Volltextsuche über das Angebot:

9 ° / 5 ° wolkig

Navigation:
Google+ Instagram YouTube
Post-Tarifkonflikt eskaliert: Verdi weitet Streiks aus

Tarife Post-Tarifkonflikt eskaliert: Verdi weitet Streiks aus

Im festgefahrenen Post-Tarifkonflikt weitet die Gewerkschaft Verdi den Arbeitskampf massiv aus: Nachdem vor allem in den Briefverteilzentren rund 8000 Beschäftigte dem Aufruf zu Arbeitsniederlegungen gefolgt waren, sollen jetzt auch Briefträger und Paketboten schrittweise einbezogen werden.

Voriger Artikel
BGH-Urteil: Entschädigung bei Flug-Vorverlegung möglich
Nächster Artikel
Deutsche Bank: Razzia in Frankfurt - Prozess in München

Streikposten vor dem Postverteilerzentrum in Hamburg Altona.

Quelle: Axel Heimken

Berlin/Bonn. Damit könnten sich die Folgen des Ausstandes, die sich bislang in Grenzen hielten, auch bei den Postkunden immer stärker bemerkbar machen.

Seit Wochenanfang stehen beim weltweit größten Post- und Logistikkonzern die Zeichen auf Konfrontation. Nicht mehr mit Nadelstichen, sondern mit unbefristeten Streiks will Verdi die Post zum Einlenken zwingen.

In der vergangenen Woche war der Streit zwischen dem Postmanagement und Verdi eskaliert. Ein Angebot der Gewerkschaft, das unter anderem die Rückführung der ausgegliederten regionalen Paketgesellschaften in den Haustarifvertrag und den Verzicht auf lineare Gehaltserhöhung vorsah, hatte die Post als Mogelpackung zurückgewiesen.

Bislang hielten sich die Folgen des Streiks für die Briefempfängern in Grenzen. Nach Einschätzung der Post werden durch die Arbeitsniederlegungen rund 7 Millionen Briefe oder 11 Prozent aller Sendungen ihren Empfänger erst einen Tag später erreichen. Die Beteiligung an dem unbefristeten Ausstand liege aktuell auf dem Niveau der vergangenen Warnstreiktage, teilte das Unternehmen mit.

Doch die Lage könnte sich durch eine Ausweitung des Arbeitskampfes ändern. So wollten auch Online-Händler wie Zalando Auswirkungen auf die Kunden nicht mehr ganz ausschließen. "Natürlich ist ein Streik eine unvorhersehbare Situation, weshalb wir einzelne längere Paketlaufzeiten nicht ausschließen können", räumte eine Unternehmenssprecherin ein. Aber die Kunden könnten sich darauf verlassen, dass ihre Lieferungen so schnell wie möglich und in den allermeisten Fällen auch pünktlich bei ihnen seien. Ein Wechsel des Anbieters sei derzeit nicht geplant.

Post-Chef Frank Appel zeigte sich zuversichtlich, dass das Unternehmen die Folgen des unbefristeten Ausstands abfedern kann. "Wir hatten ja in diesem Jahr schon 28 Streiktage und können damit umgehen", sagte Appel der "Bild".

Zugleich kritisierte er den Kurs der Gewerkschaft und kündigte an, hart zu bleiben. Es stelle sich die Frage, ob Verdi "vorrangig Eigeninteressen oder die wirklichen Interessen der Arbeitnehmer" verfolge. "Unsere Löhne liegen doppelt so hoch wie bei unseren Wettbewerbern - wenn wir so weitermachen, entstehen neue Arbeitsplätze in der Paketzustellung nur noch bei der Konkurrenz", sagte Appel dem Blatt.

Das sieht Verdi-Verhandlungsführerin Andrea Kocsis, die zugleich stellvertretende Aufsichtsratsvorsitzende der Post ist, anders. Das Unternehmen sei konkurrenzfähig und mache Riesengewinne. "Die Post gewinnt Jahr für Jahr Marktanteile von diesem riesigen, wachsenden Paketmarkt dazu und deswegen hat die Post heute kein Problem mit den Mitbewerbern." Sie forderte den Konzern auf, "möglichst schnell einzulenken und uns ein Ergebnis, was wir auch annehmen können, vorzulegen."

In dem Tarifkonflikt geht es um die Arbeitsbedingungen von rund 140 000 Beschäftigten. Vor allem aber wird über die Ausgründung von 49 regionalen Gesellschaften für die Paketzustellung gestritten.

Verdi sieht darin einen Bruch bestehender Vereinbarungen mit dem Management. In diesen Unternehmen arbeiten bereits mehr als 6000 Paketboten, die nicht nach dem Haustarif der Post bezahlt, sondern nach den niedrigeren Tarifen der Logistikbranche. Verdi will erreichen, dass sie tariflich unter das Dach der Post zurückkehren.

Bei der Post arbeiten auch 40 000 Beamte, die nicht streiken. Daher hatte die Post auch bei wochenlangen Warnstreiks zuletzt einen Teil ihres Angebots aufrechterhalten können. Millionen Briefe und Pakete kamen allerdings deutlich verspätet.

dpa

Voriger Artikel
Nächster Artikel
Mehr aus Wirtschaft
DAX
Chart
DAX 11.236,50 +0,29%
TecDAX 1.756,50 +0,18%
EUR/USD 1,0562 ±0,00%

Quelle: Sponsor Deutsche Bank / Realtime Indikation

Aktien Tops & Flops

FMC 77,20 +3,47%
FRESENIUS... 69,87 +2,31%
BEIERSDORF 78,43 +1,86%
DT. BANK 17,32 -3,34%
THYSSENKRUPP 23,48 -2,44%
INFINEON 16,20 -1,12%

Wertpapiersuche

Wechselkurse interaktiv

Weltkarte

Fonds Top Performer 3 Jahre

Fondsname FA Perf. 3J.
Structured Solutio AF 170,60%
Crocodile Capital MF 121,61%
Polar Capital Fund AF 106,75%
Fidelity Funds Glo AF 100,02%
Morgan Stanley Inv AF 96,13%

mehr

  • Jetzt einschalten!

    Begeistern Sie Ihre Kunden mit Ihren eigenen Angeboten & Informationen auf großen Bildschirmen – spielend einfach mit der LVZ Mediabox. mehr

  • Unsere Empfehlung

    Kein Display? Kein Problem! Von 22 bis 55 Zoll - mit unseren Mediabox-Komplettsystemen bieten wir Ihnen immer die individuell passende Lösung an. mehr

  • Top Preis

    Sie besitzen bereits einen Display? Mit der LVZ Mediabox steuern Sie ihre individuelle Sendeschleife bequem über das Internet. mehr

  • Sie bestimmen das Programm

    Individuell und aktuell: Ihre Informationen, Angebote und Aktionen sowie News der LVZ und von N24 auf der LVZ Mediabox mehr

  • E-Paper
    E-Paper

    Mit unserem E-Paper-Abo können Sie die LVZ in digitaler Form täglich im Original-Layout im Web oder auf Ihrem Tablet lesen. mehr

  • Magicpaper
    Magicpaper

    Wenn Sie an Beiträgen in der gedruckten LVZ das Handy-Symbol entdecken, stehen ab sofort mithilfe der Magicpaper App zusätzliche digitale Inhalte f... mehr

  • Onlineabo

    "LVZ-Online Extra" heißt das Online-Premiumangebot der Leipziger Volkszeitung, das Sie überall auf der Welt und rund um die Uhr nutzen kö... mehr