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Ölpreise fallen in Richtung 30 Dollar

Energie Ölpreise fallen in Richtung 30 Dollar

Die Sanktionen gegen den Iran werden wohl bald aufgehoben - dann dürfte noch mehr Rohöl auf den ohnehin gesättigten Markt fließen. Die Preise sind ohnehin schon kräftig unter Druck.

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Die Talfahrt am Ölmarkt geht weiter. Die Weltmarktpreise für Rohöl ihren Sinkflug der vergangenen Tage fort und fielen in Richtung der Marke von 30 US-Dollar.

Quelle: Larry W. Smith

New York/London/Wien. Die Talfahrt am Ölmarkt geht weiter. Die Weltmarktpreise für Rohöl ihren Sinkflug der vergangenen Tage fort und fielen in Richtung der Marke von 30 US-Dollar.

Ein Barrel (159 Liter) der Nordseesorte Brent zur Lieferung im Februar kostete am Abend 30,61 Dollar und damit 94 Cent weniger als am Vortag. Im Tagestief waren es mit 30,43 Dollar noch etwas weniger.

Die amerikanische Ölsorte WTI fiel am Dienstag bis auf 30,10 Dollar. Das war mehr als ein Dollar weniger als am Montag. Der Druck auf US-Rohöl ist zurzeit besonders hoch, weil die Angebotsschwemme in den USA sehr groß ist. Amerikanisches und europäisches Erdöl, die als richtungsweisend für den Welthandel gelten, notieren derzeit auf dem tiefsten Stand seit April 2004, also seit fast zwölf Jahren.

Viele Rohstoffexperten nennen als Hauptgrund für den Ölpreisverfall ein zu hohes Angebot an Rohöl. Dieses stammt nicht zuletzt aus den Ländern des Ölkartells Opec, die sich auf keine gemeinsame Angebotsstrategie einigen können.

Mächtige Mitglieder wie Saudi-Arabien wollen mit einem Preiskampf andere Anbieter wie aufstrebende Produzenten aus den USA aus dem Markt drängen. Dieses Kalkül geht bisher aber nicht auf. Die amerikanische Ölproduktion, die wegen neuer Fördertechniken in den letzten Jahren stark gestiegen ist, schwächt sich zwar ab, allerdings nur langsam.

Rohstoffexperten unterbieten sich deswegen mit ihren Preisprognosen, weil sie ein Ende des Preisverfalls nicht absehen können. In den Analyseabteilungen werden mittlerweile Prognosen für Preise im niedrigen zweistelligen Bereich abgegeben. Doch selbst Länder mit großen finanziellen Reserven wie Saudi-Arabien spüren mittlerweile die Folgen der niedrigen Ölpreise. Sie müssen ihre Staatsausgaben stark reduzieren und zugleich versuchen, sich neue Einnahmequellen zu erschließen. Als ein Beispiel gilt der von Saudi-Arabien erwogene Börsengang des staatlichen Ölunternehmens Saudi Aramco, einer der weltweit größten Ölförderer.

Hinzu kommt, dass das hohe Angebot an Rohöl noch größer werden könnte. So scheint absehbar, dass die scharfen Handelssanktionen gegenüber dem Opec-Mitglied Iran, die wegen dessen Atomprogramm verhängt wurden, bald gelockert werden könnten. "Meine Erwartung ist, dass dieser Tag recht bald kommen wird", sagte die EU-Außenbeauftragte Federica Mogherini am Montag. Voraussetzung sei aber, dass der Iran alle Verpflichtungen aus dem Abkommen, dass das Atomprogramm des Landes auf zivile Zwecke begrenzen soll, erfüllt.

Wie heftig der Ölpreisverfall ist, zeigt ein längerer Vergleich: Mitte 2014 begannen die Ölpreise, ausgehend von etwa 110 Dollar, zu fallen. Seither sind sie um mehr als 70 Prozent eingebrochen. Allein in den wenigen Tagen seit Anfang 2015 beträgt das Minus 18 Prozent. In den vergangenen eineinhalb Jahren hatte sich immer wieder eine Stabilisierung abgezeichnet. Doch daraus wurde nichts, die Talfahrt setzte sich fort. Als ein Grund dafür gilt auch die in vielen Ländern nur moderat wachsende Ölnachfrage.

Auch der Preis für Rohöl der Organisation Erdöl exportierender Länder (Opec) ist gefallen. Das Opec-Sekretariat meldete am Dienstag, dass der Korbpreis am Montag 27,07 Dollar pro Barrel betragen habe. Das waren 1,39 Dollar weniger als am Freitag. Die Opec berechnet ihren Korbpreis auf Basis der zwölf wichtigsten Sorten des Kartells.

dpa

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