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Post-Gewinn bricht ein - Ärger mit Computersystem

Dienstleistungen Post-Gewinn bricht ein - Ärger mit Computersystem

Bei der Deutschen Post laufen die Geschäfte 2015 nicht mehr rund. Ein teures neues IT-System macht Konzernchef Appel Sorgen. Doch an den langfristigen Zielen hält das Unternehmen weiterhin fest.

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Der Überschuss bei der Deutsche Post brach sogar um 90 Prozent auf 49 Millionen Euro ein.

Quelle: Sebastian Kahnert

Bonn. Ein Gewinneinbruch hat die erfolgsverwöhnte Deutsche Post im dritten Quartal auf den Boden der Tatsachen zurückgeholt.

Wegen eines Fehlgriffs beim neuen Computersystem in der Frachtsparte und verbuchter Einmaleffekte für Risiken in allen anderen Konzernbereichen schrumpfte das Nettoergebnis des "gelben Riesen" um rund 90 Prozent auf 49 Millionen Euro. Die Post schrammte damit im abgelaufenen Vierteljahr nur knapp an der Verlustzone vorbei.

Es war der höchste Rückgang in einem Quartal seit sechs Jahren. Das operative Ergebnis fiel - bei einem Umsatzplus von 3 Prozent auf 14,4 Milliarden Euro - um gut 70 Prozent. Vorstandschef Frank Appel sprach von einem Jahr des Übergangs für den Konzern.

Die Belastungen habe die Post schon jetzt in die Bilanz genommen, um jede Sparte zu stärken und um die langfristigen Ziele abzusichern. Bis 2020 hat sich der weltweit größte Logistik- und Postkonzern einen jährlichen Anstieg des operativen Ergebnisses um durchschnittlich 8 Prozent vorgenommen. Am Ende dieses Zeitraums soll ein Ergebnis vor Zinsen und Steuern von über 5 Milliarden Euro stehen.

Davon ist das Unternehmen derzeit allerdings noch weit entfernt. Für das laufende Jahr hatte die Post schon Ende Oktober ihre Jahresprognose auf 2,4 Milliarden Euro nach unten korrigiert.

Durch den Wegfall der Belastungen im kommenden Jahr erwartet Appel in allen Sparten eine deutliche Verbesserung der Ergebnisse, so dass Ende 2016 unverändert ein operativer Gewinn von 3,4 bis 3,7 Milliarden Euro stehen soll. Darüber hinaus halte das Unternehmen an dem ausgegebenen Ziel fest, bis 2020 jährlich einen Zuwachs von 8 Prozent draufzusatteln.

Bei der gescheiterten Systemumstellung im DHL-Frachtgeschäft räumte Appel eine Fehleinschätzung ein. "Wir haben uns zu viel vorgenommen, in zu kurzer Zeit", sagte er dem Nachrichtensender n-tv. Jetzt habe man einen deutlich realistischeren Plan. So wolle die Post im Frachtgeschäft bestehende Teilsysteme integrieren und weitere fertige Software kaufen, statt weiter auf das Komplettsystem der beauftragten Dienstleister SAP und IBM zu setzen.

Angetrieben durch den boomenden Onlinehandel brummen in der Paketsparte nach wie vor die Geschäfte. Hier kletterten die Umsätze im dritten Quartal um 9,7 Prozent. Um die Stellung des Unternehmens in dem Bereich zu festigen, will die Post ihre nationale und internationale Paket-Infrastruktur ausbauen.

dpa

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