Menü
Leipziger Volkszeitung | Ihre Zeitung aus Leipzig
Anmelden
Wirtschaft Ratiopharm-Mutter Teva rutscht tief in rote Zahlen
Nachrichten Wirtschaft Ratiopharm-Mutter Teva rutscht tief in rote Zahlen
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
18:40 08.02.2018
Die Zukunft der Mitarbeiter steht bei Teva auf wackligen Füßen. Quelle: dpa
Jerusalem

Der kriselnde israelische Teva-Konzern hat im vergangenen Jahr von der Übernahme des Generikaherstellers Actavis profitiert. Unter dem Strich musste die Ratiopharm-Mutter jedoch wegen hoher Abschreibungen auf das US-Generikageschäft einen Verlust von 16,3 Milliarden Dollar verkraften - nach einem Gewinn von 68 Millionen Dollar im Vorjahr. Zudem belasteten das erst jüngst aufgegebene Geschäft in Venezuela das Unternehmen. Und auch für 2018 schockte der Konzern die Anleger mit einem schwachen Ausblick: An der US-Börse brach das Papier im vorbörslichen Handel um rund 8 Prozent ein.

„2017 war ein schwieriges Jahr für Teva“, sagte Konzernchef Kare Schultz laut Mitteilung. Zwischen Januar und Dezember hatte Teva seinen Umsatz leicht um 2 Prozent auf 22,4 Milliarden Dollar steigern können. Bei den für Analysten relevanten bereinigten Kennziffern schloss Teva immerhin im Schlussquartal besser ab als gedacht.

Preisverfall auf dem US-Markt macht Konzern zu schaffen

Den deutschen Konkurrenten Ratiopharm schluckte Teva im Jahr 2010 für rund 3,6 Milliarden Euro.

Der weltgrößte Hersteller von Nachahmerprodukten leidet unter dem zunehmenden Preisverfall auf dem Generika-Markt in den USA, der sich im Schlussquartal noch einmal verstärkt habe. Auch der langjährige Umsatzbringer, das Multiple-Sklerose-Mittel Copaxone, verliert gegenüber der Konkurrenz. Allein im vierten Quartal brachen die US-Umsätze mit dem Mittel um ein Fünftel ein. Andererseits verzögerte sich der Marktstart für eigene generische Produkte. Für das Generikageschäft schrieb Teva nun mehr als 17 Milliarden Dollar ab, vorrangig davon für Positionen in den USA.

Weltweiter Abbau von 14.000 Stellen

Andererseits hatte der Zukauf von Actavis den Schuldenberg derart gigantisch vergrößert, dass der Konzern bereits im Dezember zur Notbremse griff und einen Abbau von weltweit 14.000 Stellen binnen zwei Jahren verkündete. Zudem streicht der Konzern seine Dividendenzahlungen. Schultz hatte das Ruder im vergangenen Jahr mitten in der Krise übernommen. Er betonte nun, der Konzern werde sich 2018 vor allem auf seine finanziellen Verpflichtungen konzentrieren sowie auf das Fortkommen eines solideren Geschäftsmodells. Teva mache mit seinem Restrukturierungsplan bereits Fortschritte.

Allzuviel traut sich der Konzern im laufenden Jahr aber nicht zu: Teva rechnet nun mit einem Umsatzrückgang auf 18,30 bis 18,80 Milliarden Dollar. Das um Sondereffekte bereinigte Ergebnis wird bei 2,25 bis 2,50 Dollar gesehen. 2017 hatte Teva hier noch 4,01 Dollar erwirtschaftet, ein Jahr zuvor waren es noch 5,14 Dollar gewesen.

Von RND/dpa

Kommentare
Die Debatte geht am Morgen weiter
Die Kommentarfunktion ist zwischen 23:00 und 06:00 Uhr nicht aktiv – denn wir wollen eine gute Moderation der Beiträge gewährleisten.
Wir freuen uns am Morgen über Ihre konstruktiven Beiträge zum Thema!

Es ist nicht genug Geld da: Die kommunalen Arbeitgeber wollen der Forderung von Verdi nach sechs Prozent mehr Lohn für den Öffentlichen Dienst nicht nachkommen. „Wir können uns keine großen Sprünge erlauben“ gab Thomas Böhle, Chef der kommunalen Arbeitgeber, gegenüber dem RedaktionsNetzwerk Deutschland (RND) bekannt.

08.02.2018

Zum ersten Mal seit der Firmengründung hat der US-Nachrichtendienst Twitter Geld verdienen können. Und das, obwohl die Nutzerzahl zuletzt stagnierte.

08.02.2018

Griechenland bietet erstmals seit acht Jahren auf den internationalen Finanzmärkten Staatsanleihen an. Damit soll dem Land unter Ministerpräsident Alexis Tsipras die vollständige Rückkehr an den Kapitalmarkt gelingen. Staatsanleihen mit siebenjähriger Laufzeit gab das südeuropäische Land zuletzt 2010 vor der Schuldenkrise aus.

08.02.2018