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Nachfrage aus EU-Ländern: Exporteure setzen Rekordkurs fort

Außenhandel Nachfrage aus EU-Ländern: Exporteure setzen Rekordkurs fort

Die anziehende Nachfrage aus EU-Ländern nach Waren "Made in Germany" hält Deutschlands Exporteure auf Kurs. Allerdings bremst die schwache Konjunktur in den Schwellenländern die Entwicklung.

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Deutschlands Exporteure trotzen der Flaute in den Schwellenländern.

Quelle: Daniel Bockwoldt

Wiesbaden. Deutschlands Exporteure trotzen der Flaute in den Schwellenländern. Nach einem enttäuschenden Vormonat sind sie im September auf ihren Rekordkurs zurückgekehrt: Getragen von der kräftigen Nachfrage aus EU-Ländern stiegen die Ausfuhren im Vergleich zum Vorjahr um 4,4 Prozent auf 105,9 Milliarden Euro, wie das Statistische Bundesamt in Wiesbaden mitteilte. Die Importe legten um 3,9 Prozent auf 83,0 Milliarden Euro zu.

Im Monatsvergleich nahmen die Exporte kalender- und saisonbereinigt um 2,6 Prozent zu, die Importe um 3,6 Prozent. Die Ergebnisse lagen über den Markterwartungen. Bankvolkswirte hatten Zuwächse von 2,0 Prozent bei den Exporten und 1,0 Prozent bei den Importen erwartet.

"Die Außenhandelszahlen für September bestätigen unsere Erwartungen, dass sich der deutsche Außenhandel auf Rekordkurs befindet", sagte Anton F. Börner, Präsident des Außenhandelsverbands BGA: "Das Sommerhoch im Außenhandel setzt sich fort und abermals sind die EU-Länder ein- und ausfuhrseitig unsere wichtigsten Partner."

Aus Sicht von KfW-Chefvolkswirt Jörg Zeuner unterstreicht der kräftige Anstieg der Importe die gute Lage im Inland. Gleichzeitig belege der erneute Exportanstieg die Wettbewerbsfähigkeit der deutschen Wirtschaft: "Aber auch der schwache Euro hilft."

Insgesamt läuft das Auslandsgeschäft der deutschen Wirtschaft zwar noch rund: Nach dem Rekordjahr 2014 sind die Exporte in den ersten neun Monaten 2015 abermals um 7,0 Prozent gestiegen.

Doch die Konjunkturflaute in Schwellenländern wie China macht sich inzwischen bemerkbar. Wachstumstreiber im September war allein die steigende Nachfrage aus EU-Ländern: Die Ausfuhren in den Euro-Währungsraum lagen um 6,9 Prozent über dem Niveau des Vorjahres, die Lieferungen in EU-Länder, die wie Großbritannien oder Polen nicht der Eurozone angehören, kletterten um 8,4 Prozent.

Hingegen lagen die Exporte in Drittländer nur knapp um 0,4 Prozent über dem Vorjahresniveau. "Hier bremst die schwache Entwicklung in China. Dies wird aber bislang von einer starken Nachfrage aus anderen Industrieländern, insbesondere aus den USA, kompensiert", betonte Bayern-LB-Ökonom Stefan Kipar. Weil die vergangenen Monate besser liefen, bleibt bei den Ausfuhren in Länder außerhalb der Europäischen Union im Zeitraum Januar bis September noch ein Plus von 6,8 Prozent.

Trotzdem bereitet die Schwäche der Schwellenländer der Branche zunehmend Sorgen. "Angesichts der Risiken für die Weltwirtschaft sollten wir vorsichtig bleiben. Mittel- bis langfristig müssen wir uns darauf einstellen, dass sich die Weltkonjunktur verlangsamt und dies Auswirkungen auf die Nachfrage in unseren weltweiten Absatzmärkten, insbesondere in den BRIC-Staaten (Brasilien, Russland, Indien, China) haben wird", erklärte Börner. Selbst der günstige Euro und die niedrigen Rohstoffpreise würden den Wachstumskurs der Außenwirtschaft nicht ewig stützen.

dpa

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