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Schock für Kommunen: RWE streicht Großteil der Dividende

Energie Schock für Kommunen: RWE streicht Großteil der Dividende

Bei RWE bricht das Geschäft immer weiter ein. Der Energieriese muss zusätzliche Milliarden abschreiben und kündigt die Streichung fast der kompletten Dividende an. Das Land Nordrhein-Westfalen ist besorgt, viele Aktionäre sind sauer.

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Hauptsächlich haben hohe Abschreibungen auf konventionelle Kraftwerke RWE in die roten Zahlen gerissen.

Quelle: Marcel Kusch

Essen. Der kriselnde Energiekonzern RWE will angesichts roter Zahlen den Großteil der Dividende streichen. Zudem kündigte RWE an, das laufende Sparprogramm im Konzern noch einmal zu verschärfen.

Für 2015 muss das Unternehmen laut der Mitteilung vom Mittwoch einen Nettoverlust von 200 Millionen Euro hinnehmen. 2016 rechnet der Vorstand mit weiteren Ergebnisrückgängen. "Wir wissen, dass wir mit der heutigen Entscheidung viele Aktionäre enttäuschen. Sie ist jedoch notwendig, um unser Unternehmen zu stärken", erklärte Vorstandschef Peter Terium.

Der Kämmerer der Stadt Essen, Lars Martin Klieve, reagierte entsetzt auf den Vorschlag des Vorstands. "Das übertrifft meine schlimmsten Alpträume", sagte er der Deutschen Presse-Agentur. Für die auch wegen der Flüchtlingskrise angespannte Stadt fielen damit gut 18 Millionen Euro an eingeplanten Dividenden-Einnahmen weg.

Der Geschäftsführer des Verbandes kommunaler RWE-Aktionäre, Ernst Gerlach, kritisierte, dass die geplante Dividendenkappung zwei Wochen vor einer Aufsichtsratssitzung ohne Vorabsprache mit den Aktionären öffentlich gemacht wurde. "Das Verfahren schockiert mich", sagte er.

Nur die Vorzugsaktionäre sollen noch eine Mini-Ausschüttung von 13 Cent je Anteilsschein bekommen. Für die Stammaktionäre soll es nichts geben. In den vergangenen beiden Jahren hatte der in der Vergangenheit für seine verlässlichen Ausschüttungen bekannte RWE-Konzern noch einen Euro pro Aktie gezahlt. Das entsprach einer Gesamtauszahlung von 615 Millionen Euro. Jetzt sollen gerade noch insgesamt fünf Millionen Euro an die Vorzugsaktionäre fließen.

Neben der drastischen Verschlechterung der Ertragsaussichten hätten auch politische Risiken zu dieser Entscheidung beigetragen, so RWE. Derzeit verhandeln die Energiekonzerne etwa mit einer von der Bundesregierung eingesetzten Kommission über die Finanzierung des Atomausstiegs. Analysten fürchten neue massive Belastungen für die Unternehmen.

Nordrhein-Westfalens Wirtschaftsminister Garrelt Duin (SPD) zeigte sich besorgt. Der Bundestag müsse dringend Klarheit für den Strommarkt der Zukunft und damit für die Unternehmen schaffen. "Berliner Spekulationen über Kohleausstieg und Rückstellungen beim Atomausstieg sind dabei wenig hilfreich", sagte Duin. Am Ende seien nicht nur Dividenden gefährdet, sondern die Versorgungssicherheit in Deutschland, Tausende von hochwertigen Arbeitsplätzen und nicht zuletzt die Handlungsfähigkeit der beteiligten Kommunen.

2015 hatte sich die Talfahrt des zweitgrößten deutschen Versorgers beschleunigt. Vor allem in der konventionellen Stromerzeugung brechen die Gewinne angesichts des durch den Ökostrom-Boom ausgelösten Verfalls der Preise im Großhandel weg. RWE musste wegen der immer schlechteren Aussichten rund 2,1 Milliarden Euro auf seine Kohle-, Atom- und Gaskraftwerke abschreiben.

Ein Ende des Absturzes ist 2016 nicht in Sicht. So soll der Gewinn vor Steuern, Zinsen und Abschreibungen (Ebitda) von 7 auf 5,2 bis 5,5 Milliarden Euro sinken. Dabei rechnet RWE mit einem weiteren Verfall der Gewinnanteile seiner Kohle-, Atom- und Gasmeiler. Hinzu kommen dürften weitere Belastungen wegen Problemen im britischen Geschäft.

Das betriebliche Ergebnis soll von 3,8 auf 2,8 bis 3,1 Milliarden Euro sinken. Um Sondereffekte bereinigt, rechnet der Vorstand noch mit einem Überschuss zwischen 500 und 700 Millionen Euro nach 1,1 Milliarden im vergangenen Jahr. Schulden und Mitarbeiterzahl sollen sich hingegen kaum verändern. RWE beschäftigt knapp 60 000 Menschen.

"Die Kommunen im Ruhrgebiet müssen jetzt schmerzhaft lernen, dass mit dem Kohlekonzern RWE kein Geld mehr zu verdienen ist", meinte ein Greenpeace-Sprecher. Besserung bei RWE sei nicht in Sicht.

dpa

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