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Wirtschaft Poker um Kaiser’s Tengelmann
Nachrichten Wirtschaft Poker um Kaiser’s Tengelmann
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09:33 09.10.2016
Eine Zukunft in gelb und blau? Kaiser’s Tengelmann soll von Edeka übernommen werden. Quelle: imago
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Berlin

Einige Filialen der angeschlagenen Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann könnten laut einem Bericht der „Bild am Sonntag“ an Rewe gehen. Derzeit verhandeln mehrere Parteien über die Zukunft der verlustreichen Supermarktkette. Eigentlich will der Branchenprimus Edeka die Kette komplett übernehmen.

Beide hatten die Fusion vor etwa zwei Jahren beschlossen. Doch das Bundeskartellamt legte sein Veto ein. Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel hebelte das Zusammenschluss-Verbot über eine sogenannte Ministererlaubnis aus, die aber angesichts juristischer Auseinandersetzungen auf Eis liegt. Denn mehrere Wettbewerber von Edeka hatten gegen die Erlaubnis Beschwerde eingelegt.

Ministererlaubnis soll umgesetzt werden

Die Parteien wollen sich nun bis zum 17. Oktober auf eine Lösung verständigen. Ziel sei es, die umstrittene Ministererlaubnis für die Übernahme von Tengelmann durch Edeka umzusetzen. Dafür müssen die Wettbewerber aber ihre Beschwerden zurücknehmen. Die Frage ist, unter welchen Bedingungen sie das tun könnten.

Bekommt wohl doch etwas vom Kuchen ab: Rewe könnte einige Tengelmann Filialen übernehmen. Quelle: dpa

Nach Informationen der „Bild am Sonntag“ sollen Rewe, Norma und Markant einen zweistelligen Millionenbetrag von Tengelmann-Eigentümer Eriwan Haub bekommen. Rewe und Norma sollen auch einen Teil der rund 400 Filialen bekommen, die eigentlich an Edeka gehen sollten. Die Beteiligten haben Stillschweigen vereinbart.

Viele offene Fragen im Übernahmekampf

Kaiser’s Tengelmann schreibt seit Jahren rote Zahlen. Zu der möglichen Lösung im Übernahmekampf sind noch viele Fragen offen. Dürften die Filialen mit der Ministererlaubnis überhaupt aufgeteilt werden?

Der frühere Präsident der Monopolkommission, Daniel Zimmer, sagte, die Ministererlaubnis sehe eine Reihe von Bedingungen vor. Dazu zähle, dass Edeka die Filialen als Ganzes übernehmen und fünf Jahre weiterführen müsse. Grundsätzlich dürfe also keine einzelne Filiale weitergegeben werden. Es gebe allerdings auch eine Ausnahmeklausel: In Ausnahmefällen sei dies mit Zustimmung der Tarifvertragsparteien möglich.

Von RND/dpa

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