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Russischer Milchverband warnt vor Gefahr durch Rezession

Agrar Russischer Milchverband warnt vor Gefahr durch Rezession

Seit zwei Jahren verbietet Russland den Import bestimmter Lebensmittel aus dem Westen - die russische Milchbranche sieht sich seitdem im Aufschwung. Doch es lauern auch Gefahren.

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Milchprodukte machten bis zu 25 Prozent des durchschnittlichen Warenkorbes privater Haushalte in Russland aus.

Quelle: Martin Gerten

Moskau. Die russische Milchbranche fürchtet die Rezession im Land mehr als niedrige Weltmarktpreise oder Sanktionen.

"Für die weitere Entwicklung werden die real verfügbaren Einkünfte der Bevölkerung ausschlaggebend sein", sagte der Geschäftsführer des russischen Verbandes der Milchproduzenten, Artjom Below, der Deutschen Presse-Agentur in Moskau. Nach Behördenangaben sind die Reallöhne der Russen 2015 angesichts einer schweren Wirtschaftskrise um fast vier Prozent gesunken.

Milchprodukte machten bis zu 25 Prozent des durchschnittlichen Warenkorbes privater Haushalte in Russland aus, sagte Below. Doch wegen der gesunkenen Reallöhne müssten die Menschen sparen. Daher sei auch die Nachfrage nach Milchprodukten eingebrochen, erklärte er. Dies sei eine Gefahr für die Branche mit ihren rund 3,5 Millionen Kühen in der industriellen Milchproduktion, die eigentlich dank eines russischen Importstopps für westliche Lebensmittel im Aufschwung sei.

Russland hatte vor zwei Jahren (6. August 2014) die Einfuhr von Milchprodukten, Fleisch, Obst und Gemüse aus der EU und den USA verboten. Damit reagierte der Kreml auf Sanktionen des Westens gegen Russland wegen der Ukraine-Krise. EU-Landwirte bleiben daher auf vielen Erzeugnissen sitzen. Die Bundesregierung schätzt den Schaden auf mehr als 700 Millionen Euro.

Das trifft auch deutsche Milchbauern, die wegen des Überangebots auf dem Markt weniger Geld für ihre Produkte bekommen. "Bei den Milchbauern ist bisher keine Trendwende angekommen", sagte der Präsident des Deutschen Bauernverbands, Joachim Rukwied, der "Heilbronner Stimme" (Samstag). Marktexperten gingen zwar davon aus, dass sich die Situation am Milchmarkt mittelfristig freundlicher gestalten werde. "Sorge bereitet aber, dass uns ein wichtiger Exportmarkt wie Russland weiter versperrt ist."

In Russland kommt der Löwenanteil der Importe inzwischen aus dem eng verbündeten Weißrussland. Russland muss etwa ein Viertel seines Bedarfs importieren. Beobachter sehen das Embargo als eine protektionistische Maßnahme, um die marode Agrarindustrie geschützt vor qualitativ hochwertiger aber billiger Konkurrenz aus dem Westen zu modernisieren. Westliche aber auch asiatische Konzerne suchen nach Investitionsmöglichkeiten im größten Flächenstaat der Erde. Langfristig will Kremlchef Wladimir Putin sein Land zu einem globalen Lebensmittelexporteur machen.

Auch Below bezeichnete die russischen Gegensanktionen als Chance für die dortige Milchbranche. "Die Produktion von Rohstoffen nimmt zu, russische Produzenten füllen die frei gewordene Nische", sagte der 38-Jährige. Allein in diesem Jahr solle die Rohmilchproduktion um rund 2,5 Prozent steigen, erwartete er. Für 2017 halte er ein Wachstum der Gesamtbranche um drei Prozent für realistisch.

Zugleich sieht Below Gefahren in der Abschottung. "Die Sanktionen könnten Investoren abschrecken, weil diese keine Sicherheit für ein auf viele Jahre angelegtes Engagement sehen", warnt er. Russland sei offen für ausländische Unternehmer. Nicht nur europäische, sondern auch asiatische Konzerne hätten schon Interesse angemeldet.

Der Preis für einen Liter Rohmilch liegt in Russland dem Verband zufolge bei rund 21 Rubel (etwa 28 Cent). Damit erzielen russische Landwirte einen höheren Preis als etwa deutsche Milchbauern mit Schätzungen zufolge rund 23 Cent, abhängig von Molkerei und Region.

dpa

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