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Roaming-Gebühren in Europa fallen weg

EU Roaming-Gebühren in Europa fallen weg

Seit Jahren fallen die Kosten für das mobile Telefonieren im Ausland, auch dank der EU. In nicht einmal zwei Jahren sollen Gespräche aus dem EU-Ausland genauso viel kosten wie daheim - bis zu einer gewissen Grenze. Doch auch umstrittene neue Internet-Regeln kommen.

Straßburg. Telefonieren ohne böse Überraschung: Urlauber und Geschäftsreisende müssen ab Mitte 2017 in der Regel keine Extragebühren für die Handynutzung im EU-Ausland mehr zahlen. Das hat das Europaparlament in Straßburg beschlossen.

Die Roaming-Gebühren fallen damit am 15. Juni 2017 weg. Mitbeschlossen haben die Abgeordneten aber auch umstrittene neue Regeln zur Steuerung des zunehmenden Datenverkehrs im Internet (Netzneutralität). Die Opposition in Berlin und Netzaktivisten in ganz Europa reagierten mit scharfer Kritik.

Der für Digitales zuständige EU-Vizekommissionschef Andrus Ansip verteidigte die Beschlüsse und fokussierte sich dabei auf den Wegfall der Roaming-Gebühren: "Europäer werden den gleichen Preis zahlen wie zu Hause, wenn sie ihre Mobilgeräte auf Reisen in der EU nutzen", erklärte er.

Es gibt aber eine Einschränkung: Wer dauerhaft eine günstigere SIM-Karte aus dem Ausland daheim nutzt, dem kann sein Anbieter auch weiterhin Extrakosten aufbrummen. Welche Kontingente an SMS, Telefonminuten und Daten frei bleiben müssen von den Roaming-Aufschlägen, wird die EU-Kommission noch ausarbeiten.

In einem Zwischenschritt sinken die Kosten für das mobile Telefonieren, den SMS-Versand und das Internetsurfen im EU-Ausland bereits am 30. April 2016. Dann sind Aufschläge von 5 Cent pro Minute für abgehende Anrufe, 2 Cent pro SMS und 5 Cent pro Megabyte Daten jeweils plus Mehrwertsteuer erlaubt.

Bundesjustizminister Heiko Maas (SPD) sprach von einer "guten Nachricht". Der auch für digitale Infrastruktur zuständige Minister Alexander Dobrindt (CSU) freute sich über "mehr Komfort beim Telefonieren und Surfen".

Zur Netzneutralität legt die neue EU-Verordnung fest Niemand soll sich seine Vorfahrt im Internet erkaufen dürfen. Kritiker fürchten aber eine Einschränkung der Netzneutralität durch schwammige Formulierungen. So erlaubt die Verordnung bestimmte "Spezial-Dienste", die im Netz bevorzugt werden dürfen.

"Dass Internetprovider jetzt die Möglichkeit bekommen, bestimmten Datenverkehr auf ihren Leitungen zu drosseln und anderen zu bevorzugen, schafft nicht nur ein Zwei-Klassen-Internet, sondern nimmt auch die Anreize, Leitungskapazitäten weiter auszubauen", beklagte die Piraten-Europaabgeordnete Julia Reda. Die Organisation Digitale Gesellschaft teilte mit: "Mit der heutigen Entscheidung opfert das EU-Parlament das freie und offene Netz in Europa den Gewinninteressen einiger weniger Telekommunikationskonzerne."

Baden-Württembergs Verbraucherminister Alexander Bonde (Grüne) resümierte: "Die Abkehr von der Netzneutralität bringt massive Belastungen für Verbraucherinnen und Verbraucher. Dagegen sind die Entlastungen durch den Wegfall der Roaming-Gebühren vergleichsweise gering." Der "verbraucherpolitische Preis" dieser Entscheidung sei daher viel zu hoch.

Linke-Chefin Katja Kipping erklärte, für große Konzerne solle

 

eine Art Überholspur in den Datenleitungen geschaffen werden.

 

"Das ist so, als müsste auf den Autobahnen immer eine Spur

 

für die S-Klasse und schnelle Sportwagen frei gehalten werden,

 

während auf der rechten Spur normale PKW und LKW auch dann im

 

Stau stehen müssen, wenn niemand auf der Schnellfahrspur

 

unterwegs ist."

Die Landesregierung in Nordrhein-Westfalen forderte, bei der Umsetzung der Verordnung in nationales Recht die vagen Formulierungen im Sinne der Netzneutralität zu konkretisieren. "Ein robuster diskriminierungsfreier Internetzugangsdienst ist die Basis für inhaltliche Vielfalt und Meinungsfreiheit im Netz", erklärte Medienstaatssekretär Marc Jan Eumann (SPD).

Klaus Müller, Vorstand des Verbraucherzentrale Bundesverbands, begrüßte die Verordnung im Prinzip: "Es ist gut, dass das Europäische Parlament endlich die Verordnung für den einheitlichen Telekommunikationsmarkt beschlossen hat. Die Bundesnetzagentur muss jetzt schnell handeln und dafür sorgen, dass Netzneutralität in Deutschland abgesichert wird." Man brauche dringend verbindliche Mindeststandards für Qualität und Geschwindigkeit im Internet. "Nutzer dürfen nicht von einigen Anbietern auf der Überholspur abgehängt werden."

dpa

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