Wert des US-Konzerns zu machen.

Bayers Ursprungsangebot lag bei insgesamt 62 Milliarden Dollar inklusive der Schulden von Monsanto. Bayer bot Monsanto darüber hinaus zuletzt eine sogenannte Aufhebungszahlung von 1,5 Milliarden Dollar an, falls die Kartellfreigaben nicht erteilt werden sollten. Die Aufstockung war laut Bayer möglich geworden, nachdem der Konzern in vertraulichen Gesprächen mit Monsanto zusätzliche Informationen erhalten habe, hieß es damals. Bayer sprach von einer "hoch attraktiven" Offerte für die Monsanto-Aktionäre. Sie biete die beste Gelegenheit zur sofortigen und sicheren Wertsteigerung für deren Aktien, sagte Bayer-Chef Werner Baumann am vergangenen Donnerstag. Bayer habe die feste Absicht, diese Transaktion abzuschließen.

Die Leverkusener hatten im Mai überraschend die geplante Übernahme des Saatgutspezialisten aus den USA angekündigt. Der deutsche Konzern würde durch den Rekord-Zusammenschluss zur weltweiten Nummer eins im Agrarchemiegeschäft aufsteigen. Dennoch war der Deal von Anfang an umstritten: Monsanto steht in Europa seit Jahren wegen seiner gentechnisch veränderten Produkte in der Kritik.

Dem US-Hersteller von genmanipuliertem Saatgut wird unter anderem ruppiges Verhalten im Umgang mit seinen Kunden vorgeworfen. Außerdem vertreibt Monsanto den Unkrautvernichter Glyphosat. Dieser steht im Verdacht, krebserregend zu sein. Monsanto vermarktet Glyphosat unter dem Namen Roundup. Vor kurzem hatte die EU-Kommission die Europa-Zulassung des umstrittenen Unkrautvernichters um bis zu 18 Monate verlängert.

Monsanto hatte Kreisen zufolge erst vor Kurzem Gespräche mit dem Bayer-Konkurrenten BASF über eine Kombination der jeweiligen Agrarchemie-Sparten wieder aufgenommen. Die Amerikaner prüften verschiedene Transaktionen einschließlich der Übernahme des BASF-Geschäfts mit Lösungen für die Agrarwirtschaft, berichtete die Nachrichtenagentur Bloomberg vor rund einer Woche unter Berufung auf mit der Angelegenheit vertraute Personen.

dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Die Windkraftanlagen auf Nord- und Ostsee sind ein wichtiger Baustein der Energiewende. Der Aufbau läuft planmäßig, könnte aber nach 2020 ins Stocken kommen.

19.07.2016

Der Flieger zu spät, der Anschluss schon weg: Am Ende landete eine deutsche Urlauberfamilie 14 Stunden zu spät auf Fuerteventura. Ob die Airline für den Ärger geradestehen muss, ist trotzdem fraglich.

19.07.2016

Die wahrscheinlich letzten Yahoo-Quartalszahlen vor dem Verkauf der Firma sind symbolisch für die Ära von Chefin Marissa Mayer: Ein teurer Zukauf sorgt für rote Zahlen, die Werbeerlöse gehen unterm Strich zurück. Auf den Yahoo-Käufer wartet ein schwieriges Erbe.

19.07.2016
Anzeige