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Wirtschaft Rewe und Edeka einigen sich über Kaufpreis
Nachrichten Wirtschaft Rewe und Edeka einigen sich über Kaufpreis
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13:58 18.11.2016
Rewe und Edeka einigen sich über Kaufpreis der Kaiser's-Tengelmann-Filialen in Berlin. Quelle: dpa
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Köln

Im Dauerstreit um die verlustreiche Supermarktkette Kaiser’s Tengelmann haben sich Edeka und Rewe auf einen Kaufpreis für die Filialen in Berlin geeinigt. Dies teilte Rewe am Freitag in Köln mit.

Bis zum 2. Dezember solle nun ein Kaufvertrag „endverhandelt“ werden, das hätten beide Parteien verbindlich verabredet. Den Kaufpreis nannte Rewe nicht.

Filialen mit Bruttoumsatz von 300 Millionen Euro gehen an Rewe

Am Dienstag hatten sich die beiden Handelsunternehmen bereits darauf verständigt, welche Kaiser’s-Tengelmann-Filialen in Berlin von Edeka an Rewe weitergereicht werden. Bei einem Scheitern der Verhandlungen hätten eine schnelle Zerschlagung der Kette und der Verlust Tausender von Arbeitsplätzen gedroht. Bei Kaiser’s Tengelmann arbeiten etwa 15 000 Menschen.

Mit der Einigung zu den Berliner Filialen ist ein zentraler Bestandteil der Schlichtungsvereinbarung erfüllt, die vor rund drei Wochen unter Altkanzler Gerhard Schröder (SPD) getroffen worden war. Diese sieht vor, dass Edeka nach der Übernahme von Kaiser’s Tengelmann Filialen mit einem Bruttoumsatz von 300 Millionen Euro an Rewe überträgt.

Rewe froh über schnelles Ergebnis

Rewe-Group-Vorstandsvorsitzender Alain Caparros sagte: „Wir haben in den vergangenen Tagen sehr große Fortschritte in den Verhandlungen erzielt. Ich bin froh, dass wir jetzt schnell zu einem positiven Ergebnis kommen können. Ich will diese Einigung und werde mit Nachdruck für den erfolgreichen Abschluss arbeiten.“

Gabriel scheiterte mit seiner Ministererlaubnis

Tengelmann-Eigentümer Karl-Erivan Haub hatte vor zwei Jahren beschlossen, die tiefrote Zahlen schreibende Supermarktkette an Edeka zu verkaufen. Der Plan stieß jedoch bei Wettbewerbshütern auf heftigen Widerstand. Sie befürchteten durch einen Verkauf der Kette ausgerechnet an den Marktführer Edeka weniger Wettbewerb und steigende Preise im deutschen Lebensmittelhandel. Im April 2015 untersagte das Bundeskartellamt deshalb den Zusammenschluss.

Zwar gelang es Tengelmann und Edeka nach monatelangem Ringen, das Veto der Wettbewerbshüter durch eine Ministererlaubnis von Bundeswirtschaftsminister Sigmar Gabriel (SPD) auszuhebeln. Doch wurde die Ausnahmegenehmigung im Juli vom Oberlandesgericht Düsseldorf auf Antrag von Rewe sowie der Wettbewerber Markant und Norma, die mittlerweile ihre Klage zurückgezogen haben, gestoppt.

Von RND/fw/AFP/dpa

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