Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Opec-Staaten kürzen ihre Ölproduktion
Nachrichten Wirtschaft Opec-Staaten kürzen ihre Ölproduktion
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
17:43 30.11.2016
Ölpumpen sind auf einem Feld bei Ponca City im US-Bundesstaat Oklahoma. Quelle: epa Larry W. Smith
Anzeige
Wien

Das Ölkartell will in den kommenden sechs Monaten 1,2 Millionen Barrel (je 159 Liter) pro Tag weniger produzieren. Das neue Limit soll bei 32,5 Millionen Barrel täglich liegen. „Wir haben heute einen großen Erfolg beschlossen“, sagte der Ölminister aus Katar, Mohammed Bin Saleh Al-Sada, am Mittwoch in Wien.

Die Umsetzung des Deals soll am 1. Januar 2017 beginnen. Als wesentliche Maßnahme zur Erreichung des Ziels setzte Indonesien, das rund 700.000 Barrel Öl am Tag fördert, seine Mitgliedschaft aus. Das Land war nach einer sieben Jahre langen Pause erst Anfang 2016 wieder zu dem Kartell gestoßen.

Auch Russland fördert weniger Öl

Noch vor der offiziellen Verkündung waren die Ölpreise stark angestiegen. Ob der Effekt der Maßnahme mittelfristig anhält, ist jedoch noch nicht entschieden. Ein positives Signal sei, dass auch andere wichtige Förderländer unter den Nicht-Opec-Staaten mitziehen werden. Russland habe bereits zugesichert, 300.000 Barrel am Tag weniger zu fördern.

Im September hatte die Opec in Algerien schon eine prinzipielle Förderkürzung beschlossen. Das tägliche Produktionsvolumen sollte auf 32,5 bis 33 Millionen Barrel nach zuletzt geschätzten 33,6 Millionen Barrel gesenkt werden. Doch besonders der Iran hatte sich gegen eine Drosselung gestellt. Das Land wollte nach dem Ende der Wirtschaftssanktionen sogar mehr Öl fördern.

Öl-Preis hat sich fast halbiert

Durch ein Überangebot am Markt haben sich die Preise seit 2014 fast halbiert. Vor der Einigung war ein Fass um rund 47 US-Dollar zu haben. Der Anstieg betrug am Mittwoch bereits zeitweise fast neun Prozent.

Bis kurz vor der Sitzung schien eine Einigung auf wackligen Füßen zu stehen. Mehrere vorbereitende Treffen waren ohne Durchbruch verlaufen. Dennoch stand die Opec unter hohem Erwartungsdruck.

Das Kartell, das als zerstritten gilt, hatte den Verfall der Ölpreise bisher ohne Gegenmaßnahmen hingenommen. Im Hintergrund spielten auch geostrategische Überlegungen der verfeindeten Regionalmächte Iran und Saudi-Arabien eine Rolle. Beide Staaten sind auf unterschiedlichen Seiten im Syrien-Krieg engagiert.

Von dpa/RND

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Beim dritten Börsengang der Telekom im Jahr 2000 ist nicht alles mit rechten Dingen zugegangen. Doch die getäuschten Anleger müssen immer noch auf Entschädigungen warten – obwohl der Konzern einen Fehler im Börsenprospekt verschuldet hat.

30.11.2016

Öffentliche Partys sind an „stillen“ Feiertagen in Bayern verboten, am Karfreitag erst recht. Aus Protest meldete der Bund für Geistesfreiheit die „Heidenspaß-Party“ an und kämpfte sich durch alle Instanzen bis vor das Bundesverfassungsgericht – mit Erfolg.

30.11.2016
Wirtschaft Fahrplanwechsel bei der Bahn - Das ändert sich im Dezember

Im neuen Monat müssen sich Verbraucher auf Änderungen einstellen: Verpackte Lebensmittel in der EU werden mit einer einheitlichen Nährwerttabelle gekennzeichnet. Die Bahn ändert ihren Fahrplan. Ein Überblick.

01.12.2016
Anzeige