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Platzeck soll Lufthansa-Tarifkonflikt mit Ufo schlichten

Tarife Platzeck soll Lufthansa-Tarifkonflikt mit Ufo schlichten

Mit gleich drei Gewerkschaften muss Lufthansa Lösungen in harten Tarifkonflikten finden. Eine Annäherung gibt es mit Ufo - in einer wichtigen Frage.

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Der SPD-Politiker Platzeck hatte im Sommer gemeinsam mit dem thüringischen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erfolgreich den Bahn-Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL geschlichtet.

Quelle: Karlheinz Schindler

Frankfurt/Main. In die festgefahrenen Tarifauseinandersetzungen bei der Lufthansa kommt etwas Bewegung.

Im Konflikt mit dem Kabinenpersonal soll Brandenburgs früherer Ministerpräsident Matthias Platzeck schlichten. Der Chef der Flugbegleitergewerkschaft Ufo, Nicoley Baublies, bestätigte am Freitag einen "Spiegel"-Vorabbericht.

Ein Lufthansa-Sprecher sagte: "Wir sind mit Herrn Platzeck im Gespräch und hoffen, ihn als Schlichter gewinnen zu können." Termine oder ein Fahrplan für eine Schlichtung stehen noch nicht fest.

Mitte der Woche hatte sich die Konzernführung mit Ufo darauf geeinigt, ein Bündel offener Fragen, die nur das Kabinenpersonal betreffen, im Rahmen einer Schlichtung zu klären. Ufo sagte daraufhin für Donnerstag und Freitag geplante Streiks ab.

Der SPD-Politiker Platzeck hatte im Sommer gemeinsam mit dem thüringischen Ministerpräsident Bodo Ramelow (Linke) erfolgreich den Bahn-Tarifkonflikt mit der Lokführergewerkschaft GDL geschlichtet.

Unterdessen gingen am Freitag die Verhandlungen mit der Gewerkschaft Verdi für rund 33 000 Lufthansa-Beschäftigte vor allem der Bodendienste in eine weitere Runde. "Wir sind in harten Verhandlungen", sagte eine Verdi-Sprecherin in Seeheim bei Frankfurt. Zu Inhalten machte sie keine Angaben.

Verdi-Verhandlungsführerin Christine Behle hatte von Lufthansa ein "verhandlungsfähiges Angebot" für die auf zwei Tage angesetzten Gespräche gefordert. Nach "Spiegel"-Informationen schließen Insider nicht aus, dass es eine Einigung über Vergütung und Altersversorgung geben könnte. In der auch mit den anderen Berufsgruppen strittigen Frage der Betriebsrenten-Reform hatte Verdi einen eigenen Vorschlag gemacht.

Unabhängig vom Ausgang der Verhandlungen, sei Verdi weiterhin bereit, an dem für den 2. Dezember geplanten "Jobgipfel" des Unternehmens mit den beiden anderen Gewerkschaften Ufo und Cockpit teilzunehmen, bekräftigte die Sprecherin. Wegen rechtlicher Fragen ist es allerdings weiterhin unklar, ob die Pilotengewerkschaft Vereinigung Cockpit (VC) an dem Treffen teilnimmt. Man sei in Gesprächen mit Lufthansa, sagte ein VC-Sprecher.

Die Flugbegleiter hatten erst am 13. November einen einwöchigen Ausstand beendet, bei dem rund 4700 Flüge ausgefallen waren. Betroffen vom härtesten Streik in der Unternehmensgeschichte waren etwa 550 000 Passagiere. Zuvor hatten die Piloten der Lufthansa in bislang 13 Runden seit April 2014 die Arbeit niedergelegt.

Bei beiden Berufsgruppen wird offiziell um die Früh- und Betriebsrenten gestritten, die Lufthansa kürzen und in der Systematik umstellen will. Im Hintergrund geht es aber auch um die Auswirkungen des Konzernumbaus, mit dem Arbeitsplätze zur Billigtochter Eurowings und ins Ausland verlagert werden.

dpa

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