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Pilotenstreiks bei Lufthansa wieder möglich

Tarife Pilotenstreiks bei Lufthansa wieder möglich

Die Sommerferien stehen vor der Tür, und bei der Lufthansa muss ab sofort wieder mit Streiks der Piloten gerechnet werden. Die Gewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) hat die Vorgespräche mit dem Unternehmen zu einer Gesamtschlichtung für gescheitert erklärt.

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Lufthansa-Maschinen in Düsseldorf: Bei Deutschlands größter Fluggesellschaft sind ab sofort wieder Streiks der Piloten möglich.

Quelle: Federico Gambarini/Archiv

Frankfurt/Main. Mit dem Ende der Sondierungen sei auch die versprochene Aussetzung von Streiks bis Ende Juli hinfällig, erläuterte VC-Sprecher Markus Wahl am Montag in Frankfurt. Ein Termin für die 13. Streikrunde in dieser Tarifauseinandersetzung steht aber noch nicht fest. Unruhe gibt es auch beim britischen Billigflieger Easyjet: Mitten in der Urlaubszeit wollen die Mitarbeiter über einen Streik abstimmen.

Lufthansa und VC hatten versucht, über Sondierungsgespräche in eine Gesamtschlichtung zu allen offenen tariflichen Fragen zu kommen. Dem Unternehmen zufolge sind mit der Gewerkschaft sechs Tarifverträge offen - unter anderem zum Gehalt, zur Übergangsversorgung und zu den Betriebsrenten der etwa 5400 Piloten der Gesellschaften Lufthansa, Lufthansa Cargo und Germanwings.

Für Zündstoff sorgt zudem die von Lufthansa-Chef Carsten Spohr weiter forcierte Einführung der neuen Billigplattform Eurowings, mit der auch Arbeitsplätze zu billigeren Konzerntöchtern ins Ausland verlagert werden sollen. Lufthansa wollte dieses Thema gesondert besprechen, weil es um rein unternehmerische Entscheidungen gehe. Als möglicher Schlichter hatte der frühere Bundesfinanzminister Theo Waigel (CSU) Vermittlungsgespräche geführt, letztlich aber kein Schlichtungsmandat erhalten.

Die VC warf der Lufthansa nun vor, die Arbeitsplatzthemen außen vor gelassen zu haben. Damit verkenne sie die elementaren Interessen des Cockpit-Personals. Das Angebot einer Gesamtschlichtung auf der Hauptversammlung Ende April habe sich als "kurzfristiges taktisches Manöver" entpuppt, mit dem die VC, aber auch Kunden und Aktionäre getäuscht worden seien.

Lufthansa bedauerte, dass die VC aus dem von ihr selbst vorgeschlagenen Verfahren ausgestiegen sei. Sie forderte die Gewerkschaft auf, an den Verhandlungstisch zurückzukehren. Der Hauptgeschäftsführer der Arbeitsgemeinschaft Deutscher Verkehrsflughäfen (ADV), Ralph Beisel, teilte mit: "Die deutschen Flughäfen fordern die Tarifparteien auf, endlich ihrer Verantwortung gerecht zu werden und erneute unverantwortliche Streiks in der Ferienzeit zu unterlassen."

Einen Termin für einen erneuten Arbeitskampf gibt es noch nicht. Er soll in den Gremien der VC beraten werden. Bislang haben die Piloten in dem Konflikt seit April 2014 zwölfmal gestreikt und der Lufthansa nach Konzernangaben mehr als 300 Millionen Euro Schaden zugefügt.

Bei Easyjet sollen rund 2000 Flugbegleiter von Dienstag kommender Woche an im Streit um Bezahlung darüber entscheiden, ob sie die Arbeit niederlegen, wie die Gewerkschaft Unite am Montag in London mitteilte. "Von einem Streik sind wir noch weit entfernt", sagte ein Gewerkschaftssprecher der Deutschen Presse-Agentur. "Wir hoffen, dass wir davor eine Lösung finden." Im Falle eines Ausstands, der frühestens am 10. August beginnen dürfe, werde es aber erhebliche Störungen geben, die auch Deutschland betreffen könnten. Die Fluggesellschaft zeigte sich hingegen zuversichtlich, den Sommer-Flugplan einhalten zu können.

dpa

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