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17:55 20.05.2015
Der österreichische Investor und Karstadt-Eigentümer René Benko soll ein Kaufangebot zu einem Preis von rund 2,9 Milliarden Euro abgegeben haben. Quelle: Martin Gerten/Archiv
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Düsseldorf

Der Karstadt-Eigentümer habe über sein Unternehmen Signa Retail ein Kaufangebot in Höhe von rund 2,9 Milliarden Euro für den Rivalen abgegeben, schrieb "Handelsblatt" (Dienstag). Das "Manager Magazin" berichtete, das Geschäft könne noch im Mai über die Bühne gehen.

Der Kaufhof-Mutterkonzern Metro sprach von Spekulationen, schloss aber eine Trennung vom Kaufhof ausdrücklich nicht aus. Metro-Chef Olaf Koch hatte zuletzt angedeutet, dass es mehrere Interessenten für die Warenhaustochter gebe. Am Mittwoch betonte der Konzern: "Es ist richtig, dass es in diesem Kontext verschiedene Gespräche gibt, es gibt aber keine Ergebnisse oder Entscheidungen."

Voraussetzung für einen Verkauf sei, dass ein potenzieller Käufer einen angemessenen Preis, eine solide Finanzierung und ein schlüssiges Zukunftskonzept vorlege, hieß es in der Mitteilung. Konkreter werde sich die Metro erst äußern, wenn alle Voraussetzungen gegeben seien. "Dies ist aktuell nicht der Fall". Die Signa Holding in Wien wollten die Berichte auf Anfrage nicht kommentieren.

Wie das "Handelsblatt" unter Berufung auf "mehrere mit der Sache vertrauten Personen" berichtet, hat Signa die Überprüfung der Kaufhof-Bücher bereits abgeschlossen und ein schriftliches Angebot vorgelegt. Das Angebot sei schon Anfang Mai im Metro-Aufsichtsrat diskutiert worden. Nach Informationen des "Manager Magazins" ist Benko bereit, Kaufhof zur Führungsgesellschaft des geplanten Warenhausverbundes zu machen. Das Kaufhof-Management unter Leitung von Olivier Van den Bossche solle im Amt bleiben. Den Magazin zufolge liegt der offerierte Kaufpreis bei 2,7 Milliarden Euro.

Benko hatte bereits Ende 2011 erstmals für Kaufhof geboten. Metro-Chef Olaf Koch hatte den Verkauf der Warenhauskette aber kurz nach seinem Amtsantritt Anfang 2012 auf Eis gelegt.

Seit Jahren wird in der Handelsbranche über eine Fusion der beiden großen deutschen Warenhausketten spekuliert, mit der umfangreiche Kosteneinsparungen etwa durch den Abbau einer Zentrale erzielt werden könnten. Auch die Einkaufsmacht eines fusionierten Unternehmens wäre größer. Metro zählt Kaufhof nicht mehr zum Kerngeschäft.

Kartellrechtliche Probleme seien bei einem Zusammenschluss eher nicht zu befürchten, berichtete die "Welt" unter Berufung auf einen Kartellrechtsexperten. Mit dem kanadischen Handelsriesen Hudson's Bay habe aber bereits ein weiterer Investor Interesse an der Metro-Tochter signalisiert. Damit zeichne sich ein Bieterrennen um Galeria Kaufhof ab.

Bei Karstadt hatte Benko nach der Übernahme im vergangenen Jahr einen strikten Sparkurs eingeschlagen. Die Sanierung ist allerdings noch nicht abgeschlossen. Das Unternehmen schreibt nach wie vor rote Zahlen. Erst kürzlich hatte Karstadt-Chef Stephan Fanderl für 2016 die Schließung von fünf Häusern in Recklinghausen, Bottrop, Mönchengladbach-Rheydt, Dessau und Neumünster angekündigt.

dpa

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