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Wirtschaft Schlichterspruch: Deutlich mehr Geld für Arbeiter
Nachrichten Wirtschaft Schlichterspruch: Deutlich mehr Geld für Arbeiter
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09:42 12.05.2018
Schlichterspruch in Tarifverhandlungen in der Bauwirtschaft. Quelle: dpa
Berlin

Nach dem Schlichterspruch ist der Tarifkonflikt in der Bauwirtschaft noch nicht endgültig gelöst. Die Vertreter von Arbeitgebern und der Gewerkschaft IG Bauen-Agrar-Umwelt stimmten dem Kompromissvorschlag des Schlichters Wolfgang Clement am Samstag zwar zu. Allerdings müssen die zuständigen Gremien dem ausgehandelten Tarifvertrag noch zustimmen. Dafür gilt eine Erklärungsfrist von 14 Tagen.

Laut Schlichterspruch sollen die Beschäftigten im Westen zum 1. Mai 2018 rückwirkend eine Lohnerhöhung um 5,7 Prozent erhalten bei einer Vertragslaufzeit von 26 Monaten. Die Ost-Löhne sollen um 6,6 Prozent zum 1. Mai 2018 und um 0,8 Prozent zum 1. Juni 2019 steigen, sagte Clement in Berlin. Hinzu kommen mehrere Einmalzahlungen.

„Die Tarifparteien haben jetzt 14 Tage Zeit, um dem Schlichterspruch zuzustimmen“, sagte Clement. „Ich bin sehr zuversichtlich, dass sie das auch tun werden.“ Der IG-BAU-Vorsitzende Robert Feiger zeigte sich mit dem Schlichterspruch „zufrieden“. Der Verhandlungsführer der Arbeitgeber, Uwe Nostitz, sagte: „Wir haben die Kuh vom Eis geholt.“

IG Bau forderte 6 Prozent mehr Geld

Der ehemalige Bundeswirtschaftsminister Clement hatte bereits zum fünften Mal eine Schlichtung für die Branche geleitet. Die IG Bau war mit einer Forderung von 6 Prozent mehr Geld bei 12 Monaten Vertragslaufzeit in die Verhandlungen gegangen. Sie verlangte für die Beschäftigten außerdem eine Aufstockung des 13. Monatsgehalts sowie eine Vergütung für lange Anfahrtszeiten zu wechselnden Baustellen.

Die Arbeitgeber hatten vor dem Beginn der zweiten Schlichtungsrunde am Freitag eine Erhöhung um 4,2 Prozent angeboten. Hinzu kam eine Einmalzahlung von 400 Euro bei einer Laufzeit von 22 Monaten.

Bei diesem Vorschlag könnten zudem die niedrigeren Ostlöhne um 1,8 Prozent an das Westniveau angenähert werden, hieß es. Zwischen Ost- und Westlöhnen gab es zuletzt noch eine Lücke von etwa 7 Prozent.

Von RND/dpa