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Nachrichten Wirtschaft Rekordgewinne erleichtern Air-Berlin-Übernahme
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15:28 25.10.2017
Air Berlin wird demnächst in Teilen der deutschen Traditionsfluglinie gehören. Quelle: dpa
Frankfurt/Main

Mit einem Rekordgewinn im Rücken kann die Lufthansa im nächsten Jahr die Eingliederung großer Teile der insolventen Fluggesellschaft Air Berlin angehen. Vor allem höhere Ticketpreise und ein erholtes Frachtgeschäft haben dem Dax-Konzern im ersten Dreiviertel Jahr dieses Jahres Rekorde bei Umsatz und Gewinn beschert, wie am Mittwoch in Frankfurt berichtet wurde. Für die letzten drei Monate rechnet Lufthansa-Chef Carsten Spohr mit weiter steigenden Ticketpreisen. Sinken sollen hingegen die Durchschnittskosten abseits von Währungsschwankungen und Treibstoff.

Allein im dritten Quartal hat der Konzern operativ 1,5 Milliarden Euro (bereinigter Jahresüberschuss) verdient. Seine Gewinnprognose für 2017 hob Spohr trotz des glänzenden Geschäftsverlaufs nicht an. Für den operativen Gewinn stellt der Vorstand weiterhin nur allgemein eine Steigerung in Aussicht. Allerdings liegt der bereinigte Jahresüberschuss schon nach den ersten drei Quartalen mit 2,6 Milliarden Euro bereits anderthalb Mal so hoch wie im Vorjahr – ein weiterer Rekord. Den Umsatz konnte der Konzern unter anderem wegen der vollständigen Übernahme der belgischen Brussels Airlines um 12,1 Prozent aus 26,8 Milliarden Euro steigern.

Weitere Gewinne zum Jahresende

Zudem winkt dem Kranich zum Jahresende ein dicker Sondergewinn, so dass der Überschuss im Gesamtjahr weit über die 1,8 Milliarden Euro von 2016 hinausheben dürfte. Hintergrund ist die Neuregelung der Betriebsrenten für die Piloten, die laut Finanzchef Ulrik Svensson zu einem Einmaleffekt von rund 600 Millionen Euro führen wird, sofern diese dem ausgehandelten Tarifkompromiss zustimmen. 2016 hatte eine Einigung mit den Flugbegleitern einen ähnlichen Effekt gebracht. Dennoch verdiente Lufthansa in den ersten neun Monaten unter dem Strich mit 1,85 Milliarden Euro bereits genauso viel wie im Vorjahreszeitraum.

Die noch unter Kartellvorbehalt stehende Integration der Air Berlin in die Eurowings werde im kommenden Jahr Sonderkosten von rund 50 Millionen Euro verursachen, berichtete Finanzvorstand Ulrik Svensson. Darin sind unter anderem Schulungen für das Personal wie auch Umlackierungen der Flugzeuge enthalten. Positive Ergebnisbeiträge erwarte man 2019. Lufthansa will die Eurowings-Flotte um 81 Maschinen aus den Beständen der Air Berlin erweitern.

Lufthansa-Chef hofft auf Übernahme im Januar

Für die Billigmarke Eurowings sind bereits 30 Air-Berlin-Jets unterwegs, die der Konzern samt Personal von der Rivalin gemietet hatte. Spätestens im Januar 2018, so hofft Spohr, kann sich die Lufthansa den Großteil der Air-Berlin-Flotte einverleiben. Er rechnet zuvor mit wettbewerbsrechtlichen Auflagen durch die EU-Kommission, die das Geschäft überprüft. Man wäre im „vernünftigen Maße“ dazu bereit, bestimmte Start- und Landerechte abzugeben. Er rechne damit, dass der Lufthansa-Marktanteil an Flügen von und nach Deutschland um rund 7 Punkte auf 41 Prozent steigen werde. Das sei ein Wert, den andere nationale Fluggesellschaften in ihren Heimatmärkten längst innehätten.

Air Berlin hatte Mitte August Insolvenz angemeldet. Die Lufthansa soll die Air-Berlin-Töchter Niki und LGW sowie weitere 20 Jets übernehmen. Die meisten Flugzeuge – die allesamt Leasinggesellschaften gehören – will die Lufthansa von den Eigentümern kaufen und insgesamt 1,5 Milliarden Euro investieren. Der Kaufpreis von 210 Millionen Euro für die Air-Berlin-Teile ist in dieser Summe enthalten.

Von dpa/RND

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