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RWE spaltet Unternehmen auf

Energie RWE spaltet Unternehmen auf

Der RWE-Konzern steht ähnlich wie zuvor der Branchenprimus Eon vor einer Aufspaltung seiner Aktivitäten in zwei Teile. Zugpferd des Unternehmens sind künftig die erneuerbaren Energien. Die neue Tochter soll an die Börse, RWE bleibt aber Mehrheitsaktionär.

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Der Vorstandschef des angeschlagenen RWE-Konzerns, Peter Terium.

Quelle: Rolf Vennenbernd

Essen. Unter dem Druck der Energiewende steht der angeschlagene RWE-Konzern mit der Aufteilung in zwei Bereiche vor dem größten Umbau seiner Geschichte.

Künftig wollen die Essener die Zukunftsfelder erneuerbare Energien, Netze und Vertrieb in einer neuen Tochterfirma bündeln und Teile davon an die Börse bringen. "Wir stellen den Konzern auf zwei zukunftsfähige Standbeine mit klarem strategischen Fokus", sagte Vorstandschef Peter Terium am Dienstag.

Zugleich wolle das Unternehmen eine zweites Tor zum Kapitalmarkt öffnen. Rund 10 Prozent der Anteile sollen voraussichtlich Ende kommenden Jahres im Wege einer Kapitalerhöhung platziert werden.

RWE werde langfristig Mehrheitseigentümer der neuen Tochterfirma bleiben, die mit einem Umsatz von 40 Milliarden Euro, einem Ergebnis vor Zinsen, Steuern und Abschreibungen von 4 Milliarden Euro und 40 000 Beschäftigten den größten Teil des Unternehmens umfassen wird. Der Aufsichtsrat, der in der kommenden Woche (11. Dezember) tagt, muss den Vorstandsplänen noch zustimmen.

"Der Konzernumbau ist unsere Antwort auf den Umbau der europäischen Energielandschaft", sagte Terium. Die RWE AG werde sich künftig ganz auf das konventionelle Kraftwerksgeschäft (Kohle, Gas Atomkraft) konzentrieren. "Wir schaffen unter einem Dach zwei unabhängig von einander handelnde Unternehmen".

Zudem erhöhe sich mit der neuen Struktur die finanzielle Flexibilität des Gesamtkonzerns. Mit weiteren Teilverkaufen bis zum maximal 39 Prozent an der neuen Gesellschaft könne RWE unter anderem auch Mittel zur Bedienung von Rückstellungen erlösen.

Wie die anderen Energiekonzerne kämpft RWE mit den Folgen der Energiewende und einem anhaltenden Verfall der Strompreise im Großhandel infolge des Ökostrom-Booms. In den ersten neun Monaten 2015 waren die Gewinne im laufenden Geschäft erneut zurückgegangen.

RWE stehe weiter zu seiner Verantwortung für die Atom-Altlasten, sagte Terium. "Mit den Aktien der neuen Tochtergesellschaft haben wir in Zukunft sogar einen Vermögenswert, der uns noch besser in die Lage versetzt, bei Bedarf unsere Rückstellungen zu bedienen."

Die Börse feierte die Nachrichten aus Essen mit einem wahren Kursfeuerwerk. Die Aktie notierte am Nachmittag mit 15 Prozent im Plus. Das sei ein kluger Schachzug von RWE, sagte Fondsmanager Thomas Deser von Union Investment. Terium habe ein positives Signal an den Kapitalmarkt gesendet. RWE werde wieder als glaubwürdiger Partner der Energiewende wahrgenommen.

Vor einem Jahr hatte bereits RWE-Rivale Eon seine Aufspaltung angekündigt. Allerdings unterscheiden sich die Pläne in einem wichtigen Punkt: So gliedert Eon die Großkraftwerke in die neue Gesellschaft Uniper aus und will diese ebenfalls im kommenden Jahr an die Börse bringen. Der Hauptkonzern selbst will sich auf die zukunftsträchtigeren Geschäfte rund um den Ökostrom, Netze und den Energievertrieb konzentrieren.

RWE-Chef Terium hatte bislang immer betont, den Konzern als Ganzes erhalten zu wollen. Dies hatte er allerdings stets davon abhängig gemacht, dass sich die Rahmenbedingungen für die Branche nicht noch weiter verschlechtern. Wegen des Ökostrombooms verdienen die Versorger mit ihren Kohle-, Gas- und Atomkraftwerken immer weniger Geld, viele Anlagen lohnen sich schon jetzt kaum noch.

dpa

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