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Wirtschaft Siemens-Mitarbeiter protestieren mit Autokorso
Nachrichten Wirtschaft Siemens-Mitarbeiter protestieren mit Autokorso
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10:01 23.11.2017
Der SPD-Parteivorsitzende Martin Schulz spricht am Rande der Siemens-Betriebsrätetagung der IG-Metall in Berlin. Quelle: dpa
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Berlin

Mit einem lautstarken Autokorso haben Siemens-Beschäftigte am Donnerstag in Berlin gegen den Stellenabbau und damit verbundene Kündigungen und Werksschließungen protestiert. Um 6.15 Uhr startete der Zug am Dynamowerk im Bezirk Spandau, sagte Klaus Abel, Erster Bevollmächtigter der IG Metall in der Hauptstadt.

Rund 200 mit Bannern und Gewerkschaftsfahnen geschmückte Autos bahnten sich hupend einen Weg durch den Stadtverkehr. Ein Wagen zeigte das Motiv des Siemens-Chefs Joe Kaeser, der an der Sparschraube dreht. Insgesamt wollten etwa 2500 Mitarbeiter gegen die drohenden Kündigungen und Umstrukturierungen demonstrieren. Auch SPD-Chef Martin Schulz sprach bei einer Kundgebung am Tagungshotel der jährlichen Siemens-Betriebsräteversammlung in Neukölln.

Siemens hatte am 16. November angekündigt, weltweit 6900 Stellen abzubauen - davon etwa die Hälfte in Deutschland. Allein in Berlin sollen 900 Stellen gestrichen werden. Der Münchner Konzern reagiert damit nach eigener Begründung auf schlechter laufende Geschäfte in der Kraftwerks- und Antriebstechnik.

„Ordentlich Krawall machen“

Die IG Metall will das so nicht hinnehmen. Gewerkschaftschef Jörg Hofmann sagte der „Süddeutschen Zeitung“, seine Organisation werde „nun ordentlich Krawall machen“. Siemens solle über Investitionen Jobs schaffen. „Wir werden die Beschäftigten ganz bestimmt nicht alleine ihrem Schicksal überlassen“, betonte er. Vage blieb Hofmann bei der Frage, ob es zu Ausständen bei dem Konzern kommt: „Streik bleibt immer das letzte Mittel.“

Mehrere Landes-Wirtschaftsminister sowie die Berliner Wirtschaftssenatorin luden den Siemens-Vorstand zu einem Gespräch über den geplanten Stellenabbau ein. Man erwarte Erläuterungen über die Standortschließungen, teilten Ramona Pop (Grüne) und die Minister Martin Dulig aus Sachsen, Wolfgang Tiefensee aus Thüringen und Albrecht Gerber aus Brandenburg (alle SPD) mit. Vor dem Hintergrund der hohen Gewinne von Siemens und Leistungsfähigkeit der ostdeutschen Standorte könne man die Entscheidungen nicht nachvollziehen.

Von RND/dpa

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