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Niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren

Arbeitsmarkt Niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren

Das Brexit-Votum und weltwirtschaftliche Risiken mögen viele Firmenchefs verunsichern - auf dem deutschen Arbeitsmarkt ist davon bisher kaum etwas zu spüren. Lediglich die beginnende Sommerflaute sorgt für leicht steigende Arbeitslosenzahlen.

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Wegen der hohen Flüchtlingszahlen sind viele neue Jobs entstanden.

Quelle: Martin Schutt/Illustration

Nürnberg. Trotz wachsender Flüchtlings-Arbeitslosigkeit und einsetzender Sommerflaute bleibt die Arbeitslosigkeit in Deutschland weiter auf Rekordtief. Mit 2,661 Millionen Jobsuchern verzeichnete die Bundesagentur für Arbeit die niedrigste Juli-Arbeitslosigkeit seit 25 Jahren.

Dies teilte Behördenchef Frank-Jürgen Weise in Nürnberg mit. Es waren zwar 47 000 mehr Erwerbslose mehr als im Vormonat, aber 112 000 weniger als im Vorjahr. Die Arbeitslosenquote stieg um 0,1 Punkte auf 6,0 Prozent.

"Der Arbeitsmarkt hat sich im Juli gut entwickelt", resümierte Weise. Mit der einsetzenden Sommerpause sei die Zahl der erwerbslosen Menschen zwar gestiegen. Das habe aber allein saisonale Gründe: Viele Lehrlinge würden nach ihrer Ausbildung nicht sofort übernommen und meldeten sich deshalb erst einmal arbeitslos. Auch stellten Firmen vor den Werksferien in der Regel kaum neue Leute ein. Ohne diesen Saisoneffekt wäre die Zahl der Arbeitslosen im Juli um 7000 gesunken.

Auch Bundesarbeitsministerin Andrea Nahles (SPD) sieht den Arbeitsmarkt weiterhin auf einem "stabilen Hoch". So habe die Zahl der Erwerbstätigen zuletzt im Juni weiter zugenommen – überwiegend deshalb, weil weiter mehr Menschen in sozialversicherungspflichtige Beschäftigung kommen, erklärte die Ministerin in Berlin.

Weiter gestiegen ist derweil die Flüchtlings-Arbeitslosigkeit. Im Juli waren nach Angaben von BA-Vorstandsmitglied Detlef Scheele

 

141 000 geflüchtete Menschen bei den Jobcentern arbeitslos gemeldet. Das seien 10 000 mehr als im Vormonat. "Die Zahl der arbeitslosen Flüchtlinge steigt derzeit monatlich in 10 000er-Schritten", sagte er. Für die kommenden Monate schließt die Bundesagentur allerdings eine stärkere Zunahme nicht aus, nachdem das Bundesamt für Migration inzwischen Fortschritte beim Abbau der Asylanträge mache.

Weitere 135 000 Asylbewerber absolvierten derzeit einen Sprach- und Integrationskurs des Bundesamtes für Migration und Flüchtlinge. Und 32 000 würden in Förderkursen auf das Berufsleben in Deutschland vorbereitet. Beide Gruppen gelten damit offiziell nicht als arbeitslos, sondern werden in der sogenannten Unterbeschäftigungsstatistik geführt. Dort werden neben Arbeitslosen auch Jobsucher registriert, die von der Bundesagentur finanzierte Förder- oder Trainingskurse absolvieren.

Nach einer am Donnerstag vorgelegten BA-Analyse sind die arbeitslosen Flüchtlinge überwiegend jünger als 35 Jahre. Etwa drei Fünftel von ihnen kämen allenfalls für ein Hilfsarbeiter-Job in Frage, weil sie nicht ausreichend Deutsch sprechen, zu jung seien, um in ihrer Heimat einen Beruf erlernt zu haben, oder weil sie keine Berufsausbildung hätten. Für sie kämen vor allem Jobs bei Reinigungsfirmen, in Lagern oder bei Kurierdiensten, als Koch oder im Sekretariat in Frage.

Bisher könne der robuste deutsche Arbeitsmarkt die Job suchenden Flüchtlinge noch gut verkraften. Das liege auch an der wachsenden Zahl der Arbeitsplätze. So stieg nach aktuellen Daten des Statistischen Bundesamtes die Zahl der Erwerbstätigen im Juni saisonbereinigt im Vergleich zum Vormonat um 45 000 auf 43,67 Millionen - das sind 533 000 mehr als im Vorjahr. Die sozialversicherungspflichtige Beschäftigung legte nach einer BA-Hochrechnung im Mai saisonbereinigt um 56 000 zu. Mit 31,42 Millionen Menschen lag die Zahl im Vergleich zum Vorjahr um

 

697 000 im Plus.

dpa

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